Am Sonntag fuhr Radsport-Superstar Tadej Pogacar seinen fünften Titel bei der Tour de France ein. Nicht nur diese Tatsache nötigt Jan Ullrich großen Respekt ab. Vor allem die Art und Weise war für den Tour-de-France-Sieger von 1997 beeindruckend.
Für Ullrich war die Tour ein eindrucksvolles Zeichen für Pogacars außergewöhnliche Fähigkeiten. Vor allem dessen kompromisslose Fahrweise am Berg habe ihn beeindruckt. «Diese Tour war überragend», sagte Ullrich in seinem Podcast «Ulle & Rick». «Er hat gezeigt, was er kann. Das war seine beste Tour de France. Er fährt einfach los und gibt Vollgas bis zum Gipfel – das ist seine Stärke.»
Der Kapitän von UAE Team Emirates – XRG dominierte das Rennen nach Belieben: Bereits ab der sechsten Etappe trug Pogacar das Gelbe Trikot ohne Unterbrechung bis nach Paris. In der Schlusswoche betrug sein Vorsprung auf den zweitplatzierten Remco Evenepoel mehr als sieben Minuten.
«Er könnte die Tour auch mit zehn Minuten Vorsprung gewinnen, wenn er wollte», ist sich Ullrich sicher. «Die Experten sind sich einig: Pogacar hat den Radsport verändert und ist der Beste aller Zeiten. Ein heutiger Pogacar hätte uns alle – Pantani, Armstrong und mich – deklassiert.»
Moderne Entwicklung als Schlüssel
Dass das Leistungsniveau im modernen Radsport in den letzten Jahren so hoch geworden ist, erklärt Ullrich durch Fortschritte bei Training, Ernährung, Kühlung und Material.
Selbstkritisch erklärte der Tour-Sieger von 1997: «Ich bin ein Drittel meiner Jahreskilometer umsonst gefahren. Heute würde ich vieles anders machen.»
Ullrich ist überzeugt, dass er unter heutigen Bedingungen ebenfalls ein deutlich stärkerer Fahrer gewesen wäre. «Der Jan Ullrich von damals – ohne Doping – hätte mit der heutigen Technologie viel besser sein können», so der 50-Jährige, der 2023 sein Dopinggeständnis abgelegt hatte.