Backrooms und Obsession – Du sollst mich lieben haben dieses Jahr bewiesen, dass man weder viel Geld noch ein riesiges Star-Ensemble benötigt, um die Leute ins Kino zu locken. Oft reicht eine einfache Idee, die schaurig schön umgesetzt wurde. Das trifft auch auf den am 13. August 2026 in Deutschland anlaufenden Horror-Hype Exit 8 von Regisseur Genki Kawamura (A Hundred Flowers) zu – eine gelungene Videospielverfilmung, die schon 2025 in Japan und in Cannes zu sehen war.
Einfaches Konzept, große Horror-Wirkung: Exit 8 ist ein klaustrophobischer Alptraum
Der namenlose Protagonist (Kazunari Ninomiya) aus The Exit 8 findet sich in einer surrealen Situation wieder. Als er auf dem Weg zu seinem Job den strahlendweißen Fußgängertunnel einer U-Bahn-Station durchquert, steckt er plötzlich in der Falle. Der Ausgang will einfach nicht erscheinen und der Tunnel wiederholt sich nach dem Durchqueren. Dann bemerkt er auf einem Plakat die Spielregeln, um aus dem Labyrinth zu entkommen: «Bitte übersehen Sie nichts Ungewöhnliches. Wenn Sie eine Anomalie entdecken, kehren Sie sofort um. Wenn nicht, fahren Sie fort. Gehen Sie dann über Ausgang 8 heraus.»
Seht hier den Trailer zu Exit 8:
Exit 8 – Trailer 2 (English) HD
Vorbei an unheimlichen Männern mit gruseligem Lächeln und allerlei schaurigen Details, gilt es, den Tunnel bis auf die letzte Kachel kennenzulernen und zu bemerken, wenn etwas nicht hierher gehört – ganz wie in der Videospielvorlage von 2023. Verpasst man eine Anomalie, muss der Gefangene von vorne anfangen. Ein Konzept, das die Nerven auf die Probe stellt und zum Miträtseln einlädt.
Auch spannend:Gamer und Horror-Fans feiern den kleinen japanischen Film
Beim Review-Aggregator Rotten Tomatoes kommt Exit 8 auf einen ausgewogenen Score bei Kritiker:innen (92 Prozent) und Publikum (86 Prozent). Man ist sich einig, dass das Mystery-Konzept nicht nur als Horrorfilm funktioniert, sondern auch eine gelungene Videospielverfilmung ist, die genau das aus der Vorlage rausholt, was sie so spannend gemacht hat.
Moviepilot-Chefredakteurin Jenny Jecke meinte in ihrem Film-Check aus Cannes, dass sich der Film genau deshalb von anderen Genregenossen abheben würde: «Exit 8 kommt hingegen ganz nah ran an die nagende Apathie, wenn man wieder und wieder an einem Level verzweifelt. In der Zuschauerposition schaut man zudem aktiv nach Hinweisen auf Anomalien oder schlägt frustriert die Hände über den Kopf zusammen, wenn der Namenlose sie übersieht. Gefördert wird die Immersion durch die entschlackte Inszenierung […] und das ebenfalls minimalistische Szenenbild: simpel genug, um sich alles zu merken und komplex genug, um etwas zu übersehen.»
Nach 95 Minuten entkommt ihr auch schon wieder dem Kino. Ob es der Protagonist aus Exit 8 ´^allerdings in dieser Zeit schafft, aus dem Tunnel zu entkommen, müsst ihr beim Besuch im Lichtspielhaus selbst in Erfahrung bringen.