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Um es direkt zu sagen, die starken Prozentwerte haben eine wichtige Einschränkung: Raymon nennt weder absolute Umsätze und Stückzahlen noch den Euro- oder Bike-Wert des Auftragsbestands. Auch die Bezugszeiträume bleiben teilweise offen. Beim Umsatz nennt das Unternehmen einen Vergleich zum Vorjahr, für den versechsfachten MY27-Auftragsbestand wird dagegen keine eigene Vergleichsbasis angegeben.
Raymon: Die gemeldeten Kennzahlen
Umsatz +25 % gegenüber dem Vorjahr; genauer Betrachtungszeitraum nicht genannt
Auftragsbestand Kollektion 2027 versechsfacht; absolute Höhe und Vergleichsbasis nicht genannt
Lagerbestand um 30 % reduziert; Ausgangswert und Zeitraum nicht genannt
Deckungsbeitrag laut Raymon wieder deutlich im positiven Bereich; absolute Kennzahl nicht genannt
Unabhängige Fachhandelspartner +30 %; absolute Zahl und Vergleichszeitraum nicht genannt
Eigentümer seit März 2025 vollständig Susanne und Felix Puello
Mitteilung von Raymon Bicycles
Altbestände hatten zweistellige Millionenhöhe
Wie groß die Altbestands-Thematik nach der Trennung von Pierer war, lässt sich zumindest historisch einordnen. Im Pierer-Konzernabschluss 2023 ist dokumentiert, dass die Marke R Raymon im September 2023 für 3,5 Mio. € an die R Raymon Bicycles GmbH verkauft wurde. Für die zugehörigen Vorräte und sonstigen Vermögenswerte – darunter Fahrräder und Sachanlagen – wurden zusätzlich rund 73,5 Mio. € angesetzt.
Zum 31. Dezember 2023 wies die R Raymon Bicycles GmbH Vorräte von 70,23 Mio. € aus. Dieser Bilanzwert darf nicht mit dem Ausgangswert der aktuell gemeldeten Reduktion um 30 Prozent gleichgesetzt werden, zeigt aber die damalige Größenordnung der Kapitalbindung. Die Bilanzsumme lag Ende 2023 bei 75,88 Mio. €, die Verbindlichkeiten bei 70,63 Mio. €.
Für das Geschäftsjahr 2023 stand zudem ein Jahresfehlbetrag von rund 794.000 € in der Bilanz. Der Wert ist mit der heutigen Situation nur eingeschränkt vergleichbar, da die Übertragung des Raymon-Geschäfts erst im September 2023 erfolgte. Aktuelle Angaben zu EBITDA, EBIT oder Jahresüberschuss veröffentlicht Raymon in der neuen Mitteilung nicht. Ein wieder positiver Deckungsbeitrag ist daher noch kein Nachweis dafür, dass das Unternehmen unter dem Strich bereits profitabel arbeitet.
Mehr Händler – aber keine aktuelle absolute Zahl
Auch beim Vertrieb meldet Raymon Wachstum. Die Zahl unabhängiger Fachhandelspartner sei um 30 Prozent gestiegen; zudem hätten Händlergruppen, Einkaufsorganisationen und Verbände in Deutschland, Österreich und weiteren europäischen Märkten die Marke neu aufgenommen oder bestehende Partnerschaften ausgebaut.
Bei der vollständigen Übernahme durch Susanne und Felix Puello im März 2025 war noch von mehr als 1.000 nationalen und internationalen Händlern in Europa die Rede. Daraus lässt sich jedoch keine aktuelle Händlerzahl hochrechnen: Die neue Mitteilung spricht ausdrücklich von unabhängigen Fachhandelspartnern und nennt weder deren damalige noch deren heutige absolute Zahl.
Bessere operative Signale, Ergebnis bleibt offen
Der Abverkauf der übernommenen Altbestände, ein wieder positiver Deckungsbeitrag, weniger Lagerbestand sowie steigende Umsätze und Vororders sprechen nach den veröffentlichten Angaben für eine verbesserte operative Situation. Wie weit der wirtschaftliche Turnaround tatsächlich reicht, lässt sich daraus noch nicht abschließend beurteilen.
💸 Jobs in der Bikebranche
Offen bleiben vor allem die absoluten Umsätze und Stückzahlen, die aktuelle Ergebnislage sowie die Größenordnung des MY27-Auftragsbestands. Ebenfalls nicht ausgewiesen wird, welcher Anteil der Orders bereits verbindlich bestellt ist und wie sich Umsatz und Wachstum auf Deutschland, Österreich, weitere Exportmärkte sowie E-Bikes und Fahrräder ohne Motor verteilen.
Wie aussagekräftig sind die gemeldeten Wachstumsraten für euch ohne absolute Umsatz-, Ergebnis- und Orderwerte – oder reichen Altbestandsabbau und steigende Vororders bereits als deutliches Signal?
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Infos: Raymon Bicycles, Pierer Mobility, öffentliche Jahresabschlussdaten