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Trainingslager vorbei, jetzt beginnt der Feinschliff! In knapp zwei Wochen startet Union mit dem Pokalspiel bei Eintracht Braunschweig (23. August) in die Pflichtspiel-Saison, eine Woche darauf geht es in der Bundesliga zu Hause gegen Frankfurt los. Bis dahin wartet auf Trainer Mauro Lustrinelli (50) noch viel Arbeit.

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Lustrinelli mahnt: „Wir bekommen sehr, sehr einfach die Gegentore, die ganze Vorbereitung schon. Die Mannschaft ist es gewohnt, mit einer Fünferkette zu spielen. Sie braucht mehr Zeit, um die Viererkette zu üben.“ Klar ist: Nach den Abgängen der Abwehrchefs Danilho Doekhi (28/Lazio Rom) und Diogo Leite (26) muss sich die Union-Defensive personell und taktisch neu erfinden. Beim 3:2 gegen Aris Limassol waren Fortschritte erkennbar, trotzdem fehlte oft die Intensität in den Defensiv-Aktionen. Vor dem 0:1 segelte eine Flanke unbedrängt durch den Strafraum, beim 2:2 ließ sich Neuzugang Zeno van den Bosch (23) austanzen. Die Union-Abwehr muss griffiger werden!

Lustrinelli setzt vorne auf klare Abläufe

Auch offensiv läuft noch nicht alles rund. Lustrinelli: „Wir haben viele verschiedene Torchancen, das ist im Moment schön, weil wir sie uns erarbeiten. Für unseren Aufwand belohnen wir uns aber zu wenig.“ Die neuen Abläufe sitzen noch nicht. Unter Vorgänger Steffen Baumgart (54) hatten die Profis zu viele Freiheiten, nun setzt der Schweizer auf klare Muster und einstudierte Spielzüge. Gegen den Zypern-Klub erspielten sich die Eisernen viele Halbchancen und sorgten mit Fernschüssen immer wieder für Gefahr, echte Durchschlagskraft fehlte aber oft.

Vor allem nach Ballgewinnen fehlen noch Tempo und Mut zum vertikalen Pass. Statt sofort den Weg nach vorne zu suchen, wird häufig quer oder zurück gespielt. Nicht umsonst rief Lustrinelli gegen Aris immer wieder lautstark: „Zu wenig Tiefe, zu wenig Tiefe!“ Hoffnung machen Josip Juranovic (30) mit seinen scharfen Flanken und der auffällige Ilyas Ansah (21). Für kreative Momente sorgt bislang vor allem Livan Burcu (21). Mehr Spielgestaltung soll künftig Michel Aebischer (29) bringen, der kurz vor einem Wechsel nach Köpenick steht. Bis zum Pflichtspielstart bleiben also noch einige Baustellen, aber auch genügend Ansätze, auf denen Lustrinelli aufbauen kann.