Ein Piks, der im Ernstfall Leben retten kann. Impfungen schützen vor schweren Krankheitsverläufen. (© Dr. Birgit van Damsen)
Impfungen gehören zu den wichtigsten Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge beim Pferd. Sie schützen vor schweren Infektionskrankheiten und können lebensbedrohliche Krankheitsverläufe verhindern. Zu den sogenannten Core-Impfungen, die für jedes Pferd empfohlen werden, zählen Impfungen gegen Tetanus, Influenza und Herpes.
„Impfungen erlauben uns, lebensgefährliche Krankheiten und Leiden der Pferde zu vermeiden. Gegen die Infektionskrankheiten Tetanus, Influenza und Herpes sollte deshalb jedes Pferd zu jeder Zeit geschützt sein“, sagt Prof. Dr. Karsten Feige, Vorsitzender des Arbeitskreises Pferd der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet).
Während Influenza vor allem aufgrund ihrer hohen Ansteckungsgefahr problematisch ist, stellt Tetanus für das einzelne Pferd eine besonders große Gefahr dar. Die Erkrankung ist häufig mit einem langen, äußerst schmerzhaften Krankheitsverlauf verbunden und endet in rund 80 Prozent der Fälle tödlich.
Warum Pferde besonders anfällig für Tetanus sind
Tetanus, auch Wundstarrkrampf genannt, ist eine bakterielle Infektion. Das Bakterium Clostridium tetani bildet das Nervengift Tetanospasmin, das die muskelsteuernden Nervenzellen schädigt. Die Folge sind starke Muskelversteifungen und schmerzhafte Muskelkrämpfe. Besonders tückisch ist, dass bereits kleine Verletzungen ein Infektionsrisiko darstellen können. Vor allem Stichwunden oder Nageltritte, die sich schnell wieder verschließen, gelten als besonders kritisch.
Da Clostridium tetani praktisch überall in der Umwelt vorkommt – insbesondere in feuchter Erde –, lässt sich ein Kontakt mit dem Erreger kaum vermeiden. Pferde reagieren besonders empfindlich auf das sporenbildende Bakterium, weshalb eine Impfprophylaxe als unbedingt erforderlich angesehen wird.
Wer einmal das unermessliche Leiden eines mit Tetanus infizierten Pferdes gesehen hat, wird nie wieder an der Notwendigkeit eines Impfschutzes gegen diese Erkrankung zweifeln.
– Prof. Dr. Feige –
Ein Nageltritt kann zu einer Tetanus-Infektion führen. Gegen Tetanus sollte jedes Pferd geimpft sein. (© Dr. Birgit van Damsen)
Wie lange schützt die Tetanus-Impfung beim Pferd?
Ein entscheidender Vorteil der Tetanus-Impfung beim Pferd ist ihre langanhaltende Schutzwirkung. Die Impfstoffe richten sich gegen das krankheitsverursachende Toxin und sorgen nach abgeschlossener Grundimmunisierung für einen belastbaren Immunschutz. Prof. Dr. Feige verweist auf eine Studie mit 500 Pferden, in der nachgewiesen werden konnte, dass der Impfschutz über viele Jahre bestehen bleibt. Eine Stute wies sogar 19 Jahre nach ihrer letzten Tetanus-Impfung noch ausreichend Antikörper im Blut auf.
Trotz dieser Erkenntnisse empfehlen die Impfstoffhersteller nach abgeschlossener Grundimmunisierung Wiederholungsimpfungen im Abstand von zwei Jahren. Zwar kann der Antikörperspiegel mithilfe eines Schnelltests überprüft werden, doch dieser kostet nach Angaben des Experten etwa genauso viel wie die Impfung selbst. Deshalb empfiehlt Prof. Dr. Feige, die vorgesehenen Impfintervalle einzuhalten.
Ein Stall, ein Impfplan
Grundvoraussetzung für einen wirksamen Schutz ist eine korrekt durchgeführte Grundimmunisierung, die aus drei Impfungen besteht. Ebenso wichtig ist das Einhalten der empfohlenen Impfintervalle. Für die Tetanus-Impfung beim Pferd spielt die Jahreszeit keine Rolle. Wichtiger ist nach Einschätzung von Prof. Dr. Feige ein gut organisiertes Impfmanagement innerhalb eines Pferdebestands.
„Wichtiger als die jahreszeitliche Abfolge der Impfungen ist ein bestandsspezifisches Impfmanagement mit einheitlichen Impfterminen, um die Immunität des gesamten Pferdebestands aufrechtzuerhalten“, erklärt der Experte. In kleinen, geschlossenen Beständen ohne Kontakt zu fremden Pferden kann nach Rücksprache mit dem Haustierarzt eine regelmäßige Tetanus-Impfung ausreichend sein. Werden zusätzlich Influenza-Impfungen durchgeführt, genügt dort in der Regel eine jährliche Auffrischung. Anders sieht es in Pensions-, Turnier- oder Verkaufsställen mit häufig wechselnden Pferden aus. Dort empfiehlt Prof. Dr. Feige zusätzlich Impfungen gegen Influenza und Herpes mit halbjährlichen Auffrischungen.
Niemals auf die Tetanus-Impfung beim Pferd verzichten
Zur artgerechten Haltung eines Pferdes gehört auch eine konsequente Gesundheitsvorsorge. Die Tetanus-Impfung schützt vor einer Erkrankung, die mit schweren Leiden verbunden ist und häufig tödlich endet. Da der Erreger nahezu überall in der Umwelt vorkommt und bereits kleine Verletzungen zu einer Infektion führen können, gilt ein zuverlässiger Impfschutz als unverzichtbar.
Durch eine korrekt durchgeführte Grundimmunisierung sowie regelmäßige Auffrischungsimpfungen lässt sich ein langanhaltender Schutz erreichen – und damit das Risiko einer der schwerwiegendsten Infektionskrankheiten des Pferdes deutlich reduzieren.
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