Im Alltag wird das Smartphone meist ganz selbstverständlich per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung entsperrt. Die dazugehörige PIN kommt dadurch nur selten zum Einsatz und gerät mit der Zeit leicht in Vergessenheit. Wird sie nach einem Neustart oder aus Sicherheitsgründen doch wieder verlangt, sind sich manche Nutzer nicht mehr sicher und probieren mehrere Zahlenkombinationen aus. Bei kommenden Galaxy-Geräten kann dieses Ausprobieren jedoch ernste Folgen haben: Wie Samsung auf seiner Internetseite mitteilt, verschärft das Unternehmen die Sicherheitsregeln für den Sperrbildschirm deutlich.
Sperrzeiten werden schrittweise länger
Für Nutzerinnen und Nutzer hat die Verschärfung konkret diese Folgen: Nach fünf falschen Eingaben lässt sich das Smartphone zunächst eine Minute lang nicht mehr entsperren. Mit jedem weiteren Fehlversuch verlängert sich diese Pause deutlich. Sie wächst erst auf wenige Minuten und später auf bis zu eineinhalb Stunden an. Danach müssen Betroffene vier, zwölf und schließlich sogar 24 Stunden warten. Währenddessen zeigt der Sperrbildschirm an, wie viele Versuche noch übrig sind. Zwei unmittelbar nacheinander eingegebene identische falsche Codes zählt das System zudem nur einmal. Besonders folgenreich ist jedoch der 13. falsche Versuch: Danach reicht auch langes Warten nicht mehr aus, denn das Gerät bleibt dauerhaft gesperrt.
Werks-Reset als letzter Ausweg
Um das Smartphone anschließend wieder verwenden zu können, muss es vollständig auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt werden. Dabei gehen alle lokal gespeicherten Inhalte verloren, die zuvor nicht gesichert wurden. Eine andere Möglichkeit, die Sperre aufzuheben, gibt es nicht, da Samsung die hinterlegte PIN, das Muster oder das Passwort weder einsehen noch aus der Ferne wiederherstellen kann. Nach dem Zurücksetzen müssen sich Nutzerinnen und Nutzer zudem mit dem zuvor registrierten Samsung- und Google-Konto anmelden, bevor sie das Gerät erneut einrichten können.
Samsung verschärft Googles Vorgaben
Die Verschärfung der Sicherheitsregeln geht allerdings nicht allein auf Samsung zurück. Bereits mit Android 16 QPR2 führte Google strengere Vorgaben für aufeinanderfolgende Fehlversuche ein. Je häufiger eine falsche PIN, ein falsches Muster oder Passwort eingegeben wird, desto länger bleibt das Gerät gesperrt. Android 17 führt diesen Ansatz fort und ergänzt verständlichere Hinweise zu den Wartezeiten sowie möglichen Wiederherstellungswegen. Nach insgesamt 20 falschen Eingaben sind nach Googles Standardregel keine weiteren Entsperrversuche möglich. Samsung verschärft diese Vorgabe mit One UI 9, indem das Unternehmen die endgültige Grenze deutlich früher zieht.
Diese Galaxy-Modelle sind betroffen
Betroffen sind laut Samsung zunächst Geräte, die bereits mit One UI 9 auf den Markt kommen. Dazu zählen das Galaxy Z Fold 8 Ultra, das Galaxy Z Fold 8 und das Galaxy Z Flip 8. Samsung stellte die drei Falt-Smartphones am 22. Juli 2026 vor und stattet sie ab Werk mit Android 17 und One UI 9 aus. Ob die strengeren Regeln auch für ältere Galaxy-Modelle gelten, die One UI 9 später per Update erhalten, lässt das Unternehmen offen.