Musik mit Gänsehautgarantie – die kommt aktuell aus einem kleinen Studio im uckermärkischen Falkenhagen. Hier sitzt Werner Kabelitz am Rechner und produziert mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) Titel, die ins Ohr gehen und – ganz wichtig – auch zu Herzen.

Viele Neuerscheinungen

Zahlreiche Leser haben den Nordkurier in den vergangenen Tagen auf die Neuerscheinungen des 50-Jährigen aufmerksam gemacht.

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Songs wie „Kinder vom Unteruckersee“, „Stille Felder von Prenzlau“, „Nie gewollt“ und „Uckermark, ihr seid mein Licht“ werden nicht nur in der Region hoch und runter gehört. Momentaner Renner ist aber der halb auf Platt eingesungene Hit „Dat is de Uckermark“, der die Schönheit der Natur und das Landleben preist – eine Dorfhymne schlechthin, die in Oktoberfest-Manier auf die Tanzböden der Republik locken dürfte.

„Die Zugriffszahlen sind in die Höhe gegangen“, freut sich der gelernte Ofenbauer, der aus einer musikalischen Familie stammt. Sein Bruder beispielsweise ist gefragt als Alleinunterhalter bei Dorffesten und privaten Feiern. Von ihm hat sich Werner Kabelitz auch das Keyboardspielen abgeguckt: „Richtig gelernt habe ich das nirgendwo, alles autodidaktisch angenommen.“

YouTube und Spotify

Auch seine tiefe Stimme ist komplett ungeschliffen, wie er lachend gesteht: „Ich bilde mir aber ein, dass ich ein bisschen singen kann.“ Und ob er das kann. Auf den Plattformen „YouTube“ und „Spotify“ schart der Uckermärker, der sich dort „Lichttrümmer“ nennt, zunehmend Fans um sich. Was die Musikproduktion anbelangt, baut der Solist auf die technische Unterstützung spezieller Programme.

Andy Urzynicok baut gerade einen Online-Shop auf.Bild vergrößern

Andy Urzynicok baut gerade einen Online-Shop auf. (Foto: Privat)

„Ich kann am Computer zunächst eingeben, welche Art Melodie ich wünsche, das heißt, den Style prompten – da geht von Schlager, 80er, 90er, Techno bis hin zu Rock und Volksmusik alles. Dann besteht die Möglichkeit, Textbausteine zu liefern. Ich verwende viele Begriffe aus der Region, Städte- und Landschaftsnamen beispielsweise“, verrät der Hobbymusiker sein Geheimrezept.

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Bewährtes Mittel sei zudem die Unterstützung durch eine künstlich generierte Duett-Stimme. Die Frau, die man in seinen Liedern hört, kennt er nicht. Kann er auch nicht, denn sie stammt aus der virtuellen Welt. Die Menschen lieben seine nur zur Hälfte hausgemachten Weisen, für die er die Urheberrechte hat, trotzdem, wie die Klick- und Streamingzahlen beweisen.

„Ich bin selbst überrascht, dass das bei den Leuten so gut ankommt“, räumt der Mann staunend ein. Aktuell ist Werner Kabelitz dabei, eine eigene Webseite zu erstellen, über die man bei ihm personalisierte Songs bestellen kann. „Liebeslieder, Trauerweisen, Firmenhymnen – da ist alles möglich“, versichert der Allrounder.

Kooperation geplant

Und damit nicht genug, mit seinem Kumpel Andy Urzynicok plant er perspektivisch eine interessante Kooperation. Der baut gerade einen Onlineshop auf, über welchen Trophäenbretter für Jäger geordert werden können. Zukünftig soll auf diesen Artikeln nicht nur das Geweih vom erlegten Wild prangen, sondern auch ein Soundchip enthalten sein, auf dem ein zum Anlass passender Song hinterlegt ist. „Ich glaube, dass wir damit eine Marktlücke erschließen“, gibt sich Werner Kabelitz hoffnungsvoll. Sein großer Traum wäre es natürlich, auch mal im Radio gespielt zu werden.

Doch bis dahin, das ist ihm klar, „dürfte es ein langer Weg werden. Zunächst müssen die Lieder so gut geklickt werden, dass die Streaming-Plattformen auf mich aufmerksam werden und sie an die Stationen verteilen.“ Der 50-Jährige, der sich selbst als Dorfburschen bezeichnet, dem die Natur über alles geht, glaubt fest daran, dass das irgendwann gelingt. Eins verspricht der „Junge vom Land“ am Ende noch: „Ich singe immer auf Deutsch, damit mich auch die Älteren verstehen.“