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Wacken (Schleswig-Holstein) – Wacken bebt wieder! Vom 29. Juli bis 1. August verwandelt sich das 2000-Einwohner-Dorf in die Metal-Hauptstadt. Rund 85.000 Fans in Gummistiefeln und Kutte werden erwartet. Doch obwohl von außen alle gleich aussehen mögen, tummeln sich auf dem Festival ganz unterschiedliche Charaktere.

Der Psychologe und Autor Dr. Nico Rose hat für sein Bestseller-Buch „Hard, Heavy & Happy“ rund 6000 Metal-Fans befragt und daraus fünf typische Metal-Personas entwickelt. Der Experte trat selbst bereits dreimal auf dem Wacken Open Air auf. In seiner Freizeit besucht er seit dem 15. Lebensjahr leidenschaftlich gerne Metal-Konzerte. Er ist Gründungsmitglied des Vereins Metality e.V. und betreibt auf Facebook das Ministerium für Schwermetall, eine Seite für Metalfans mit 60.000 Followern. Bei BILD zeigt er, wem man auf dem Wacken Open Air begegnen wird:

Man of War – der entspannte Traditionalist80er-Metal statt Metalcore: Der „Man of War“ gehört zu den älteren Metal-Fans

80er-Metal statt Metalcore: Der „Man of War“ gehört zu den älteren Metal-Fans

Foto: Stephan Baumgarten

„True, truer, am truesten“, beschreibt Rose diesen Typ. Er liebt klassischen 80er-Metal, Power- und True-Metal sowie Thrash. Mit Metalcore oder Nu Metal kann der Kuttenträger dagegen wenig anfangen – das ist für ihn „neumodisches Gedöns“. Mit durchschnittlich 40 Jahren zählt er eher zu den älteren Fans. Auffällig: Laut Rose ist der „Man of War“ der ausgeglichenste und entspannteste Typ der Metal-Szene.

Gothic Girl – die DüstereSamt statt Leder: „Gothic Girl“ liebt Folk-, Gothic- und Industrial Metal. Sie ist die jüngste der fünf Gruppen

Samt statt Leder: „Gothic Girl“ liebt Folk-, Gothic- und Industrial Metal. Sie ist die jüngste der fünf Gruppen

Foto: Stephan Baumgarten

Samt, Seide und dunkle Kleidung gehören für sie genauso dazu wie Folk-, Gothic- und Industrial Metal. Thrash Metal spielt dagegen kaum eine Rolle. Mit durchschnittlich 35 Jahren ist „Gothic Girl“ die jüngste der fünf Gruppen. Sie ist außerdem der einzige Typ, bei dem Frauen leicht in der Mehrheit sind. Laut Rose ist sie im Durchschnitt am wenigsten zufrieden mit ihrem Leben. CDs und Schallplatten? Davon besitzt „Gothic Girl“ am wenigsten.

Mehr zum ThemaMan in Black – der Hardcore-FanDer „Man in Black“ ist mit durchschnittlich 39 Jahren und einem Männeranteil von 77 Prozent der männlichste der fünf Metal-Typen

Der „Man in Black“ ist mit durchschnittlich 39 Jahren und einem Männeranteil von 77 Prozent der „männlichste“ der fünf Metal-Typen

Foto: Stephan Baumgarten

Black, Death und Doom Metal – genau hier fühlt sich der „Man in Black“ zu Hause. Happy Metal? Lieber nicht! Schon bei Helloween oder Sabaton bekomme dieser Typ „Würgereiz“, schreibt Rose. Er ist der größte Metal-Nerd unter den fünf Gruppen: Er geht am häufigsten auf Festivals und Konzerte, besitzt besonders viele Band-Shirts und Tonträger. Rund jeder Dritte spielt sogar selbst in einer Band oder zumindest ein Instrument.

Post-Man & Post-Girl – die Modernen„Post-Man & Post-Girl“ stehen auf Metalcore und Groove Metal. Diesen Typ gibt es sowohl bei Männern als auch bei Frauen

Post-Man oder Post-Girl stehen auf Metalcore und Groove Metal. Diesen Typ gibt es sowohl bei Männern als auch bei Frauen

Foto: Stephan Baumgarten

Metalcore, Groove Metal, Slipknot oder Korn – hier schlägt ihr Herz. Mit durchschnittlich 37 Jahren gehören sie zu den jüngeren Festivalgästen. Außerdem gelten sie als die extrovertiertesten Metal-Fans.

Mehr zum ThemaRocka Rolla – der Oldschool-RockerDer „Rocka Rolla“ steht für die alte Garde der Metal-Szene

Der „Rocka Rolla“ steht für die alte Garde der Metal-Szene

Foto: Stephan Baumgarten

„Welcome to the Old School“, schreibt Rose über diesen Typ. AC/DC, Black Sabbath, Motörhead, Deep Purple und die frühen Metallica-Alben laufen bei ihm rauf und runter. Metalcore? „Kinderkacke“, heißt es augenzwinkernd. Mit durchschnittlich 42 Jahren ist der „Rocka Rolla“ der älteste der fünf Typen und kommt sowohl in der männlichen als auch in der weiblichen Variante vor. Weil er im Schnitt älter ist, zählt er eher zu den Gutverdienern der Szene. Außerdem gilt er als besonders gewissenhaft und verträglich. Von allen fünf Metal-Personas erlebt der „Rocka Rolla“ die meisten positiven Emotionen und empfindet sein Leben am häufigsten als sinnstiftend.