Begrüsst wurden die zahlreichen Gäste an der 1. Augustfeier von Stadtrat Ueli Dobler, welcher sich für das grosse Interesse und die Mitarbeit der Bevölkerung bei wichtigen Anliegen der Stadt bedankte. Dobler, mit einer gesunden Portion Humor gesegnet, erwiderte auf die Frage eines Besuchers, wer er denn sei, mit einem Lächeln, er sei von den Einwohnern angestellt um für die Stadt zu arbeiten. Eine Antwort ganz nach dem Gusto der Anwesenden, die dies mit lautem Applaus und Lachen quittierten.
«CH – mehr als zwei Buchstaben»
Mit einer Grundsatzrede zum Nationalfeiertag stellte Ständerätin Esther Friedli auf dem Fischmarktplatz in Rapperswil-Jona die Besonderheiten der Schweiz in den Mittelpunkt. Unter dem Titel «CH – mehr als zwei Buchstaben» spannte sie den Bogen von den Anfängen der Eidgenossenschaft bis zu den aktuellen Herausforderungen des Landes.
Die Schweiz beginnt bei den Menschen
Die Schweiz sei nicht durch Könige oder Fürsten entstanden, sondern durch freie Menschen, die sich freiwillig zusammengeschlossen hätten. Gerade dieses historische Fundament unterscheide die Eidgenossenschaft bis heute von vielen anderen Staaten Europas. Freiheit, Selbstbestimmung und gegenseitige Verantwortung seien deshalb keine Selbstverständlichkeiten, sondern das Ergebnis einer über Jahrhunderte gewachsenen Kultur.
Der Bundesbrief als Leitgedanke
Friedli erinnerte an den Bundesbrief von 1291 und dessen zentrale Botschaft: Menschen schlossen sich zusammen, um einander beizustehen und ihre Freiheit gemeinsam zu sichern. Daraus habe sich Schritt für Schritt die heutige Eidgenossenschaft entwickelt.
Für die St. Galler Ständerätin ist diese Geschichte weit mehr als ein historischer Rückblick. Die damaligen Werte seien auch heute noch aktuell. Vertrauen, Eigenverantwortung und Solidarität bildeten weiterhin das Fundament des Landes.
Gemeinden als Wurzeln der Schweiz
Einen Schwerpunkt legte Friedli auf den Föderalismus. Sie verglich die Schweiz mit einem Baum: Sichtbar sei zwar die Krone – der Bund –, doch die eigentliche Kraft liege in den Wurzeln. Diese Wurzeln seien die Gemeinden, aus denen die Kantone und schliesslich der Bundesstaat erwachsen.
Gerade die Nähe zu den Menschen mache den Schweizer Staat stark. Entscheidungen würden dort getroffen, wo die Auswirkungen am besten beurteilt werden könnten. Dieses Subsidiaritätsprinzip habe wesentlich zum Erfolg der Schweiz beigetragen.
Warnung vor mehr Zentralisierung
Mit Blick auf aktuelle politische Entwicklungen warnte Friedli davor, immer neue Aufgaben nach Bern zu verlagern. Nicht jede Herausforderung verlange nach zusätzlichen staatlichen Zuständigkeiten oder einer stärkeren Zentralisierung.
Die Stärke der Schweiz liege gerade darin, Verantwortung möglichst nahe bei den Bürgerinnen und Bürgern zu belassen. Föderalismus sei deshalb kein Relikt vergangener Zeiten, sondern ein Erfolgsmodell, das Verantwortung, Vertrauen und Zusammenhalt fördere.
«CH» als Ausdruck einer Haltung
Zum Schluss griff Friedli den Titel ihrer Rede nochmals auf. «CH» stehe nicht bloss für Confoederatio Helvetica oder als Länderkürzel auf Autos und Produkten. Die beiden Buchstaben seien vielmehr ein Symbol für eine gemeinsame Haltung.
Die Schweiz lebe von Menschen, die Verantwortung übernehmen, ihre Freiheit schätzen und bereit seien, sich für das Gemeinwohl einzusetzen. Gerade am Nationalfeiertag gelte es, sich dieser Werte bewusst zu werden und sie auch an kommende Generationen weiterzugeben.
Mit diesem Appell schloss Esther Friedli ihre Ansprache – verbunden mit dem Wunsch, dass die Schweiz auch in Zukunft ein Land bleibt, das seine Stärke aus Freiheit, Eigenverantwortung und einem starken Zusammenhalt schöpft.