Die Stadt Memmingen hat die kalifornischen Marvel Filmstudios zur Premiere ihres Films „Avengers: Doomsday“ eingeladen. Hintergrund der ungewöhnlichen Offerte sei, dass der Memminger Marktplatz samt Rathaus in einer YouTube-Werbung als Teil der fiktiven Filmhauptstadt Doomstadt zu sehen sei, teilte die Stadt in einer Pressemitteilung vom Mittwoch mit. „Es kommt nicht jeden Tag vor, dass das Rathaus einer bayerischen Stadt Teil des Marvel-Universums wird“, sagte Oberbürgermeister Jan Rothenbacher (SPD). Deshalb habe die Stadtspitze beschlossen, die Geschichte mit einem Augenzwinkern aufzugreifen und Marvel offiziell nach Memmingen einzuladen.

Dabei könne der Kontrast zwischen Memmingen und Doomstadt laut Pressemitteilung nicht größer sein. Während die Marvel-Hauptfigur Doctor Doom, gespielt von US-Star Robert Downey Jr., als Diktator über das Land Latveria regiere, sei Memmingen die Stadt der Freiheitsrechte. Schon 1525 seien hier mit den Zwölf Artikeln Forderungen formuliert worden, die als frühester Ruf nach Menschen- und Bürgerrechten in Europa gelten. „Während Latveria autoritär regiert wird, setzen wir in Memmingen auf Demokratie, Dialog und Freiheitsrechte“, sagte der bekennende Marvel-Fan Rothenbacher.

„Temporäre Version von Doomstadt“

Für den Fall, dass Marvel die Einladung annehme, sei man aber bereit, für kurze Zeit eine „etwas düsterere, dramatischere Version unserer selbst“ zu werden und das Rathaus in eine „temporäre Version von Doomstadt“ zu verwandeln, heißt es im Einladungsschreiben des Stadtoberhaupts an die Filmemacher. Eine Antwort aus Kalifornien steht den Angaben zufolge derzeit noch aus. Man habe aber schon mal den roten Teppich auf den Instagram-Kanälen der Stadt ausgerollt.