Folgen des Iran-Kriegs
Aktualisiert am 09.08.2026, 19:43 Uhr

Das Pentagon hat die Industrie offenbar aufgerufen, schneller Waffen zu produzieren.
© dpa / Patrick Semansky/AP/dpa
Im Iran-Krieg haben US-Medien zuletzt immer wieder auf einen Aspekt verwiesen, den Trump bestreitet: schwindende Waffenvorräte. Nun sorgt ein Pentagon-Dokument an Industrievertreter für Wirbel.
Das Pentagon hat Vertreter der US-Rüstungsindustrie dazu aufgefordert, die Produktion und Lieferung von Waffen rasch zu steigern. Das berichten die «Washington Post» und der US-Sender CNN übereinstimmend unter Berufung auf eine Mitteilung eines Ministeriumsvertreters. Pentagon-Sprecher Sean Parnell bestätigte der Deutschen Presse-Agentur die Echtheit des Dokuments.
Pentagon fordert von Industrie, schneller Waffen zu produzieren
Es fällt in eine Zeit, in der Experten und Berichte von US-Medien zuletzt immer wieder auf schwindende Waffenreserven im US-Militär als Folge des Iran-Kriegs hingewiesen hatten. US-Präsident Donald Trump wies das zurück. Der stellvertretende US-Verteidigungsminister Steve Feinberg habe Vertretern der Rüstungsindustrie am Mittwoch eine Frist von maximal drei Wochen übermittelt, um Pläne vorzulegen, die schnellere Liefertermine und/oder eine gesteigerte Produktion für kritische Fähigkeiten vorsähen, zitieren CNN und die «Washington Post» aus dem Dokument.
Laut der Zeitung soll Feinberg darin eine klare Erwartung geäussert haben: «Jahrelange Entwicklungszyklen sind nicht akzeptabel.» Man müsse die Pläne drastisch beschleunigen und die Produktionskapazitäten jetzt ausbauen, zitiert ihn die «Washington Post» weiter.
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Was der Pentagon-Sprecher sagt
Seit dem ersten Tag von Pete Hegseth als US-Verteidigungsminister konzentriere sich das Pentagon darauf, einen Wandel hinsichtlich der Geschwindigkeit, Kapazität und Schlagkraft der amerikanischen Verteidigungsindustrie herbeizuführen, betonte Parnell in einem Statement. Hegseths Stellvertreter Feinberg arbeite daran, ein veraltetes Beschaffungssystem zu reformieren. «Direkt mit führenden Vertretern der Industrie zusammenzuarbeiten, um die Produktion zu beschleunigen, ist nichts Neues.»
Die Denkfabrik Center For Strategic & International Studies (CSIS) in Washington schätzte Stand Ende Juli, dass der USA noch bis zu knapp 830 Patriot-Abwehrraketen zur Verfügung stünden. Vor dem Iran-Krieg seien es geschätzt gut 2.300 gewesen. Bei THAAD-Abwehrraketen ging die Denkfabrik von 452 vor dem Krieg aus. Ende Juli seien es geschätzt noch bis zu 278 Raketen gewesen. (dpa/bearbeitet von mt)