US-Präsident Donald Trump hat der Schweiz im Zollstreit gedroht, sie könne ihren Status als «Elite-Land» verlieren, wenn die USA keine Schweizer Waren mehr kauften. In einem Interview mit dem US-Magazin «Punchbowl News» sagte Trump mit Blick auf das von ihm bezifferte Handelsdefizit der USA gegenüber der Schweiz: «Ich kann dieses Defizit mit einem Strich auslöschen, und sie sind kein Elite-Land mehr.»

President Donald Trump boards Air Force One, Friday, Aug
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Trump bezifferte das Defizit im Warenhandel auf 39 Milliarden Dollar. Die tiefen Schweizer Zinsen seien nach seiner Darstellung nur möglich, weil die USA die Schweiz indirekt subventionierten, indem sie das Handelsdefizit zuliessen. Trump erklärte, er könne dies rasch ändern: «Alles, was ich tun muss, ist zu sagen: Ich will eure Uhren nicht mehr. Keines eurer Güter. Und so sparen wir 39 Milliarden. Und sie sind nicht mehr Elite.» Die Schweiz und andere von ihm als «Elite-Länder» bezeichnete Staaten hätten Glück, dass er «so ein netter Mensch» sei.
Die Handelszahlen zeichnen allerdings ein komplexeres Bild. Ein beträchtlicher Teil des Schweizer Warenüberschusses geht auf Goldexporte zurück. Die Schweiz ist ein globales Zentrum für Verarbeitung und Handel des Edelmetalls, dessen grenzüberschreitende Ströme stark schwanken. Dienstleistungen wiederum fehlen in der reinen Warenbilanz. Dort erzielen die USA unter anderem mit Software, Cloud-Angeboten sowie Forschungs- und Entwicklungsleistungen einen Überschuss. Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung kommt deshalb bei einer Gesamtbetrachtung auf ein deutlich ausgeglicheneres Verhältnis.
Trump hatte die Schweiz bereits zuvor wegen ihres Exportüberschusses kritisiert. Zuletzt belegten die USA Schweizer Importe wegen angeblicher Zwangsarbeit mit Zöllen von 12,5 Prozent.