Brand in Heustock führt zu grossem Feuerwehreinsatz in Hilfikon
Quelle: Tele M1 / CH Media Video Unit / Linus Bauer
Inhaltsverzeichnis
•Was ist passiert?•Das sagen Polizei und Feuerwehr•Grobes Geschütz wird aufgefahren – so geht es jetzt weiter•Mehr dazu im Beitrag von Tele M1:Was ist passiert?
Wie AlertSwiss am Mittwochabend meldet, ist in Hilfikon, einem Ortsteil von Villmergen, ein Brand ausgebrochen. Eine entsprechende Meldung ist bei der Notrufzentrale gegen 21 Uhr eingegangen. Wegen der starken Rauchentwicklung ist die Bevölkerung aufgefordert worden, das betroffene Gebiet zu meiden.
Donnerstag, 7.15 Uhr: Grossbrand in einer Scheune an der Weingasse Hilfikon. Ein 60-Tonnen-Bagger ist im Einsatz.
Bild: Andrea Lim
Zudem sollten Fenster und Türen geschlossen sowie Lüftungen und Klimaanlagen ausgeschaltet werden, damit kein Rauch in Gebäude gelangen konnte. AlertSwiss empfahl ausserdem, Nachbarinnen und Nachbarn über die Situation zu informieren.
Der Rauch liegt dick über Hilfikon – selbst in Wohlen war der Brandgeruch noch zu riechen.
Bild: Andrea Lim
Das sagen Polizei und Feuerwehr
Gebrannt hat der Heustock einer Scheune im Dorf. Gemäss aktuellem Kenntnisstand geht die Kantonspolizei Aargau davon aus, dass im Heustock eine Gärung stattgefunden hat, sagt Mediensprecher Dominic Zimmerli gegenüber dem TV-Sender Tele M1. Dabei entsteht durch mikrobielle Zersetzung von zu feuchtem Heu Wärme, die sich im Innern des Heustocks stauen und im Extremfall zu einer Selbstentzündung führen kann.
Dominic Zimmerli, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau.
Screenshot: Tele M1
Im Einsatz standen rund 120 Mitglieder der vier Feuerwehren Rietenberg, Wohlen, Oberes Seetal und Meiengrün. Dazu Beamte der Polizei, der Zivilschutzorganisation ZSO Region Aargau Ost und das Regionale Führungsorgan RFO Aargau Ost.
Die ZSO ist seit 4.00 Uhr mit rund 30 Mitgliedern und zwei Drohnen als Unterstützung der Feuerwehren vor Ort. Ihre Aufgaben umfassen insbesondere die Überwachung der Brandlage mittels Drohnen, die Bereitstellung von Entscheidungsgrundlagen für die Einsatzleitung der Feuerwehr, Pionierleistungen sowie die Sicherstellung der Verpflegung sämtlicher Einsatzkräfte vor Ort. Die RFO dient als Führungsunterstützung.
Der Bevölkerungsschutz Aargau Ost unterstützt unter anderem mit Drohnenaufnahmen des Brandes.
Bild: zvg
Gegenüber Tele M1 erklärte Andreas Köchli, Kommandant der Feuerwehr Rietenberg und Einsatzleiter vor Ort, die Situation: Er sprach von einem herausfordernden Einsatz und sagte, dass man mit der Wasserknappheit zu kämpfen habe, aber auch mit einem Wasserrohrbruch und der starken Rauchentwicklung.
Andreas Köchli, Kommandant der Feuerwehr Rietenberg.
Screenshot: Tele M1
Die grosse Menge an Heu habe aus dem Stall auf das benachbarte Feld gebracht werden müssen. Um an dieses zu gelangen, mussten die Löschkräfte das Dach und auch Seitenwände der Scheune aufbrechen. Dort wurde das Heu noch einmal gelöscht. Bei dieser Arbeit hätten auch andere Bauern mitgeholfen, indem sie dafür ihre Traktoren zur Verfügung stellten.
Weiter sagt Köchli: «Als ich eintraf, war vor allem Rauch zu sehen.» Deshalb habe die Feuerwehr zunächst auch nicht ins Innere des Gebäudes gehen können. Dank einer Überdruckbelüftung habe man sich dann aber eine gute Sicht verschaffen und von aussen löschen können.
Als die Feuerwehr begann, das Heu nach draussen zu tragen, seien die Flammen grösser geworden. Der Grund: Luft kam dazu und entfachte das Feuer wieder. Während des Einsatzes mussten zwei Anwohnende und drei Angehörige der Feuerwehr durch die vor Ort aufgebotene Sanitätsbesatzung begutachtet werden. Alle fünf Personen konnten wieder entlassen werden und mussten sich nicht in Spitalpflege begeben. Alle Tiere, bis auf ein Kalb, konnten lebend gerettet werden. An der Scheune entstand massiver Sachschaden.
Einsatzleiter Andreas Köchli, Kommandant der Feuerwehr Rietenberg, ist zuversichtlich, dass der Einsatz bis am Donnerstagabend beendet werden kann.
Bild: Andrea Lim
Die Kantonspolizei Aargau sucht Augenzeugen. Personen die Angaben zum Vorfall machen können, insbesondere, die einen Gärgeruch wahrgenommen haben, werden gebeten, sich beim Stützpunkt Lenzburg (Telefon: 062 886 01 17, E-Mail: stuetzpunkt.lenzburg@kapo.ag.ch) oder einem anderen Polizeiposten zu melden.
Grobes Geschütz wird aufgefahren – so geht es jetzt weiter
Am Donnerstagmorgen beschloss die Einsatzleitung, dass jetzt «grobes Geschütz aufgefahren werden muss», wie Kommandant Köchli erklärte. «Wir haben in der Nacht rund 100 Kubikmeter Heu aus der Scheune gebracht. Weitere rund 300 Kubikmeter schwelen aber immer noch. Da sind riesige Glutnester vorhanden.»
Weil die Arbeiten für die Feuerwehrleute unterdessen zu gefährlich sind, hat er einen 60-Tonnen-Bagger der Firma Hubschmid in Nesselnbach aufgeboten. Um 7.15 Uhr traf dieser ein, reisst seither das Dach auf und bringt brennendes Material auf den Vorplatz, wo es von den Feuerwehrleuten gelöscht wird.
Donerstag, 14 Uhr: Mittlerweile ist kaum noch etwas von der Scheune übriggeblieben.
Bild: Andrea Lim
Köchli hofft, dass der Einsatz bis am Abend beendet werden kann. Das sollte auch gelingen, denn unterdessen ist kaum noch etwas von der Scheune übrig geblieben.
Er betont: «Die Zusammenarbeit mit den anderen Feuerwehren war unglaublich. Man spürt, dass wir alle dasselbe trainieren und das gleiche Ziel haben. Die Kollegialität ist genial.»
Donnerstag, 16.23 Uhr: AlertSwiss gibt Entwarnung für Hilfikon. (cam/fh/cri/lima/niz)
Mehr dazu im Beitrag von Tele M1: