Wer zu Hause Schubladen, Umzugskartons oder den Keller durchsucht, stößt mitunter auf längst vergessene Technik. Zwischen Kabeln, Ladegeräten und ausrangierten Konsolen finden sich manchmal auch Spiele, die seit Jahren nicht mehr angerührt wurden. Meist haben solche Fundstücke vor allem einen persönlichen Erinnerungswert. Manchmal tauchen dabei jedoch Stücke auf, die nie für den regulären Verkauf bestimmt waren. Ein solches Exemplar ist nun bei Ebay wieder zum Vorschein gekommen.

Nur zeitweise verfügbar

Das inzwischen beendete Angebot stammte von einem Verkäufer aus Glinde bei Hamburg. Das Fundstück führt zurück zu «PokéPark Tsuri Taikai DS», das häufig unter dem englischen Namen «PokéPark Fishing Rally DS» geführt wird. Das Angel-Minispiel wurde 2005 nicht verkauft, sondern zeitweise über die Download-Play-Funktion des Nintendo DS im japanischen PokéPark sowie später in Pokémon Centern und auf der Pokémon Festa 2005 an Besucher verteilt.

Punkte für seltene Fänge

Das Spielprinzip war denkbar einfach: Die Spieler warfen ihre Angel in einem Fluss oder im Meer aus und erhielten je nach Größe, Level und Seltenheit der gefangenen Pokémon Punkte. Bis zu fünf Fänge flossen in die Wertung ein. Besonders interessant: Da der Download beim Ausschalten des Handhelds verloren ging und höchstens zwölf Stunden nutzbar war, blieb von dem Spiel kaum etwas erhalten. Entsprechend galt der Titel unter Fans und Spielehistorikern als nicht mehr auffindbar.

Vollständiges Spiel enthalten?

Ob sich auf dem nun aufgetauchten Modul tatsächlich das vollständige Spiel befindet, lässt die Anzeige allerdings offen. Nach dem Einschalten erscheint lediglich eine japanischsprachige Ansicht für die Kommunikation einer Highscore-Rangliste. Zudem zeigt der Bildschirm einen laufenden Verbindungsversuch und mehrere Felder für gespeicherte Werte. Die Karte könnte somit dazu gedient haben, Ergebnisse des Angelwettbewerbs zu empfangen, zu übertragen oder auszuwerten. Weitere Bereiche oder spielbare Inhalte sind auf den Fotos nicht zu sehen.

Ungewöhnliche Testhardware

Auch äußerlich unterscheidet sich die Karte deutlich von gewöhnlichen Nintendo-DS-Spielen. Das schwarze Gehäuse fällt wesentlich größer aus und trägt neben dem Nintendo-Logo die Bezeichnung «DS Flash Card SR512M». Über einen Schiebeschalter lässt sich laut Aufdruck zwischen zwei ROM-Einstellungen wechseln. Das spricht für Hardware, die während der Entwicklung, für Tests oder für einen besonderen Einsatz vorbereitet wurde. Als Ursprungsland nennt das Angebot Japan.

Verkauf endete bei 9.505 Euro

Wie das Modul später nach Deutschland gelangte, geht aus der Anzeige nicht hervor. Der Verkäufer hatte es nach eigenen Angaben zusammen mit weiteren Gegenständen aus privatem Besitz erworben und schließlich bei Ebay angeboten. Inzwischen ist die Auktion beendet und die Testkarte verkauft, wobei der Preis von ursprünglich 7.999 Euro auf 9.505 Euro stieg. Wer den Zuschlag erhielt und wohin das nach rund zwei Jahrzehnten wieder aufgetauchte Pokémon-Fundstück gelangte, ist nicht bekannt.

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