Das eigentliche Ziel der 373 Reisenden von Emirates-Flug EK302 aus Dubai war so nah und doch so weit weg. Der Airbus A380 mit der Kennung A6-EDV konnte am 22. Juli wegen schlechten Wetters nicht in Shanghai landen. Nach mehreren Warteschleifen setzte der Superjumbo nach über neun Stunden in der Luft schließlich gegen 21 Uhr Ortszeit in Hangzhou auf, rund 150 Kilometer vom eigentlichen Ziel entfernt.

Geplant war, dass das Flugzeug in Hangzhou einen kurzen Stop einlegt und dann weiter nach Shanghai fliegt. Doch daraus wurde nichts. Zum einen hatte die ursprüngliche Besatzung nach der Landung ihre zulässige Dienstzeit überschritten und musste ausgetauscht werden. Da Emirates die reguläre Hangzhou-Route mit Airbus A350 bedient, war vor Ort keine qualifizierte Ersatzcrew verfügbar und musste erst aus Shanghai eingeflogen werden.

Erst fehlt die Crew, dann folgen technische Probleme

Zum anderen wurde ein technischer Defekt am Flugzeug festgestellt. Die Zeitung Hangzhou News schreibt, Emirates habe den Reisenden mitgeteilt, man könne aus technischen Gründen nicht starten. Der Weiterflug nach Shanghai wurde daraufhin immer wieder verschoben, von Mitternacht über 3 Uhr bis 4:30 Uhr, ehe er ganz gestrichen wurde.

Gegenüber Hangzhou News berichteten Reisende, dass das Kabinenpersonal mitten in der Nacht Getränke, Instantnudeln und weitere Snacks an Bord brachte, um die Passagiere zu versorgen. Später soll es dann zu Problemen mit der Klimaanlage gekommen sein. Reisende berichteten, dass es immer heißer und stickiger wurde. Eine Person soll dabei kollabiert sein. Erst gegen 7:30 Uhr Ortszeit begannen die ersten Passagiere, von Bord zu gehen, leer war die Kabine erst gegen 9 Uhr. Knapp 24 Stunden nach dem Start in Dubai.

Emirates entschuldigt sich und bedankt sich bei chinesischen Behörden

Emirates bestätigte den Vorfall auf Anfrage von aeroTELEGRAPH und begründete die Umleitung mit dem schlechten Wetter sowie einem zusätzlichen technischen Problem. Nach dem Ausstieg seien alle Passagiere je nach Wunsch mit Verpflegung, Hotelunterbringung und Shuttlebussen nach Shanghai versorgt worden. Die Fluggesellschaft entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten der Reisenden. Emirates dankte dem Flughafen Hangzhou sowie den beteiligten Behörden, darunter Einwanderungs- und Zollbehörden, für die Unterstützung während des gesamten Vorfalls.

Der Airbus A380 hat den Flughafen Hangzhou erst am Abend des 24. Juli wieder verlassen.

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