Drinnen zu heiss zum Schlafen? Junge Migranten legen sich auf Mallorca kurzerhand aufs Hausdach – direkt am Abgrund.

schlafen auf dem dachHitzeflucht aufs Dach: Minderjährige Migranten suchen in einem Ferienort auf Mallorca einen ungewöhnlichen Schlafplatz. – Screenshot «Última Hora»

Das Wichtigste in Kürze

Migranten schlafen in einem Ferienort auf Mallorca auf einem Hausdach.

Anwohner kritisieren die Betreuung und berichten von Problemen rund um die Unterkunft.

Die steigende Migration sorgt auf Mallorca für politische Forderungen.

Ein kurioser Anblick sorgt am frühen Morgen im Ferienort Alcúdia auf Mallorca für Kopfschütteln: Mehrere minderjährige Migranten liegen schlafend auf dem Dach eines Wohnhauses – nur wenige Schritte vom Abgrund entfernt.

Der Grund für den gefährlichen Schlafplatz? Ihnen war es offenbar zu heiss in den Innenräumen, berichtet das «Mallorca Magazin».

Also suchten die Jugendlichen auf dem Hausdach Abkühlung. In Decken eingehüllt lagen sie dort direkt an der Kante des zweistöckigen Gebäudes.

Im Ferienort Alcúdia auf Mallorca sorgte ein ungewöhnlicher Anblick für ungläubiges Kopfschütteln bei den Anwohnern. (Symbolbild)Im Ferienort Alcúdia auf Mallorca sorgte ein ungewöhnlicher Anblick für ungläubiges Kopfschütteln bei den Anwohnern. (Symbolbild) – pexelsMinderjährige Migranten übernachteten auf einem Hausdach – offenbar war es ihnen drinnen zu heiss.Minderjährige Migranten übernachteten auf einem Hausdach – offenbar war es ihnen drinnen zu heiss. – Screenshot Última HoraDie Anwohner fühlen sich gestört und verlangen eine bessere Betreuung der Migranten durch die Behörden. (Symbolbild)Die Anwohner fühlen sich gestört und verlangen eine bessere Betreuung der Migranten durch die Behörden. (Symbolbild) – pexelsIn Ceuta und Melilla herrscht derzeit Ausnahmezustand: Innerhalb von 24 Stunden sollen rund 49'000 Migranten aus Marokko die spanische Grenze überwunden haben.In Ceuta und Melilla herrscht derzeit Ausnahmezustand: Innerhalb von 24 Stunden sollen rund 49’000 Migranten aus Marokko die spanische Grenze überwunden haben. – keystone

Ein Video, das dem Magazin vorliegt, dokumentiert die riskante Szene. Nach Angaben von Nachbarn stammen die Jugendlichen aus einer betreuten Wohneinrichtung.

Als Anwohner die Minderjährigen auf die Gefahr hinwiesen, reagierten diese nicht.

Rund um die Unterkunft nehmen die Beschwerden der Anwohner laut eigenen Angaben zu. Sie berichten von Vorfällen wie aggressivem Verhalten, Ruhestörungen und mutmasslichen Ladendiebstählen.

Der Vorwurf der Anwohner: Die unbegleiteten Minderjährigen würden von den Behörden nicht ausreichend betreut, so das «Mallorca Magazin».

Wie beurteilst du die Situation auf Mallorca?

1Die Unterbringung und Betreuung von Jugendlichen sollte verbessert werden.

2Die Behörden müssen die Sicherheit und Ordnung vor Ort stärker gewährleisten.

3Die Migrationspolitik muss besser organisiert werden.

Der Fall sorgt erneut für Diskussionen über die Migrationssituation auf den Balearen. Das Thema irreguläre Migration beschäftigt die Balearen fast täglich. Allein am vergangenen Freitag retteten Einsatzkräfte vor Mallorca und Formentera 63 Menschen aus drei Booten.

Seit Jahresbeginn registrierte das spanische Innenministerium bereits 200 Boote mit 3755 Migranten. Auch im vergangenen Jahr erreichten laut Innenministerium zahlreiche Boote die Balearen: 401 Boote mit 7321 Menschen.

«Entschlosseneres Vorgehen» gefordert

Balearen-Regierungschefin Marga Prohens von der Volkspartei PP reagierte mit einer klaren Forderung an Madrid. Sie verlangte ein «entschlosseneres Vorgehen» der spanischen Zentralregierung.

Nach den jüngsten Entwicklungen in den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla verlangte sie «umgehende» Massnahmen.

Prohens warnt: Das Problem könne nicht länger ignoriert werden. Die Balearen stünden zunehmend unter Druck – ähnlich wie Ceuta und Melilla. Sie forderte eine nationale Migrationspolitik, die die Regionen nicht «schutzlos» zurücklasse.