Verlobte und Freunde trauern

Aktualisiert am 12.08.2026, 15:13 Uhr

Jake Whisenant

Jake Whisenant ist bei einem Sturz in der kalifornischen Sierra Nevada ums Leben gekommen.
© Instagram/baileekmoore

Der US-amerikanische Kletterer Jake Whisenant ist bei einem Sturz in der kalifornischen Sierra Nevada ums Leben gekommen. Der 30-Jährige hatte erst im vergangenen Jahr mit einer Rekordzeit am legendären El Capitan im Yosemite-Nationalpark für Aufsehen gesorgt. Seine Verlobte und Freunde reagieren erschüttert.

Der für seine Geschwindigkeitsrekorde bekannte Kletterer Jacob «Jake» Whisenant ist am 3. August in der Wildnis des Sequoia-and-Kings-Canyon-Nationalparks tödlich verunglückt. Wie der «Guardian» berichtet, stürzte der 30-Jährige aus Mammoth Lakes in Kalifornien bei dem Versuch einer Erstbegehung in den Tod.

Bereits am 2. August hatten Mitarbeiter des National Park Service (NPS) auf einen «climbing-related incident» in dem Wildnisgebiet reagiert. Die Such- und Bergungsarbeiten erstreckten sich über zwei Tage, ehe Ranger den leblosen Körper des Kletterers auffanden. Das Büro des Tulare County Sheriffs wertet die Todesursache laut «NBC News» als «Unfall». Nähere Einzelheiten zu den genauen Umständen des Sturzes stehen demnach noch aus und werden weiterhin untersucht.

Rekordzeit am El Capitan

Whisenant hatte sich in der Kletterszene vor allem durch seine spektakulären Speedbegehungen im Yosemite-Nationalpark einen Namen gemacht. Im Oktober 2024 bewältigte er gemeinsam mit seinem Partner Brant Hysell die rund 600 Meter lange Lurking-Fear-Route am El Capitan in lediglich 2 Stunden, 55 Minuten und 32 Sekunden – ein neuer Geschwindigkeitsrekord. Nur zwei Tage zuvor hatten die beiden dieselbe Route bereits in etwas mehr als vier Stunden durchstiegen.

Whisenant selbst bezeichnete die Leistung in einem Instagram-Beitrag als «einen wahrhaft magischen Tag, den ich nie vergessen werde». Im Mai dieses Jahres setzte er noch einen drauf: Zusammen mit dem Kletterer Noah Fox absolvierte er die berühmte Nose-Route am El Capitan gleich zweimal an einem einzigen Tag.

Verlobte nimmt emotional Abschied

Die Nachricht vom Tod des Athleten löste in seinem Umfeld tiefe Bestürzung aus. Seine Verlobte Emma London verfasste einen bewegenden Nachruf, in dem sie schilderte, den Anruf erhalten zu haben, «den niemand jemals über die Liebe seines Lebens bekommen möchte». Whisenant sei bei der Erstbegehung einer Route im Sequoia-Kings-Canyon-Gebiet abgestürzt, schrieb London weiter. «Als die Dämmerung in die Nacht überging, musste ich mich vom letzten Tag verabschieden, an dem wir beide noch auf dieser Erde waren.»

Auch seine langjährige Freundin Bailee Moore zeigte sich fassungslos. Gegenüber «NBC News» nannte sie den Verlust «unvorstellbar» und betonte: «Es gibt keine Worte, die beschreiben könnten, was für ein Mensch er war.» Whisenant sei «weit mehr als nur ein Kletterer» gewesen.

Moore rief eine Spendenkampagne ins Leben, um an den Orten, die Whisenant am Herzen lagen, Gedenkstätten zu errichten. «Jake Whisenant lebte sein Leben mit einem seltenen Sinn für Bestimmung», heisst es auf der GoFundMe-Seite. «Seine Leidenschaft fürs Klettern war nur ein kleiner Einblick in die Art von Mensch, die er war.» (red)

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