«Als Zürcher würde ich mich schon fragen, warum ich noch ins Stadion gehe»

Nach dem 0:5-Debakel in Lugano steht der FC Zürich vor einer Krise. Trainer Marcel Koller fordert eine Aussprache im Team.

Adrian Hunziker Publiziert heute um 14:42 Uhr LinkedIn Link kopiert Error occurred Facebook Link kopiert Error occurred X Link kopiert Error occurred E-Mail Link kopiert Error occurred Link kopieren Link kopiert Error occurred Torhüter Heinz Lindner vom FC Zürich kann einen Treffer nicht verhindern und kassiert eine 4:0-Niederlage gegen den FC Lugano in der Super League.

FCZ-Goalie Heinz Lindner erlebte einen bitteren Nachmittag.

Foto: Marusca Rezzonico (Freshfocus)

Der FC Zürich hat beim FC Lugano eine der deutlichsten Niederlagen der letzten Jahre kassiert. Das 0:5 im dritten Saisonspiel legt schonungslos offen, wie gross die Probleme bei den Stadtzürchern sind. In der «Dritten Halbzeit» spricht Host Tilman Pauls von einem historischen Ungleichgewicht: «Der FCZ verliert 0:5 gegen Lugano, ich habe selten ein Spiel gesehen, in dem eine Mannschaft dermassen überlegen war.» Dominic Wuillemin fügt an: «Als Zürcher würde ich mich schon fragen, warum ich noch ins Stadion gehe.»

Trainer Marcel Koller reagierte nach der Partie ungewöhnlich deutlich und forderte eine offene Aussprache im Team. Athletik, Taktik und Einstellung stellte er infrage – ein bemerkenswertes Signal bereits nach drei Runden.

Abgänge nicht ersetzt, Geld nicht reinvestiert

Die Runde sieht die Ursachen tiefer. Das Kader sei strukturell zu schwach, Abgänge wurden nicht adäquat ersetzt. Der Transfer von Cheweyo Tsawa habe rund sechs Millionen Franken eingebracht – Geld, das nicht in die Mannschaft zurückfloss. Dominic Wuillemin sagt: «Wenn du gewisse Ambitionen hättest, dann würdest du das Geld wieder in die Mannschaft einfliessen lassen.»

Thomas Schifferle sieht darin ein Indiz für die Verkaufsabsichten der Besitzerfamilie Canepa: «Das ist das grosse Dilemma beim FCZ. Man wollte eigentlich den Club verkaufen. Bin ich jetzt aber als Besitzer noch mal bereit, zu investieren, wenn ich eh schon verkaufen will?»

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Dass die clubeigene Nachwuchspipeline die fehlende Qualität kompensieren kann, bezweifelt die Runde – auch mit Blick auf Spieler wie Bledian Krasniqi, der sich zuletzt kaum weiterentwickelt hat.

Mehr dazu in der aktuellen Folge der «Dritten Halbzeit».

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