Außerdem haben wir in dieser Woche für Sie ausgewählt: Melancholische Männergesänge, ein gereiftes One-Hit-Wonder, Soundtracks für die Stadtflucht, psychedelische Trips aus zwei Generationen und ein Relikt aus der goldenen Hip-Hop-Ära.

1 Leif Vollebekk Leif Vollebekk Melancholie ist seine Zauberkraft: Leif Vollebekk.

© Kiddihjalmur

Kanada hat seit über einem halben Jahrhundert seine eigene Tradition schwermütiger Songwriter mit ganz großen (Leonard Cohen, Neil Young) und etlichen (Wikipedia listet fast 700 kanadische Songwriter auf) nicht ganz so berühmten Künstlern.

In diese Kategorie gehört auch Leif Vollebekk. Der aus Ottawa stammende Musiker mit kanadischen und französischen Wurzeln hat sich seit 2010 mit fünf exzellenten Alben einen Ruf als Singer-Songwriter der Sonderklasse ersungen.

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Vollebekks Lieder mäandern zwischen melodischer Opulenz und spartanischer Schroffheit. Zusammengehalten wird das von einer Stimme, die das Schwerholzgeraspel eines Bruce Springsteen mit dem splittrigen Schmelz eines Ryan Adams in Einklang bringt.

Insofern trägt Vollebekks letztes Album seinen Titel nicht unberechtigt: „Revelation“. In der Tat: eine Offenbarung. (wun)

Hole 44

Hermannstr. 146, Neukölln, Fr 27.2., 20 Uhr, 42 Euro

2 Alice Merton Alice Merton Nenn mich nicht One-Hot-Wonder: Alice Merton.

© Elias Koehler

Wenn ein Song das restliche Oeuvre eines Pop-Acts überstrahlt, spricht man von einem One-Hit-Wonder. Auch Alice Merton hat den internationalen Chart-Erfolg ihrer Debütsingle „No Roots“ aus dem Jahr 2016 nie wiederholen können.

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Doch die in Frankfurt am Main geborene und in Kanada aufgewachsene Künstlerin hat mit drei Alben voller groovender Popsongs im stilistischen Einzugsgebiet zwischen Dua Lipa, Lorde und Amy Macdonald ihre Reife und kommerzielle Standfestigkeit unter Beweis gestellt. (wun)

Kesselhaus

Knaackstr. 97, Prenzlauer Berg, S0 1.3., 20 Uhr, 52 Euro

3 Eros Ramazzotti Eros Ramazzotti Zum Augenausheulen schön: Eros Ramazzotti.

© Cosimo Boccolieri

Manche Dinge ändern sich erfreulicherweise nie: Bei Eros Ramazzotti ist der (Vor-)Name verlässlich Programm. Und weil sich seine Musik seit 40 Jahren nicht wesentlich gewandelt hat, darf man auch noch „Schmusesänger“ sagen.

Ebenjener Schmusesänger, mittlerweile 62 Jahre alt und Opa, beglückt seine Fans mit der Welttournee „Una Storia Importante“. Das gleichnamige Album besteht aus Wiedervorlagen alter Songs, neu eingesungen mit Kollegen wie Alicia Keys oder Jovanotti.

Kenner mögen einwenden: „Zu dem Song habe ich mir doch schon 1985 die Augen ausgeheult!“ Der Titel beziehe sich weniger auf den Hit als auf seine 40-jährige Karriere, erklärte Ramazzotti beim Albumlaunch.

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Vier Jahrzehnte Bühne also, in denen auch an einem Eros der Zahn der Zeit nagt. Dabei machte er noch vor fünf Jahren Schlagzeilen, weil er mit einer 22-jährigen Schönheit vielleicht (oder auch nicht) geknutscht hat.

Seine Ex Dalila Gelsomino schrieb auf Instagram von „Monaten großen Schmerzes und unendlichen Schweigens“, die der Trennung vorausgegangen sein sollen. Und in Wien toben die Fans, weil das Konzert den Vorbereitungen für den ESC weichen muss.

Das dürfte auch dem als zickige Diva verschrienen Superstar nicht geschmeckt haben. Ganz große Gefühle also an allen Ramazzotti-Fronten. (cna)

Uber Arena

Uber Platz, Friedrichshain, Mo 2.3., 20 Uhr, ab 72 Euro

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4 Kula Shaker Kula Shaker Auf dem Indientrip hängengeblieben: Kula Shaker.

© Nicole Frobusch

Die Londoner Band Kula Shaker verschmolz 1996 auf dem Debütalbum „K“ den psychedelischen Indientrip der Beatles mit der Britpop-Melodieseligkeit von Oasis und dem Rave-Irrsinn der Happy Mondays zu einem eklektischen Stilmix.

Das reichte für eine Handvoll Top-10-Hits wie „Tattva“ oder „Hey Dude“ und spülte Kula Shaker in kommerzielle Höhen, die mit Blur oder Pulp, wenn auch nicht mit Oasis, zu vergleichen waren.

Schon 1999 war der kreative Furor erlahmt, danach ging man getrennte Wege. Umso bemerkenswerter, dass die zweite Bandphase, die 2004 begann und bis heute anhält, von einer gelassenen Souveränität im Umgang mit den eigenen Mitteln geprägt ist. (wun)

Heimathafen Neukölln

Karl-Marx-Str. 141, Mo 2.3., 20 Uhr, 35 Euro

5 YĪN YĪN Yin Yin Sie haben die Flughöhe erreicht: Die Band YĪN YĪN aus Maastricht.

© Philine van den Hul

Während Kula Shaker die drogeninduzierten Rocktrips westlicher Sixties-Acts in die Neunziger gebeamt haben, wählt die niederländische Band YĪN YĪN für ihren 21st-Century-Psychpop einen kosmopolitischeren Ansatz.

Auf dem vierten Album „Yatta!“ lässt das Quartett aus Maastricht seine Mushroom-Instrumentals über halluzinogenen Klanglandschaften schweben.

Dabei operieren YĪN YĪN in einer ähnlichen Flughöhe wie ihre Labelkollegen und Landsleute Altin Gün oder die texanischen Psych-Dubber Khruangbin und verneigen sich vor den Exotica-Pop-Traditionen Südostasiens und Lateinamerikas. (wun)

Gretchen

Obentrautstr. 19-21, Kreuzberg, Mo 2.3., 20 Uhr, 25 Euro

Mehr zu Popkultur und Konzerten lesen Sie hierSänger Tim Bendzko im Interview „Es gibt viel Schein und wenig Sein in Berlin“ DJs weltweit in Sorge um ihre Technik Berliner Producing-Firma Native Instruments ist insolvent Elektro-Ikone Peaches im Interview „Es gab immer Menschen in den hinteren Reihen, die gedacht haben: Was ist das denn?“ 6 Wu-Tang Clan Wu-Tang Clan Relikt aus goldenen Zeiten: Rapper Raekwon vom Wu-Tang Clan.

© IMAGO/Dafydd Owen / Avalon

Natürlich gibt es 2026 bei einem Konzert des Wu-Tang Clan einige Variablen: Wer von der neunköpfigen Originalbesetzung ist 33 Jahre nach dem legendären Debüt „Enter the Wu-Tang (36 Chambers)“ noch dabei?

Wird der Auftritt des Rap-Kollektivs aus New York eine reine Nostalgieveranstaltung oder können Raekwon (Foto), Method Man, GZA und Co. neue Impulse setzen? Und vor allem: In welcher Verfassung präsentiert sich der Clan?

Immerhin machte sich der Tagesspiegel schon 2015 in einer Konzertkritik über die „Pummel-Samurais“ lustig. Hoffen wir, dass es damals nur ein Formtief jener Combo war, die wie kaum eine andere für Glanz und Verfall der goldenen Hip-Hop-Ära steht. (wun)

Uber Arena

Uber Platz, Friedrichshain, Di 3.3., 20 Uhr, ab 72 Euro

7 The Paper Kites The Paper Kites Lust aufs Land: Das australische Quintett The Paper Kites.

© Tim Harri

Acht Jahre hat es gedauert, bis die 2010 veröffentlichte Debütsingle der australischen Folkband The Paper Kites in den USA eine Goldene Schallplatte für 500.000 verkaufte Einheiten bekam. Drei Jahre später hatte sich die Zahl verdoppelt: Platin.

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Bis heute ist „Bloom“, dessen eine sonnendurchflutete Landidylle feierndes Video über 40 Millionen Mal aufgerufen wurde, mit seinen bukolischen Harmonien und Satzgesängen das Vorzeigestück der Band und der perfekte Soundtrack zur Stadtflucht.

Dabei hat das Quintett sein stilistisches Repertoire seither behutsam erweitert und wagt auf der aktuellen Platte „If You Go There, I Hope You Find It“ sogar ein paar Tanzschritte in der Indie-Disco. (wun)

Metropol

Nollendorfplatz 5, Schöneberg, Mi 4.3., 20 Uhr, 35 Euro