LONDON (IT BOLTWISE) – Berichten zufolge will AMD die Preise für GPUs in naher Zukunft um etwa 10% erhöhen. Auslöser soll eine anhaltende Speicherknappheit im Umfeld von KI-Workloads sein. Betroffen wären zunächst Konditionen auf Lieferantenebene, die nicht automatisch 1:1 beim Endkunden landen. Gleichzeitig rückt AMD damit preislich näher an konkurrierende NVIDIA-Karten. Unklar bleibt, wie schnell sich die Situation für Käufer an der Ladentheke entspannt.
AMD soll GPU-Preise wegen KI-Memory-Knappheit um rund 10% anheben (Foto: IT BOLTWISE)
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Die nächste Welle steigender GPU-Konditionen trifft womöglich nicht nur NVIDIA. Nachdem Hersteller im High-End-Segment bereits über Preiserhöhungen diskutiert hatten, verdichten sich nun Hinweise, dass auch AMD seine Grafikkarten-Preise anheben will. Laut einem Hardware-Leaker namens Harukaze 5719 soll AMD gegenüber AIB-Partnern (Add-in-Board, also Drittanbieter für Grafikkarten-Designs) Preisanpassungen von mindestens 10% angekündigt haben. Der Schritt steht offenbar für den kommenden Monat im Raum und wird in Zusammenhang mit einer anhaltenden Speicherkrise gebracht, die insbesondere durch KI-nahes Workload-Wachstum verstärkt wird.
Technisch ist wichtig, dass Preiserhöhungen auf Lieferantenebene nicht automatisch bedeuten, dass Verbraucherpreise im gleichen Umfang steigen. AIBs kalkulieren unter anderem über Lagerbestände, Wechselkurse, die gewählte Board- und Kühllösung sowie den Mix aus Kartenvarianten. Wenn die Preissignale allerdings konsistent nach oben zeigen, sinkt die Chance, dass sich die Mehrkosten durch hohe Margen im Vertrieb auffangen lassen. Gerade weil Drittanbieter typischerweise auf Wettbewerb und schnelle Modellpflege angewiesen sind, drückt eine Verteuerung bei den Bausteinen häufig früher oder später auf die Endkundenpreise.
Als konkretes Beispiel wird der Radeon RX 9070 XT genannt, der aktuellen Angaben zufolge etwa $700-$750 im Handel kosten kann. Auffällig ist dabei die Spannweite: Die Karte soll im März 2025 noch für $599 gelauncht sein, also deutlich günstiger als der jetzige Preisbereich. Gleichzeitig wird beschrieben, dass sie nach Markt- und Benchmark-Einschätzungen zunächst ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber der GeForce RTX 5070 Ti bot, deren Performance grob vergleichbar sein soll, die jedoch zu einem höheren Preis gehandelt wird. Sollte die erwartete Preiserhöhung tatsächlich eintreten, könnte sich diese Wertlücke weiter schließen – besonders dann, wenn sich die Preispunkte künftig stärker an denen konkurrierender NVIDIA-Modelle ausrichten.
Hinter dem Muster steht eine Entwicklung, die im GPU-Markt der letzten Jahre wiederholt zu beobachten war: Die Engpässe betreffen selten nur ein einzelnes Bauteil, sondern wirken über Lieferketten und Komponentenverfügbarkeit in die gesamte Plattform hinein. Speicherknappheit ist dabei keine abstrakte Schlagzeile, sondern schlägt direkt auf die Stückkosten und damit auf die Preisgestaltung durch. Dass die Preisanpassungen in engem zeitlichen Zusammenhang mit anderen Preissignalen im Markt diskutiert werden, passt zudem zu der Logik, dass Hersteller zunächst abwarten, wie schnell sich die eigenen Lager entleeren und wie stark der Wettbewerb seine Preisanker setzt.
Für den Markt bedeutet das vor allem: Nutzer und Unternehmen müssen bei Budgetplanungen und Beschaffungsfenstern kurzfristiger mit Preisrisiken rechnen. In der Hardware-Welt sind solche Anpassungen häufig der Moment, in dem sich Entscheidungsprozesse verschieben – etwa von einem geplanten Kauf in Richtung späterer Bestellrunden oder hin zu alternativen Konfigurationen, solange Lagerware verfügbar bleibt. Gleichzeitig bleibt die Frage, wie schnell sich die Kostenbasis entspannt, falls die Speicherverfügbarkeit wieder besser wird. Die Quelle verweist zudem auf Aussagen von Valve, wonach die Preise kurzfristig eher steigen als fallen dürften, und nennt als weiteren Unsicherheitsfaktor, dass bei Sony je nach RAM-Lage im Jahresverlauf weitere Preisentscheidungen wahrscheinlicher werden könnten.
Aus Sicht von IT- und Engineering-Teams, die GPUs nicht nur zum Spielen, sondern auch für KI-gestützte Workflows einsetzen, verschiebt sich damit der Fokus von reinen Spezifikationsvergleichen hin zu Gesamtkosten: Beschaffungspreis, Verfügbarkeit, Upgrade-Zyklen und die Frage, wie lange sich ein Modell wirtschaftlich betreiben lässt. Wenn AMD die Preispunkte tatsächlich näher an NVIDIA heranrückt, steigt der Druck auf AIBs, über Kühllösungen, Feature-Sets und Leistungsprofile zu differenzieren, statt über den reinen Preis. Für Käufer heißt das am Ende: Wer heute kaufen muss, sollte mit Blick auf konkrete Konfigurationen und Restbestände entscheiden; wer warten kann, profitiert eher von dem Moment, in dem der Markt die Speicherkrise weniger spürbar einpreist.
Am wahrscheinlichsten ist deshalb ein zweistufiges Bild: kurzfristig steigen Lieferantenkonditionen und damit die Wahrscheinlichkeit höherer Kartenpreise, mittelfristig hängt die tatsächliche Preisentwicklung aber davon ab, ob der Speicherengpass tatsächlich nachlässt und ob sich die Wettbewerbspreise stabilisieren. Bis AMD eine offizielle Bestätigung liefert, bleiben die Details an die genannten Hinweise gebunden – und genau darauf sollten Procurement-Teams ihre Planungsannahmen aufbauen: mit Szenarien statt mit einem festen Erwartungswert. Für die Branche ist der Kern dennoch klar: Solange KI-Workloads den Speicherhunger dominieren, bleibt der GPU-Markt anfällig für weitere Preis- und Verfügbarkeitskorrekturen.
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