Wer Cardio trainiert, stärkt damit nicht nur Herz, Muskeln und Kreislauf, sondern auch das Gehirn. Laut Studien können bereits kurze Ausdauereinheiten dem Gehirn helfen, Informationen zu speichern und sich besser zu erinnern. Was genau dahintersteckt und wie regelmäßige Bewegung die Leistungsfähigkeit des Gehirns verbessern kann, liest du hier.

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Cardio wirkt sich positiv auf das Gehirn aus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt erwachsenen Menschen 150 bis 300 Minuten moderate Bewegung pro Woche – und das kann sich in unterschiedlicher Weise auszahlen.

In Untersuchungen wurden Hinweise darauf gefunden, dass bereits ein kurzes Cardio-Training Prozesse im Gehirn aktivieren kann, die eng mit den Bereichen Lernen und Gedächtnis verbunden sind. Diese Beobachtung wurde übrigens kurz nach dem Training gemacht. Das heißt, dass du dich mit Cardio nicht nur langfristig fit halten kannst, dein Gehirn profitiert auch kurzfristig von einem kleinen „Leistungsboost“.

Frau auf einem Indoor-Bike.Eine Studie hat herausgefunden: Cardio-Training wirkt sich positiv auf das Gehirn aus. Credit: Jacob Lund/Adobe StockLaut Studie: Auswirkungen bereits nach einem kurzen Training erkennbar

Für die Studie haben Forschende laut Women’s Health 14 Patient*innen untersucht, die aufgrund einer medikamentenresistenten Epilepsie medizinisch überwacht wurden. Mithilfe von implantierten Elektroden wurde die Aktivität des Gehirns besonders genau gemessen.

Die Teilnehmenden sind 20 Minuten in einem moderaten Tempo auf einem Ergometer gefahren – vor und nach dem Training analysierten die Forschenden die Hirnaktivität. Im Fachjournal Brain Communications wurden schließlich die Ergebnisse präsentiert.

Und dieses überrascht: Nach dem Workout hat die Aktivität bestimmter Gehirnwellen, die mit Lernen und Gedächtnis in Verbindung gebracht werden, bei den Teilnehmenden deutlich zugenommen. Hervorzuheben ist auch, dass der Effekt sehr schnell aufgetreten ist. Schon nach einer Cardio-Einheit waren sichtbare Veränderungen messbar.

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Warum sich Bewegung positiv auf das Gehirn auswirkt

Für die Studie wurden vor allem Aktivitätsmuster im Hippocampus, einer Hirnregion, die beim Lernen und Speichern von Erinnerungen eine Rolle spielt, analysiert. Laut Women’s Health erklärt Studienautor Juan F. Ramirez-Villegas, dass diese kurzen Aktivitätsschübe dem Gehirn vermutlich dabei helfen, Erlebnisse und Informationen besser zu organisieren und zu stabilisieren.

Verhaltensneurologin Amalia Peterson bestätigt zudem einen Zusammenhang zwischen Bewegung und einer verbesserten Kommunikation verschiedener Hirnregionen. So könne körperliche Aktivität die Informationsverarbeitung im Gehirn unterstützen und neuronale Verbindungen stärken.

Intensiveres Cardio-Training womöglich noch effektiver

Die Forschenden haben auch herausgefunden, dass es einen weiteren Zusammenhang zwischen Herzfrequenz und Gehirnaktivität gibt: Je höher der Puls während des Cardio-Trainings, desto stärker die Veränderungen im Gehirn. Ein noch intensiveres Training kann die Gedächtnisprozesse also zusätzlich anregen.

Das könnte daran liegen, dass das Gehirn während der körperlichen Belastung besser durchblutet und mit Energie versorgt wird. Dabei nutzt das Gehirn vor allem Glukose, was gleichzeitig genau der Stoff ist, den Nervenzellen für effektives Arbeiten benötigen. Zudem werden Botenstoffe ausgeschüttet, welche die Kommunikation zwischen den Nervenzellen unterstützen.

Frau beim LaufenJe intensiver die Belastung, umso positiver die Auswirkung auf das Gehirn. Credit: muse studio/Adobe Stock

Während für die Studie das Radfahren im Mittelpunkt stand, können andere Sportarten einen vergleichbaren Effekt erzielen. Vorausgesetzt, die Herzfrequenz steigt dabei etwas an. Zum Beispiel:

Joggen schnelles Gehen Schwimmen (auch Aqua-Cycling oder Aqua-HIIT) Indoor Cycling Rudern Crosstrainer Tanzen Cardio regelmäßig in den Alltag integrieren

Die Ergebnisse der Studie erklären auch, warum sich viele Menschen nach dem Sport fokussierter, ausgeglichener, wacher und leistungsbereiter fühlen. Es kann sich deshalb lohnen, Cardio-Einheiten regelmäßig in den Alltag zu integrieren.

In der Fachzeitschrift Brain Communications (2025) heißt es auch, dass bereits 20 Minuten moderates Cardio-Training pro Tag ausreichen, um das Gehirn kurzfristig leistungsfähiger zu machen. Ein zeitlicher Umfang, den jede*r im Alltag gut integrieren kann!

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