Widerstandsfähige Ozeane, herzerwärmender Meeresbewohnernachwuchs und mystische Wracks. Die prämierten Bilder des diesjährigen Wettbewerbs „Underwater Photographer of the Year“ eröffnen einen Blick in einen Lebensraum, der sonst oft im Dunkeln verborgen bleibt. Unter den 7900 eingesandten Fotos wurden die eindrücklichsten Motive ausgewählt. Ergänzt werden die gezeigten Bilder durch individuelle Beschreibungen der Fotograf:innen.

Gewinner in der Kategorie Porträt und Gesamtgewinner 2026: Matthew Smith aus Australien

+++Verwendung nur für die Berichterstattung über den Fotowettbewerb+++ Erste Schritte der jungen See-Elefanten ohne ihre Eltern.

© Matty Smith/UPY2026

Sobald sie einige Wochen alt und von der Muttermilch entwöhnt sind, werden die See-Elefanten-Babys von ihren Eltern an Land zurückgelassen und müssen sich allein durchs Leben kämpfen. Auf Sealion Island in den Falklandinseln beobachtete ich Dutzende von ihnen, wie sie in flachen Felsenbecken übereinanderkletterten und unbeholfen schwimmen lernten.

Jury-Kommentar: Seeelefanten wurden vom Ende des 18. Jahrhunderts bis ins 20. Jahrhundert gnadenlos gejagt und beinahe ausgerottet. Ihr ölreiches Fett wurde für alles Mögliche verwendet, von Lampen bis hin zu Margarine. Glücklicherweise wurde die Jagd rechtzeitig gestoppt, und ihre Erholung in den letzten 100 Jahren ist ein großartiges Beispiel für die Widerstandsfähigkeit des Ozeans.

Gewinner in der Kategorie Wrack: Niclas Andersson aus Schweden

+++Verwendung nur für die Berichterstattung über den Fotowettbewerb+++
Ein ausdrucksstarkes Bild, das von einem vierköpfigen Team in 52 Metern Tiefe sorgfältig inszeniert wurde.

© Niclas Andersson/UPY2026

Die IJN Nagato ist ein berühmtes japanisches Schlachtschiff, von dem Admiral Isoroku Yamamoto angeblich den Befehl zum Angriff auf Pearl Harbor gab. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie von den Vereinigten Staaten beschlagnahmt und später zum Bikini-Atoll geschleppt.

Heute liegt die Nagato in etwa 52 Metern Tiefe kopfüber und bietet einen anspruchsvollen, aber lohnenden Tauchgang. Vier gewaltige Propeller ragen den Tauchern entgegen, besonders auffällig sind jedoch die beiden Heckgeschütze, die man am besten von der Backbordseite aus erreicht.

Gewinner in der Kategorie Up & Coming : Sam Blount aus den USA

Sam Blount Seeleoparden verfügen über ein erstaunliches Repertoire an Dominanzgesten.

© Sam Blount/UPY2026

Jahrelang stand der Seeleopard ganz oben auf meiner Wunschliste für die Antarktis – ein Raubtier, von dem ich träumte, es einmal Auge in Auge zu sehen. Ich muss sagen, dieser Tauchgang war alles, was ich mir erhofft hatte: klares Wasser, perfekte Beleuchtung und eine verspielte Seeleopardin. Zuzusehen, wie dieses riesige Maul mit den scharfen Zähnen direkt auf mich zustürmte, war ein unvergesslicher Nervenkitzel.

Dritter Platz in der Kategorie Verhalten: Anton Sorokin aus den USA

+++Verwendung nur für die Berichterstattung über den Fotowettbewerb+++ Aufgenommen wurde dieser seltene Moment in der San Francisco Bay Area, Kalifornien.

© Anton Sorokin/UPY2026

Ein Kalifornischer Molch klammert sich an Pflanzen und einem zuvor abgelegten Gelege eines anderen Molchs fest, um sich beim Ablaichen zu verankern. Dass sich das Weibchen so an den Eiern festhält, ist ein glücklicher Zufall.

Zweiter Platz in der Kategorie Macro: Fabian Becker aus Deutschland

+++Verwendung nur für die Berichterstattung über den Fotowettbewerb+++ In Bohol, Philippinen, sind Eidechsenfische häufige und leicht zu übersehende Riffbewohner.

© Fabian Becker/UPY2026

Eidechsenfische sind aus nächster Nähe überraschend scheu und erfordern eine langsame und bedachte Annäherung. Allein arbeitend positionierte ich vorsichtig einen Blitz mit Ausleger an einem extra langen Arm hinter dem Tier und beleuchtete den Kopf von hinten, um ihn vollständig von der Umgebung zu isolieren und sein Aussehen grundlegend zu verändern.

In Kombination mit einem sehr niedrigen Aufnahmewinkel brachte diese Herangehensweise die beeindruckende Kieferlinie zum Vorschein, ergänzt durch die subtilen Hautstrukturen und die reflektierende Qualität der Augen, wodurch der Eidechsenfisch beinahe skulptural wirkt.

Gewinner in der Kategorie British Waters Macro: Tom Ingram aus Großbritannien +++ Verwendung nur für Berichterstattung über den Wettbewerb.+++ Ein Akt der Selbstlosigkeit des Oktopusweibchens.

© Tomin Gram/UPY2026

Nachdem sie ihre Eier gelegt hat, bewacht und umspült sie diese mit sauerstoffreichem Wasser, um sie gesund zu erhalten. Während dieser Zeit, die mehrere Monate dauern kann, weicht sie ihren Eiern nicht von der Seite, nicht einmal, um selbst zu fressen.

Zweiter Platz in der Kategorie ‘Save Our Seas’ Meereschutzfotografie: Ross Makulec aus den USA

+++Verwendung nur für die Berichterstattung über den Fotowettbewerb+++ Plastikmüll statt Sargassum-Seegras.

© Ross Makulec/UPY2026

Ich folgte dem Anglerfisch, der von Plastiktüte zu Plastiktüte schwamm und sich im achtlos weggeworfenen Abfall ein Zuhause geschaffen hatte. Mein Ziel war es, diese außergewöhnliche Art in ihrem unnatürlichen Lebensraum zu fotografieren, um auf den anhaltenden Kampf des Ozeans und seiner Bewohner gegen die Abfälle der menschlichen Gesellschaft aufmerksam zu machen.

Gewinner in der Kategorie Korallenriffe: Tom Shlesinger aus Israel

+++Verwendung nur für die Berichterstattung über den Fotowettbewerb+++ Pulsierendes Nachtleben im Roten Meer.

© Tom Shlesinger/UPY2026

Wie ein Uhrwerk synchronisieren sich Tausende von Korallen über Hunderte von Kilometern, um Eier- und Spermienpakete ins offene Meer freizusetzen. Dieses flüchtige Ereignis einzufangen, ist eine enorme Herausforderung: Es findet nur einmal im Jahr, in einer bestimmten Nacht eines bestimmten Monats, innerhalb eines kurzen Zeitfensters von nur wenigen Minuten statt.

Durch die Verwendung einer langen Belichtungszeit, während die Wellen brechen und die schwimmenden Pakete nach oben spülen, verwandelt sich die Szene in einen farbenprächtigen Unterwasser-Meteorschauer.

Zweiter Platz in der Kategorie Porträt: Steven Kovacs aus den USA

+++Verwendung nur für die Berichterstattung über den Fotowettbewerb+++ Vor der Küste Floridas beim Tieftauchen anzutreffen: der Schwarze Schlinger.

© Steven Kovacs/ UPY2026

Die Schwarzen Schlinger sind notorisch schwer zu fotografieren, da sie die lästige Angewohnheit haben, kopfüber im Wasser zu hängen und nach unten zu schauen. Eines Nachts hatte ich das große Glück, diesem wunderschönen Exemplar zu begegnen, das seine eleganten Flossen in voller Pracht präsentierte.

Es war recht kooperativ und erlaubte mir, einige Porträtaufnahmen zu machen. Während ich eine dieser Aufnahmen vorbereitete, gähnte es plötzlich, und glücklicherweise konnte ich schnell genug reagieren, um dieses Bild einzufangen.

Gewinner der Kategorie British Waters Wide Angle: Evan Johnston aus Großbritanien

+++ Verwendung nur für Berichterstattung über den Wettbewerb.+++ Haie nahe der Hebriden, einer Inselgruppe vor der Nordwestküste Schottlands.

© Evan Johnston/UPY2026

Diese Haie hatten die Nahrungsaufnahme eingestellt und einen dichten Schwarm gebildet, bevor sie sich auflösten und in langsamen, rhythmischen Kreisen schwammen, um schließlich spiralförmig in die Tiefe abzutauchen.

Dieses Verhalten wird als Torus bezeichnet und gilt als Balzverhalten und Vorstufe zur Paarung – obwohl dies weiterhin ein Rätsel bleibt. Im Laufe des Sommers beobachteten wir vom Boot aus mehrere solcher Tori, bei denen fast 20 Haie stundenlang langsam ihre Kreise zogen. Es wirkte wie ein uraltes Ritual, das sich im Verborgenen abspielt, und war ein unglaublicher Moment, den ich miterleben und festhalten durfte.