Seit Wochen kocht die Gerüchteküche rund um die Garmin Fenix 9 hoch. Das Premium-Modell der Sportuhren von Garmin wird von Fans schon lange herbeigesehnt. Jetzt gibt es endlich etwas Handfestes: In den Zulassungsunterlagen der US-Behörde FCC ist eine neue Garmin-Uhr aufgetaucht, die Notrufe direkt vom Handgelenk per Satellit absetzen kann. Diese Dokumente tauchen erfahrungsgemäß erst wenige Wochen vor dem eigentlichen Launch auf. Für alle, die viel in den Bergen oder abseits der Zivilisation unterwegs sind, könnte das eine der spannendsten Wearable-Nachrichten des Jahres sein.

Diese Funktionen stecken in der Uhr

Anders als bei den kursierenden Leaks auf YouTube schafft die Zertifizierung jetzt Fakten. Das Modell mit der Nummer A05170 wurde am 5. August 2026 final abgenommen und ist eindeutig als Smartwatch klassifiziert, nicht als separates Notfallgerät. Laut den eingereichten Unterlagen unterstützt das Gerät LTE-Mobilfunk für Sprachanrufe direkt vom Handgelenk sowie eine Satellitenverbindung nach dem 3GPP-Standard. Letztere ermöglicht es, Nachrichten und Daten auch außerhalb der Reichweite von Mobilfunkmasten zu übertragen – etwa in abgelegenen Bergregionen oder bei Trekkingtouren fernab der Zivilisation. Zusätzlich ist die Uhr mit 2,4-GHz-WLAN, Bluetooth Low Energy, ANT/ANT+ für die Kopplung mit Sportsensoren sowie NFC für kontaktloses Bezahlen ausgestattet. Besonders aufschlussreich: Getestet wurde die Watch unter anderem mit einem Titan-Armband. Und das verbaut Garmin nicht bei Mittelklasse-Modellen – das deutet klar auf eine Premium-Uhr hin.

Eine Fenix 9 kommt selten allein

Garmin nennt in den FCC-Unterlagen keine offizielle Produktbezeichnung. Vieles spricht aber dafür, dass es sich um die Fenix 9 handelt, genauer um die Top-Variante mit eingebautem inReach-Satellitenfunk. Denn parallel wurden zwei weitere Modellnummern zertifiziert – vermutlich zwei Gehäusegrößen einer Baureihe. Beobachter rechnen daher mit drei Modellvarianten: der Fenix 9, der Fenix 9 Pro und der Fenix 9 Pro inReach – verfügbar in den bekannten Größen 47 und 51 Millimeter sowie erstmals als kompaktere 43-Millimeter-Ausführung. Wichtig zur Einordnung: Ein weiteres, separat zertifiziertes Garmin-Modell wird als Enduro 4 gehandelt. Auch das Vorgängermodell dieser Reihe ist bereits seit geraumer Zeit auf dem Markt.

Was noch reine Spekulation ist

So spannend die Zulassung auch ist: Viele der aktuell kursierenden Spezifikationen sind mit Vorsicht zu genießen. Mutmaßungen über eine Akkulaufzeit von 60 Tagen, ein MicroLED-Display oder eine drehbare Krone stammen fast ausnahmslos aus Leak-Videos ohne verlässliche Quelle. Bis zum offiziellen Launch gilt die Grundregel: Was nicht in offiziellen Dokumenten steht, gehört höchstwahrscheinlich nicht zur neuen Garmin-Uhr. Das schließt jedoch nicht aus, dass der Hersteller solche Features für spätere Generationen im Hintergrund entwickelt.

Das sollten Kaufinteressenten wissen

Wer aktuell mit einer neuen Outdoor-Uhr liebäugelt und Wert auf Satellitenkommunikation legt, sollte abwarten. Mehrere Garmin-nahe Portale nennen den 25. August 2026 als möglichen Vorstellungstermin. Der Verkaufsstart dürfte dann kurze Zeit später erfolgen. Preise sind noch offen – günstig wird ein Titan-Modell mit Satellitenfunk aber sicher nicht. Für alle, die regelmäßig fernab vom Handynetz unterwegs sind, könnte sich das Warten trotzdem lohnen: Eine Uhr, die im Notfall selbst ohne Empfang Hilfe rufen kann, ist mehr als eine Spielerei. Apple hatte das auf seinen iPhones bereits vor einiger Zeit eingeführt und auch auf der Apple Watch Ultra 3 gibt es das System schon. Die Google-Pixel-Smartphones ab dem Google Pixel 9 sind ebenfalls in der Lage, per Satellit einen Notruf abzusetzen.