Seit vier Jahren teilen sich die Familien Knuppe und Sawadi-Kröger eine Brandenburger Doppelhaushälfte. Und durchleben dabei eine schräge Situation nach der anderen. Jetzt geht die ZDF-Sitcom „Doppelhaushälfte“ in ihre fünfte Staffel – mit zehn neuen Folgen voller Fremdschämen, Vorurteile und Peinlichkeiten.

Das Fremdschampotenzial bleibt hoch, die sechs sehr unterschiedlichen Protagonisten bieten immer noch Stoff für neue Konfrontationen und Kuriositäten. Streamingstart ist am 14. August, im TV läuft die Serie ab 25. August.

Dubioses Erbe und Geiselnahme

Weiter geht der wilde Ritt durch Tabus und Peinlichkeiten. In den zehn Folgen der fünften Staffel geht es unter anderem um ein dubioses Erbe, eine Zeitreise und eine Geiselnahme.

Um das Zusammentreffen von zwei sehr unterschiedlichen Familien, die jedes Fettnäpfchen mitnehmen. Zu Beginn der Serie wurde viel gestritten, inzwischen koexistieren sie in enger Nachbarschaft, helfen sich, necken sich, können nicht mehr ohneeinander.

Gesellschaftspolitische Debatten im Komödienformat

Was seit den ersten Folgen geblieben ist: gesellschaftspolitische Debatten, die komödiantisch verarbeitet werden, indem die vier Erwachsenen in äußerst schräge oder peinliche Situationen geraten.

Auf der einen Seite wohnen die Brandenburger Tracy (Minh-Khai Phan-Thi) und Andi Knuppe (Milan Peschel) mit ihrem Sohn Rocco (Hoang Minh Ha). Auf der anderen Seite die aus Berlin nach Brandenburg gezogenen Mari Sawadi (Maryam Zaree) und Theo Kröger (Benito Bause) mit Maris Tochter Zoe (Helena Yousefi) – und dem für die Handlung nicht so wichtigen Kleinkind Frida.

Bei den Knuppes sorgt Tracy für das Einkommen, sie leitet mit ihrem rauen Dialekt nicht nur die Familie, sondern auch einen Schönheitssalon. Die gebürtige Brandenburgerin mit vietnamesischen Wurzeln ist gerissen und den anderen mit ihren Ideen meist einen Schritt voraus.

Alter weißer Mann trifft Political Correctness

Ihr Mann Andi war mal Polizist, nutzt seine Zeit aber vor allem, um die Weisheiten eines alten weißen Mannes runterzubeten und in Erinnerungen aus vermeintlich besseren Zeiten zu schwelgen – bemitleidenswert und liebenswürdig zugleich.

Vor allem mit Mari gerät er immer wieder aneinander. Political Correctness ist ihr Credo, vielleicht auch eher ein Zwang. Ihr Partner Theo ist Lehrer, an sich auf Maris Seite, aber anfällig für so ziemlich jede Verlockung. Bevor er unfreundlich rüberkommt, lässt er sich lieber in jeden Mist mit hineinziehen.

Die Liste der Streitthemen ist lang

Denn die Liste der aktuellen gesellschaftlichen Streitthemen, die man an diesen sechs Protagonisten entlang erzählen kann, ist lang. Unterschiede zwischen Stadt und Land, der Umgang mit Queerness, Migration, der politische Rechtsruck, das Verhältnis von Ost und West – „Doppelhaushälfte“ nimmt seit Jahren bereitwillig jedes schwierige Thema mit.

Dazu kommt die gute Besetzung: Vor allem Milan Peschel als Andi Knuppe ist von der ersten Staffel an ein Garant für laute Lacher, man nimmt ihm den vorurteilsbehafteten Kleinbürger sofort ab. Auch Minh-Khai Phan-Thi als stets schlagfertige, Vapes rauchende Tracy und Maryam Zaree als Mari sind Highlights der Serie.

Western, Musical und Soap in einer Soap

Die Macher von „Doppelhaushälfte“ haben in den vergangenen Jahren immer wieder mit den Genres gespielt. Es gab schon Horrorfolgen, einen Sprung in die Gaming-Welt – nun kommen ein Western, ein Musical und eine Soap in einer Soap hinzu.

Im Western wird gekonnt die Geschichte der sogenannten DDR-Indianerfilme erzählt, um sich dann kritisch mit der „Ostalgie“ zu beschäftigen, also nostalgischen Gefühlen gegenüber der früheren DDR.

Welche Szene macht nicht zum Lachen?

Die Frage ist eher: Welche Szene macht das nicht? „Doppelhaushälfte“ steckt voller lustiger Anspielungen, zum Schmunzeln ist einem fast immer zumute. Die Serie bietet viel für Freunde von Sarkasmus, hier und da wird es auch gerne mal ein wenig albern.

Komödiantische Höhepunkte sind immer wieder Andis Ansichten über die Gesellschaft, die wahlweise von Facebook oder aus dem vorherigen Jahrtausend stammen.

Vorherige Staffeln nicht zwingend nötig

Es kann nicht schaden, die vorherigen Staffeln anzuschauen – vor allem, um die Eigenheiten der Charaktere besser kennenzulernen. Die ersten beiden Staffeln waren urkomisch und erzählten sehr klassisch, was wohl in so einer Doppelhaushälfte passieren könnte. Mit der Zeit wurden die Macher der Serie mutiger, experimentierfreudiger.

Unbedingt nötig ist es aber nicht. Die einzelnen Folgen bauen nicht streng aufeinander auf. Vielmehr eröffnet jede Episode für sich einen neuen Konfliktherd, eine neue Peinlichkeit, eine neue Begebenheit in der Nachbarschaft.

Start am 25. August im linearen Fernsehen

Im linearen Fernsehen geht es am 25. August um 21.45 Uhr los. Fünf Wochen lang laufen dann jeweils dienstagabends zwei halbstündige Folgen auf ZDFneo. In der Mediathek ist die Serie schon ab 14. August online.

Wer bisher gerne „Doppelhaushälfte“ geschaut hat, sollte sich auch für Staffel fünf Zeit nehmen. Die Serie bleibt komisch, ein bisschen durchgeknallt, relevant – und einfach lustig.

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