Danger Dan: «Ingloria Victoria» ist kritische Auseinandersetzung
In dem Lied singt er etwa: «Das Victoria-Gymnasium in Aachen schmückt sich auf Wikipedia mit meinem Namen. Bekannter Schüler dieser Schule soll ich mal gewesen sein. Das ist grundsätzlich zwar richtig, aber jetzt mal im Detail: Dass ich dort Schüler war, ist etwas übertrieben. Ich hätte mich mehr als Geschädigten beschrieben.»
In dem Song beschreibt Pongratz sich zudem selbst als einen «ganz normalen Jugendlichen, der sehr gerne kifft und dabei Rap-Musik hört», aber «nicht pünktlich und nicht arbeitsam und tugendhaft im preußischen Sinne» ist. Auf der Wikipedia-Seite des Viktoria-Gymnasiums wird Danger Dans kritische Auseinandersetzung mit seiner Schulzeit und dem System inzwischen thematisiert.
Kritik am Clubsterben in Aachen: Jakobshof und Malteserkeller
Doch Danger Dans Kritik an der Stadt Aachen endet nicht an der Schultür. In Rückschau erinnert er sich in Gesprächen mit dem Musik- und Kulturmagazin «Diffus» und der «Aachener Zeitung», dass ihm die Stadt als junger Musiker zu eng gewesen sei. Der Lokalzeitung sagte er über seine Zeit im Aachener Nachtleben: «Es gab immer nur dieselben drei, vier Läden, in die ich gehen wollte. Die haben irgendwann zugemacht, und ich hatte das Gefühl, dass ich eine größere Spielwiese brauche.»
Damals hätten wichtige Orte für Subkulturen wie der Jakobshof oder der Malteserkeller, einer der ältesten Jazzclubs Deutschlands, einfach zugemacht. Dass die Stadt dabei nur zugesehen hat, statt etwas zu unternehmen, sage ihm zufolge viel über die Wertigkeit aus, die die Stadt den Subkulturen beimesse. Er meinte einmal: «Da war ich auch richtig sauer auf Aachen.»
Allerdings, das sagt Danger Dan auch, bemerke er, dass er in den vergangenen Jahren zunehmend milder werde in seiner Rückschau auf die Stadt: «Ich stelle fest, dass mein Hass auf Aachen kleiner wird, je länger ich weg bin», sagte er etwa in einem Gespräch mit der «Aachener Zeitung». Zu tun habe das aber vor allem mit den Leuten, die in Aachen geblieben seien und sich anstrengten, in Aachen kulturell etwas auf die Beine zu stellen: «Ich ziehe nicht mehr so über Aachen her, weil ich genau diesen Leuten nicht in den Rücken fallen will.»
