«War so gut wie am Ende»

ESC-Kandidat berichtet von Alkohol- und Geldproblemen

Aktualisiert am 28.02.2026 – 20:50 UhrLesedauer: 3 Min.

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Marti Fischer bei der Bekanntgabe der Grimme-Preise 2020 (Archivbild): Der gebürtige Salzgitteraner will beim ESC für Deutschland antreten. (Quelle: Revierfoto/imago-images-bilder)

Gut gelaunt und schlagfertig – so tritt Marti Fischer meist auf. Aktuell kämpft er mit Ragazzki um ein Ticket für den ESC. Nun gibt er Einblicke in ein dunkleres Kapitel seines Lebens.

Im ESC-Song «Ciao Ragazzki» steht Fischer für Leichtigkeit und Humor. In der zweiten Staffel der YouTube-Dokumentation «Nach dem Applaus – YouTube Deutschland» zeigt der gebürtige Salzgitteraner jedoch eine nachdenklichere Seite. Gemeinsam mit David «Miirtek» Starosciak bildet er das Duo Ragazzki.

In der Doku berichtet der 35-Jährige von erheblichen finanziellen und persönlichen Problemen vor rund acht Jahren. «Ich weiß nicht, wie ich das hingekriegt habe, aber ich hatte auf einmal viel zu wenig Geld, weil mein Konto gepfändet war», sagt Fischer, der durch seine YouTube-Videos einem größeren Publikum bekannt wurde.

Zum ersten Mal in seinem Leben sei er in einer derartigen Situation gewesen. Das schürte Angst. «Ich habe gedacht: Als Nächstes nehmen sie mir alles weg. Das ist ein Moment gewesen, vor dem ich mich immer gefürchtet habe», gibt er rückblickend zu. In der Folge habe er Briefe und Mahnungen bekommen, die er irgendwann nicht mehr geöffnet habe.

Und damit nicht genug: «Bei der einen Pfändung blieb es nicht, es kamen dann noch zwei weitere», so Fischer weiter. «Ich war wirklich so gut wie am Ende mit allem.» Inmitten der kritischen finanziellen Lage habe er sich auch die Frage gestellt: «Wie um Gottes Willen soll ich an Jobs kommen?»

Einen kurzzeitigen Ausweg aus der Situation habe er im Alkohol gesucht, sagt er. «In der Zeit habe ich auch viel Alkohol getrunken. Ich bin wirklich Alkoholiker – jetzt trocken.» Damit habe er versucht, die Probleme zu kompensieren.

Der tatsächliche Ausweg sei allerdings ein anderer gewesen. Mit Hilfe seines heutigen Managers habe er sich wieder ordnen können, so Fischer. «Ich bin ja so ein chaotischer ADS-Mann, der sein Leben allein jedenfalls nicht so schön strukturiert kriegt, wie mit einem Management, was ich heutzutage habe. Damals hatte ich keins», erklärt er.

Sein Manager habe ihm seinerzeit versprochen: «Ich helfe dir da raus und sorge dafür, dass das nie wieder passiert», sagt Fischer. «Und er hat sein Versprechen gehalten. Er hat gesehen, was in mir steckt und wie man da eine gewisse Ruhe reinbekommt, mit der ich kreativ sein kann und das tun kann, was ich am besten kann. Nämlich Quatsch und Musik.»