Der österreichische Militäranalyst Markus Reisner sieht die Ukraine im Krieg gegen Russland in einer zunehmend schwierigen Lage. Die Ukraine befinde sich «in einer dramatischen Situation», sagte er in einem Interview mit n-tv.
Als Gründe nannte Reisner den Mangel an Patriot-Abwehrraketen sowie die anhaltenden russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur. Die USA hielten einen grossen Teil ihrer Patriot-Raketen für die eigene Reserve zurück. «Trotzdem könnten die USA noch Raketen an die Ukraine abgeben. Politisch ist das aber nicht gewollt», sagte Reisner.

epa13128298 A Ukrainian Army 2S22 Bohdana cannon fires at an undisclosed location on the Donetsk frontline, July 23, 2026
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Nach Einschätzung des Militäranalysten hat die Ukraine ihre Kriegsziele inzwischen angepasst. «Die ukrainische Seite ist auch deshalb längst von allen Maximalforderungen abgerückt. Um Rückeroberungen geht es gar nicht mehr. Selenskyj fordert nur noch einen Waffenstillstand, der durch belastbare Sicherheitsgarantien abgesichert wird», erklärte er. Reisner rechnet zudem mit einem schwierigen Winter, da die Ukraine wegen der Angriffe auf ihre Energieversorgung nicht mehr genügend Strom produzieren könne.
Reisner sagt, Russland könne nach der Parlamentswahl im September bis zu 300.000 zusätzliche Soldaten einberufen. Einen Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine hält er bis zu den US-Kongresswahlen im November dennoch für möglich, da auch der Kreml unter Druck stehe.