In der Vergangenheit gab es immer wieder Gerüchte, dass sich Marvel-Chef Kevin Feige und sein Team auf der Suche nach einem neuen Black Panther befinden. Seit der Comic-Con in San Diego wissen wir: David Jonsson übernimmt die Hauptrolle in Black Panther III. Hier erfahrt ihr, was sich genau hinter dem Casting versteckt.
Ersetzt David Jonsson Chadwick Boseman im MCU?
Das Wichtigste zuerst: Nein, David Jonsson ersetzt nicht den von Chadwick Boseman verkörperten T’Challa. Stattdessen schlüpft er in die Rolle von dessen Sohn, T’Challa II. Wie bei vielen anderen Superheld:innen ist die Black Panther-Identität nicht an eine konkrete Person gebunden. Jonsson ist sogar schon der dritte Panther.
Genau genommen hat jeder Black Panther-Film eine neue Hauptfigur:
Black Panther (2018): Im ersten Black Panther-Solofilm dreht sich alles um Chadwick Bosemans T’Challa, den wir auch in The First Avenger: Civil War, Avengers: Infinity War und Avengers: Endgame gesehen haben.
Black Panther: Wakanda Forever (2022): Nach dem Tod von Chadwick Boseman rückte T’Challas Schwester Shuri, gespielt von Letitia Wright, in den Vordergrund und zog sich die vertraute Black Panther-Maske über.
Black Panther III (2028): Am Ende des zweiten Teils erfahren wir, dass T’Challa einen Sohn hat. Nun lernen wir diesen in Form von David Jonsson als jungen Mann kennen – und hier fängt die Verwirrung an.
Bis auf wenige Ausnahmen, wie die Origin-Storys von Captain America in den 1940er Jahren und Captain Marvel in den 1990er Jahren, orientieren sich die meisten Filme aus dem Marvel Cinematic Universe an einer Zeitrechnung, die unserer eigenen Gegenwart entspricht und die Figuren quasi in Echtzeit altern lässt.
Natürlich haut das nicht immer hin, weil Filme unterschiedlich lang in Produktion sind, Kinostarts verschoben werden, eine Pandemie Hollywood auf den Kopf stellt und ab und an ein Zeitsprung stattfindet. Bei David Jonsson ist die Diskrepanz jedoch besonders groß, da wir T’Challa II. eben erst als kleinen Jungen kennengelernt haben.
Dir gefällt dieser Beitrag? Wähle Moviepilot mit nur einem Klick bei Google als bevorzugte Quelle aus und erhalte bei Google News und Discover mehr Film-News von uns.Wie passt der neue Black Panther in die MCU-Timeline?
Kanonisch gesehen ist Black Panther: Wakanda Forever im Frühling 2025 angesiedelt. David Jonsson ist aktuell aber schon 32 Jahre alt. Macht Marvel einfach einen Zeitsprung von über 20 Jahren, um die Figur dem Alter des Schauspielers anzupassen? Wir gehen die einzelnen Optionen durch, die für die Fortsetzung infrage kommen.
Option 1: Black Panther III ist tatsächlich in der Zukunft angesiedelt und zeigt uns das MCU um das Jahr 2050. Das würde bedeuten, dass alle anderen bekannten Figuren wie Shuri, M’Baku und Co. deutlich älter wären. So einen umfangreichen Zeitsprung hat es in dem Franchise bisher noch nicht gegeben.
Option 2: Marvel wählt die Pi-mal-Daumen-Version und lässt David Jonsson einen 20-jährigen T’Challa II. spielen, den man irgendwie grob in das bestehende MCU-Gefüge quetschen könnte. Nicht zuletzt verkörperte Jonsson schon in The Long Walk sehr überzeugend eine Figur, die deutlich jünger war als er selbst.
Option 3: Um das Franchise für die Zukunft zu rüsten, wird alter Ballast abgeworfen, und wir finden uns in einem Retcon-Szenario wieder. Die Geburtsurkunde von T’Challa II. wird überarbeitet und an ein paar Zahlen gedreht. Hier wäre die Frage, wie sehr Feige an seiner wohlgehüteten Kontinuität hängt.
Option 4: Der große MCU-Reset macht alles möglich. Black Panther III erscheint nach Avengers: Secret Wars, der auf einem Comic-Event basiert, bei dem sämtliche Timelines kollabieren und neu geordnet werden. Damit hätte die Fortsetzung einen kreativen Freifahrtschein, ohne den Kanon brechen zu müssen.
Generell stehen für die Zeit nach Avengers: Secret Wars, der im Dezember 2027 ins Kino kommt, noch viele Fragezeichen im Raum. Neben Black Panther III steht nur ein weiterer Film fest: Ghost Rider mit Ryan Gosling in der Hauptrolle – und der wird sowieso komplett neu eingeführt und kann sich damit flexibel auf der Timeline bewegen.
Auch das Reboot der X-Men, das sich bei Marvel in Entwicklung befindet, deutet darauf hin, dass das Marvel Cinematic Universe schon bald von einer völlig neuen Generation an Superheld:innen bevölkert sein wird. Gleichzeitig ist fraglich, ob es sich das Franchise leisten kann, sich vollständig von seinen etablierten Gesichtern zu trennen.