LONDON (IT BOLTWISE) – CodeWeavers hat eine erste native CrossOver-Preview für Apple Silicon veröffentlicht und damit den Schritt weg von Rosetta 2 auf eine neue ARM64-Basis eingeleitet. Die Version startet mit macOS 26.5 als Mindestanforderung, bleibt aber bewusst eine frühe Testumgebung. Kritische Lücken betreffen unter anderem D3DMetal sowie die Funktionsfähigkeit vieler Game-Launcher. Für Bestandskunden ist vor allem entscheidend: „Bottles“ lassen sich in dieser Vorschau nicht konvertieren.
CodeWeavers bringt native CrossOver-Preview für macOS auf Apple Silicon (Foto: IT BOLTWISE)
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Mit der ersten nativen CrossOver-Preview für Apple Silicon verschiebt CodeWeavers die Prioritäten spürbar: Statt Windows-Software auf Macs mit Apple-eigenen Prozessoren weiterhin primär über Rosetta 2 „zurechtzubiegen“, setzt das Unternehmen direkt auf ARM64-Unterstützung für macOS. Der Zeitpunkt ist strategisch, weil CrossOver 27 in der Planung nicht mehr nur als weiterer Funktionsausbau wirkt, sondern als Zäsur. CodeWeavers hat bereits angekündigt, dass die kommenden Intel-basierten Macs mit CrossOver 27 nicht mehr unterstützt werden sollen und die Markteinführung für den Anfang des Jahres 2027 vorgesehen ist. Für Anwender bedeutet das weniger „Zwischenstand“, mehr realistische Migrationsplanung auf die Gerätegeneration, die ohnehin schon im Alltag dominiert.
Technisch entscheidet sich an der Rosetta-2-Frage viel mehr als nur der Rechenweg: Emulationsschichten sind zwar oft der schnellste Einstieg, sie bringen aber typische Trade-offs bei Latenz, Kompatibilität und dem Aufwand, neue Hardware- und OS-Änderungen schnell abzufangen. CodeWeavers ordnet die Preview deshalb auch in einen größeren Kontext ein, der vom macOS-Ökosystem selbst getrieben wird. Apple warnt Entwicklertreibende seit Juni 2025, dass die Unterstützung für Rosetta 2 bis 2027 eingestellt werden soll. Parallel deutet der technische Umbruch in macOS darauf hin, dass künftige Systemstände wie „macOS Golden Gate“ die bisherige Hardwarebasis der Intel-Macs nicht mehr tragen. Genau in dieser Lücke positioniert sich die native ARM64-Variante: Sie soll künftig weniger abhängig von Übersetzungsebenen sein, wenn die Plattformwechsel endgültig durchschlagen.
Für die Preview selbst nennt CodeWeavers recht konkrete Eckdaten. Mindestens macOS 26.5 wird vorausgesetzt, außerdem betont das Unternehmen, dass es sich um eine frühe Testversion handelt, die mit funktionalen Einschränkungen verbunden ist. Besonders auffällig sind die genannten Probleme bei D3DMetal: Wenn diese Komponente fehlt, schlägt das typischerweise auf die Grafik- oder Render-Pipeline durch, also genau dort, wo viele Windows-Programme im Zusammenspiel mit DirectX-abhängigen Erwartungen empfindlich reagieren. Hinzu kommt, dass laut Mitteilung viele gängige Game-Launcher in dieser Phase nicht funktionieren. Auch die Abwärtskompatibilität ist in der Preview eingeschränkt: Bestehende „Bottles“ als virtuelle Windows-Umgebungen innerhalb von CrossOver lassen sich nicht in die Vorschauversion konvertieren. Für Spiele verweist CodeWeavers derzeit weiterhin auf die Verwendung von DXMT als praktikablen Weg, um zumindest bestimmte Anwendungsfälle zu bedienen.
Der Blick zurück zeigt, dass die native ARM64-Strategie nicht „über Nacht“ kommt. CrossOver basiert auf dem Wine-Projekt, und die Umstellung auf ARM64 ist damit an Schritte gekoppelt, die über mehrere Versionen hinweg aufgebaut wurden. Im Januar 2023 wurde mit Wine 8.0 die PE-Konvertierung eingeführt, Anfang 2024 brachte Wine 9.0 die Bereitstellung von ARM-Binaries mit. Im Mai 2024 veröffentlichte CodeWeavers den CrossOver-Client für ARM64, und mit Wine 10.0 im Januar 2025 implementierte das Projekt die Unterstützung für ARM64EC. Gegen Ende 2025 (November) folgten ARM64-Builds für Linux, bevor im Juli 2026 die entsprechenden Builds für den Mac fertiggestellt wurden. Diese Kette erklärt auch, warum der Schritt zur „vollständigen Umstellung“ erst mit dem Release von CrossOver 27 abgeschlossen sein soll: Es geht weniger um einen einzelnen Port, sondern um das Zusammenspiel aus Binärunterstützung, Konvertierung und Workarounds im Grenzbereich zwischen Windows-Kompatibilität und Apples Plattformmodell.
Für IT-Verantwortliche und Power-User ist damit vor allem die Migrationslogik entscheidend. Wer jetzt einen aktuellen Mac aufsetzt, sollte zwar die richtigen Konfigurationen im Blick haben, aber nicht so tun, als wäre die Preview schon produktionsreif. Dass „Bottles“ nicht konvertiert werden können, macht die Übergangsphase konkret: Teams können ihre bestehenden Windows-Anwendungslandschaften nicht einfach „mitnehmen“, sondern müssen mit neuen Bottles oder anderen Anpassungen planen. Gleichzeitig signalisiert die Empfehlung, für Spiele weiterhin DXMT zu nutzen, dass CodeWeavers den Funktionsumfang absichern will, ohne die ganze Kompatibilitätswelt in einem Rutsch zu behaupten. Gerade im Zusammenspiel mit Launchern zeigt sich häufig, wie stark die reale Komplexität von Ökosystemen und deren Update-Zyklen abhängt; wenn Launcher-Integrationen brechen, wirkt das auf den gesamten Nutzerfluss.
Neben der Plattformebene spielt auch das konkrete Nutzungserlebnis eine Rolle, denn der Schritt zu ARM64 verändert nicht nur die Ausführung, sondern auch die Frage, wie effizient Anwender mit dem System arbeiten. In der Quelle wird deshalb auch auf Bedienungshilfen und Tastenkombinationen verwiesen, die Zeit sparen und den Arbeitsalltag beschleunigen sollen. Für Unternehmen ist das relevant, weil der Nutzen von Kompatibilitätssoftware oft davon abhängt, wie gut sie sich in bestehende Workflows einfügt. Wenn der Wechsel zu einem neuen Mac-System zeitgleich mit dem Wechsel der Ausführungsarchitektur stattfindet, entscheidet die Kombination aus stabilen Ausführungswegen und praktikabler Bedienung über Akzeptanz. Es wäre jedoch fahrlässig, daraus eine generelle „Fehlerfreiheit“ abzuleiten: Die Preview ist ausdrücklich nicht als vollständige Lösung für alle Fälle gedacht.
Abschließend ordnet CodeWeavers die Veröffentlichung auch mit einem üblichen Rahmen ein: Keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen, keine Gewähr für Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten, und mögliche Änderungen jederzeit. Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass Beiträge ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von KI erstellt und geprüft werden. Für die technische Bewertung bleibt damit der Kern: Die native CrossOver-Preview für Apple Silicon ist ein konkreter, plattformnaher Schritt weg von Rosetta 2, aber noch kein Allheilmittel. Wer ohnehin auf Apple-Systemschnittstellen und kommende macOS-Entwicklungen plant, bekommt hier früh Sichtbarkeit auf die Architekturrichtung. Für den produktiven Betrieb ist aber eine kontrollierte Testphase der bessere Ansatz, bevor CrossOver 27 die Unterstützung für Intel-basierte Macs endgültig beendet.
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