Pause für Tatort und Polizeiruf

Liefers rechnet mit MDR-Sparkurs ab: «Wir lassen das»

Aktualisiert am 17.08.2026 – 06:37 UhrLesedauer: 2 Min.

Jan Josef Liefers (Archivbild): Der Schauspieler kommt nach Bremen.Vergrößern des Bildes

Jan Josef Liefers (Archivbild): Der Schauspieler ist in Dresden geboren. (Quelle: Frank Hoermann/SVEN SIMON)

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Drei Jahre Pause für «Tatort» und «Polizeiruf»: Der Dresdner Schauspieler Jan Josef Liefers übt scharfe Kritik am MDR – und zweifelt an dessen Begründung.

Drei Jahre Pause für zwei Krimi-Klassiker: Der MDR setzt sowohl den Dresdner «Tatort» als auch den Magdeburger «Polizeiruf 110» bis auf Weiteres ab – und stößt damit bei Jan Josef Liefers auf Unverständnis. Im Podcast «Lanz & Precht» machte der 62-jährige gebürtige Dresdner aus seinem Unmut keinen Hehl.

«Das habe ich gar nicht verstanden», sagte Liefers, der im Münsteraner «Tatort» die Rolle des Prof. Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne spielt. Hintergrund der Entscheidung sind laut Sender finanzielle Engpässe: Weil der Rundfunkbeitrag entgegen ursprünglicher Planungen nicht angehoben wurde, fehle dem MDR Geld. Für die kommenden drei Jahre sollen deshalb keine neuen Fälle aus Dresden und Magdeburg mehr gedreht werden.

«Tatort»- und «Polizeiruf»-Dresden liegen Liefers am Herzen

Ob es bei diesen drei Jahren tatsächlich bleibt, wagte Liefers im Gespräch zu bezweifeln. Seine Vermutung brachte er auf eine knappe Formel: «Wir lassen das.» Beide Reihen bedeuten dem Schauspieler offenkundig mehr als gewöhnliches Fernsehprogramm – er zählt sie zum «Tafelsilber der ARD».

Im Podcast wurde auch über die bevorstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September gesprochen, bei der die AfD im Falle einer Regierungsmehrheit die Kündigung der Rundfunkverträge angekündigt hat. Liefers verglich dieses Vorhaben mit dem aktuellen Vorgehen des MDR.

Jan Josef Liefers hat eine besondere Beziehung zu Dresden

Auch Podcast-Gastgeber Markus Lanz zeigte sich irritiert über den Kurs der Sender. Er stellte infrage, wie sich hohe jährliche Einnahmen und das Aus für derart etablierte Formate miteinander vertragen, und fragte, warum man sich unter diesen Voraussetzungen nicht in der Lage sehe, «stilprägende Programme» fortzuführen, «für die die Leute ja im Zweifel auch bezahlen». Für Lanz ein Beleg dafür, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk grundlegend reformiert werden müsse.

Für Liefers hat die Debatte offenbar auch eine persönliche Note. Aufgewachsen ist er in Dresden, noch zu DDR-Zeiten – als der «Polizeiruf 110» dort längst zum festen Bestandteil des Fernsehens gehörte. Bemerkenswert findet Liefers, dass die Reihe die Wende überdauerte und sich anschließend auch gesamtdeutsch durchsetzte. Den «Tatort» nannte er in diesem Zusammenhang «das letzte große deutsche Lagerfeuer».