Am 5. August machte Mischa Gurov einen ungewöhnlichen Versuch. Auf rund 30 Metern entlang des Schanzengrabens sammelte er während 29 Minuten und 29 Sekunden mehr als 500 Zigarettenstummel. Mit Kamera und Garmin-Aufzeichnung dokumentierte der Männedorfer den Fund.
Für Gurov geht es dabei nicht darum, Raucherinnen und Raucher anzugreifen. Ihn beschäftigt vielmehr die Frage, warum Littering trotz Reinigung und jahrelanger Sensibilisierung weiterhin sichtbar ist. «Warum wird es trotz jahrelanger Berichterstattung, Sensibilisierung und Reinigung nicht nachhaltig besser?», fragt er.
Stadt beobachtet die Situation
Die Stadt Zürich hat die Entwicklung am betreffenden Abschnitt zur Kenntnis genommen. Mediensprecher Tobias Nussbaum erklärt auf Anfrage, dass das Littering dort bislang weniger stark ausgeprägt gewesen sei. Man beobachte die Situation und passe bei Bedarf die Reinigungstouren an. Auch zusätzliche Abfallbehälter würden geprüft, falls dies nötig sei.
Entlang des Schanzengrabens zwischen Gessnerbrücke und General-Guisan-Strasse stehen nach Angaben der Stadtreinigung insgesamt 38 Abfallbehälter. In allen können Zigarettenstummel entsorgt werden.
Der Bereich wird täglich grob gereinigt. Für Zigarettenstummel in Rabatten und Grünflächen braucht es allerdings Handarbeit. Der Schanzengraben wird zudem mindestens zwölfmal pro Jahr durch Clean-ups und Freiwilligeneinsätze feingereinigt.
Reinigung allein reicht nicht
Zu den weiteren Massnahmen gehören Abfallbehälter, Schulunterricht, Clean-ups, Raumpatenschaften und Sensibilisierungskampagnen. Gleichzeitig räumt die Stadt ein, dass Kampagnen mit der Zeit an Wirkung verlieren.
Genau hier setzt Gurovs Frage an: Was muss sich ändern, damit Zigarettenstummel nicht nur regelmässig entfernt werden, sondern gar nicht erst auf dem Boden landen? Für die Stadt bleiben genügend Abfallbehälter in Gehdistanz ein wichtiger Teil der Litteringprävention. Gleichzeitig stellt sie fest: Manchmal seien offenbar schon wenige Meter bis zum nächsten Kübel zu viel.
Gurov will das Thema am 18. September im Rahmen des IGSU Clean-Up-Day erneut sichtbar machen. Sein Ziel: nicht nur auf die Verschmutzung aufmerksam machen, sondern darüber sprechen, wie sich etwas daran ändern lässt.