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Ein kleiner Piepmatz hat Geddy Lee nach dem ersten Abend der Reunion-Tour von Rush völlig verblüfft.

Die Prog-Hardrocker hatten gerade ihre „Fifty Something“-Tour in Los Angeles eröffnet, die erste große gemeinsame Live-Reise von Geddy Lee und Alex Lifeson seit Jahren. Neil Peart, der legendäre Schlagzeuger der Band, konnte aus tragischen Gründen nicht dabei sein. Er verstarb 2020 im Alter von 67 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung.

Und plötzlich war er doch dabei – zumindest für einen Moment fühlte es sich für Geddy Lee so an.

Diese Geschichte erzählte er im Talk mit Moderatorin Joanne Wilder von der Radiostation „Q107“ im kanadischen Toronto. Ihre Frage war denkbar direkt, wie spirituell: Ob Lee auf der Tour die Präsenz seines verstorbenen Bandkollegen gespürt habe?

„Spooky question!“, antwortete Lee zunächst lachend. Gespenstische Frage. Dann legte er los.

Ein Vogel taucht im Hotelzimmer auf

Nach dem Eröffnungskonzert hielten sich Lee und Lifeson in ihrem L.A.-Hotel auf. Obwohl sie auf demselben Hotelgang untergebracht waren, schrieben sie sich digitale Text-Nachrichten. Lees Zimmertür stand einen Spalt offen. Und auf dem Boden vor ihm saß plötzlich ein Vogel.

Das allein wäre kaum eine Story wert gewesen. Doch dieser Tweety sah auffallend so aus wie jener, der im Artwork für die „Fifty Something“-Tour vorkommt. Das entsprechende Layout zeigt zwei Vögel, die auf einer Stromleitung sitzen – eine Anspielung auf Lee und Lifeson. Ein dritter Vogel flattert aus dem Bild ins Ungewisse: Neil Peart.

RUSH-tour-poster

Lee war völlig baff. Schon immer ein Vogelfreund gewesen, näherte er sich dem Tier. Statt davonzufliegen, flatterte es an ihm vorbei, direkt in sein Schlafzimmer, und ließ sich auf der Bettkante nieder. „Es war, als würde es mich ansehen“, so Lee.

Nach einer kurzen Weile flog der gefiederte Freund wieder hinaus. Lee setzte sich an den Laptop und schrieb Lifeson von der Begegnung. Sein langjähriger Freund und Bandkollege sollte sofort von dieser kosmischen Begegnung erfahren.

Doch damit war die Sache noch nicht vorbei. Noch während Lee tippte, kehrte der Vogel zurück. Er steckte noch einmal den Kopf durch die Tür – fast so, als wolle er sich verabschieden. „Und dann sagte ich: ‚Okay, bye‘, und er flog weg“, erzählte er in Toronto.

„Ich bin halt kein Typ für Mumbo-Jumbo-Mystik“

Er wolle keine übernatürliche Botschaft daraus machen. „Ich bin halt kein Typ, der an ‚Mumbo Jumbo‘-Mystik glaubt.“ Dennoch bezeichnete er die Bird-Begegnung als „verblüffenden Moment“.

Radiofrau Joanne Wilder hatte dagegen weniger Zweifel. „Wenn DU nicht daran glauben willst, glaube ich für dich“, entgegnete sie. „Das war Neil.“

Ein Konzept, geprägt von Pearts Abwesenheit

Das gesamte Konzept der „Fifty Something“-Tour ist von Pearts Abwesenheit geprägt – dem Mann, dessen Schlagzeugspiel den Sound von Rush über Jahrzehnte geprägt hat. Nun steht die Band wieder auf der Bühne, und ausgerechnet nach dem ersten Konzert taucht ein Vogel auf, der dem verschwundenen dritten Vogel in der Plakat-Optik verblüffend ähnlich sieht.

Zufall? Symbolik?

Oder nur eine niedlich-unheimliche Geschichte. Vielleicht ist es auch die angemessene Art und Weise, Peart auf dieser Tour präsent zu halten. Nicht als Geist, der aus dem Jenseits zurückkehrt, sondern als Erinnerung, die plötzlich und unerwartet im Alltag auftaucht.

Die im Sommer 1968 gegründete Band ist weiterhin auf der Straße. In ihrer Heimatstadt Toronto spielt die Band eine vierteilige Serie. Diese Konzerte werden für eine später erscheinende Live-Doku mitgeschnitten.

Ihre Nordamerika-Tour läuft bis hinein in den Dezember 2026.

Peart bleibt präsent

Auch sonst bleibt Pearts Vermächtnis präsent: Der Dokfilm „Neil Peart: No One’s Disciple“ läuft am 23. September beim kanadischen Sender CBC. Darin sind wiederum Lee und Lifeson zu sehen, die gemeinsam Songs von Rush mit prominenten Kollegen am Schlagzeug spielen: Chad Smith (RHCP), Danny Carey (Tool) und Stewart Copeland (The Police).