Wer vom Flughafen Zürich einen Langstreckenflug antritt, fährt meist mit der Skymetro zum Satellitenterminal Dock E. Die vollautomatische Bahn bringt Fluggäste in wenigen Minuten ans Ziel. Für die meisten ist sie einfach Teil des Weges zum Gate. Tatsächlich verbirgt sich hinter der unscheinbaren Fahrt jedoch eines der ungewöhnlichsten Verkehrssysteme der Schweiz.

Wo befindet sich die Skymetro am Flughafen Zürich?

Die Skymetro verbindet das Airside Center mit dem Satellitenterminal. Die rund 1,1 Kilometer lange Strecke verläuft vollständig unterirdisch und führt sogar unter einer Start- und Landebahn hindurch. Davon bekommen die meisten Passagiere allerdings kaum etwas mit. Wer kurz aus dem Fenster blickt, sieht vor allem Tunnelwände, was bei Tunneln zugegebenermaßen keine allzu große Überraschung ist. Nach knapp drei Minuten öffnen sich bereits die Türen.

Mitfahren dürfen ausschließlich Fluggäste, die die Sicherheitskontrolle bereits passiert haben. Die Skymetro gehört zum Sicherheitsbereich des Flughafens und ist daher kein öffentliches Verkehrsmittel. Wer sie trotzdem einmal aus reiner Neugier erleben möchte, braucht zunächst ein Flugticket – vermutlich eine der wenigen Bahnfahrten, bei denen das Ticket deutlich mehr kostet als die eigentliche Fahrt.

Die Skymetro – eine Bahn, die lieber gleitet als rollt

Schon nach wenigen Metern wird deutlich, dass diese Flughafenbahn anders unterwegs ist als eine klassische U-Bahn. Sie rattert kaum, schaukelt wenig und gleitet erstaunlich ruhig durch den Tunnel.

Der Grund liegt in ihrer Technik. Statt auf Rädern über Schienen zu fahren, schweben die Fahrzeuge auf einem hauchdünnen Luftkissen über einem Betonfahrweg. Stahlseile ziehen sie vollautomatisch durch den Tunnel. Was zunächst futuristisch klingt, gehört in Zürich seit mehr als zwanzig Jahren zum Alltag. Bis heute ist die Skymetro die einzige Luftkissenbahn der Schweiz.

Tunnelkino in der Skymetro: Unterhaltung während der Fahrt

Während der rund dreiminütigen Fahrt verwandeln 432 vertikale LED-Pixelreihen die Tunnelwand in eine riesige Leinwand. Die Filmsequenzen sind exakt auf die Fahrgeschwindigkeit der Bahn abgestimmt und erzeugen den Eindruck eines überdimensionalen Daumenkinos. Zu sehen sind das Matterhorn, der Titlis und weitere Landschaften der Schweiz, ergänzt durch Drohnenaufnahmen sowie Sommer- und Winterszenen. Je nach Tages- und Jahreszeit wechseln die Filme. Auf klassische Werbung verzichtet der Flughafen bewusst. Stattdessen zeigt das Tunnelkino die landschaftliche Vielfalt der Schweiz – als Willkommensgruß oder als letzter Eindruck vor dem Abflug. Gerade wenn man beginnt, die vorbeiziehenden Bilder genauer zu betrachten, öffnen sich bereits die Türen.

Einen Kinobesuch ersetzt das Tunnelkino natürlich nicht. Für drei Minuten macht es den Weg zum Gate jedoch überraschend kurzweilig – vor allem bei Reisen mit Kindern.

Warum Reisende vom Bodensee und Hochrhein von der Skymetro profitieren

Wer morgens in Konstanz in den Zug steigt oder aus Singen beziehungsweise Waldshut-Tiengen mit dem Auto zum Flughafen fährt, denkt vermutlich nicht an eine außergewöhnliche Bahnfahrt. Genau deshalb überrascht die Skymetro viele Reisende. An der Anreise aus der Region ändert sie zwar nichts. Innerhalb des Flughafens erspart sie jedoch einen längeren Fußweg – ein spürbarer Vorteil für Familien mit Kindern, Reisende mit viel Gepäck oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität.

Warum gibt es die Skymetro überhaupt?

Das Dock E befindet sich in einiger Entfernung zum Airside Center. Damit Passagiere den Weg nicht zu Fuß zurücklegen müssen, wurde die vollautomatische Skymetro im Jahr 2003 in Betrieb genommen. Seitdem verbindet sie beide Bereiche schnell, komfortabel und zuverlässig.

Darum bleibt die Skymetro am Flughafen Zürich in Erinnerung

Auf den ersten Blick wirkt die Skymetro wie eine ganz normale Flughafenbahn. Tatsächlich schwebt sie auf einem Luftkissen unter einer Start- und Landebahn hindurch, verbindet das Airside Center in wenigen Minuten mit dem Satellitenterminal und überrascht unterwegs mit einem Tunnelkino.

Vielleicht liegt genau darin ihr besonderer Reiz: Die Skymetro will gar keine Attraktion sein. Gerade deshalb bleibt sie vielen Reisenden in Erinnerung.

Die Skymetro auf einen Blick

Verbindung: Airside Center ↔ Dock E Fahrzeit: rund 3 Minuten Streckenlänge: ca. 1,1 Kilometer Zugang: nur für Fluggäste nach der Sicherheitskontrolle Nutzung: kostenlos für Fluggäste Besonderheit: einzige Luftkissenbahn der Schweiz Highlight: LED-Tunnelkino während der Fahrt In Betrieb: seit 2003