Menschen in Badeanzügen steigen eine Metalltreppe aus dem Wasser hinauf an einem sonnigen Tag.

AUDIO: Lebensretter Stufe: Wie Treppensteigen unser Risiko zu Sterben mindert (1 Min)

Gesundheit, Fitness, Alter

Stand: 17.08.2026 12:24 Uhr

Wer regelmäßig Treppen steigt, dessen Risiko, früh zu sterben, sinkt. Besonders Herz-Kreislauf-Probleme führen seltener zum Tod – die Wahrscheinlichkeit für ein solches Ableben sinkt deutlich. Das zeigt eine neue Übersichtsstudie aus England.

von MDR WISSEN

In der haben Wissenschaftler der Universität von Ostanglien und des Universitätsklinikums Norfolk und Norwich Untersuchungen zusammengefasst, die die Auswirkungen von Treppensteigen auf Mortalität analysieren. Besonders im Fokus der Forschenden stand die kardiovaskuläre Gesundheit, sagt Vassilios Vassiliou, Letztautor der Studie: «Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache – die Fallzahlen haben sich zwischen 1990 und 2019 fast verdoppelt.»

Risiko für Tod durch Herz-Kreislauf-Probleme sinkt um 40 Prozent

Doch diesen Krankheiten lässt sich vorbeugen, erklärt der Kardiologe. «Durch einen gesunden Lebensstil – einschließlich regelmäßiger Bewegung, einer herzgesunden Ernährung, Nichtrauchen, Normalgewicht und der Kontrolle von Blutdruck, Cholesterin und Diabetes – lässt sich das weitgehend verhindern.» Treppensteigen biete dabei eine praktische, aber oft übersehen Möglichkeit der Prävention. «Wir wollten besser verstehen, wie diese alltägliche Aktivität lebensrettend sein kann», erklärt Vassiliou.

Drei Seniorinnen

Langes Leben

Wer über 100 Jahre alt wird, ist ein biologisches Phänomen. Forscher haben nun einen Blutwert entdeckt, der bei diesen Menschen weitaus präziser über Fitness und Lebenserwartung entscheidet als klassische Demenz-Tests.

Insgesamt fast 1.900 Studien analysierten er und sein Team; neun davon mit Daten von mehr als 450.000 Teilnehmern und einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 14 Jahren wurden als relevant identifiziert und ausgewertet. Im Verlauf der Untersuchungen war bei Menschen, die regelmäßig Treppen steigen, die Wahrscheinlichkeit, an Herzproblemen zu sterben, um 39 Prozent und die Wahrscheinlichkeit, an irgendeiner Ursache zu sterben, um 24 Prozent geringer als bei Menschen, die seltener Treppen steigen.

Sechs Absätze am Tag möglicherweise die perfekte Dosis

Außerdem zeigte sich, dass sich schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzinsuffizienz bei jenen, die regelmäßig Stufen liefen, seltener entwickelten. «Nach der Auswertung der Ergebnisse von über 450.000 Teilnehmern fanden wir einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Treppensteigen und einem geringeren Risiko sowohl für Herz-Kreislauf-bedingte Todesfälle als auch für die Gesamtsterblichkeit», fasst Sophie Padock, die Erstautorin der Übersichtsarbeit, zusammen.

Frau, die in einem lavendelfarbenen Sportoutfit und Kopfhörern durch ein Rapsfeld läuft

Große Studie aus den USA

Wer Frühsport treibt, hat ein deutlich geringeres Risiko an koronarer Herzkrankheit, Bluthochdruck oder einer Fettstoffwechselstörung zu erkranken als Menschen, die später am Tag sportlich aktiv sind, so eine US-Studie.

Es gibt Hinweise, dass sechs Absätze Stufen am Tag zu nehmen ideal für Herz und Kreislauf sind – weitere Untersuchungen dieser Zahl seien aber nötig. «Einige der von uns betrachteten Studien zeigten, dass die gesundheitlichen Vorteile mit der Anzahl der gestiegenen Treppen steigen. Aber auch kleine Veränderungen hatten messbare Auswirkungen.»

Doch das gilt nicht für alle Menschen. Mobil Eingeschränkte und Menschen mit Gelenkbeschwerden sollten, so möglich, lieber den Lift nehmen. Für alle anderen biete das Treppensteigen eine einfache, leicht in den Alltag integrierbare und wenig zeitintensive Möglichkeit der Bewegung. «Da mehr als ein Viertel der Erwachsenen weltweit die empfohlenen Aktivitätsniveaus nicht erreicht, bietet das Treppensteigen eine realistische und skalierbare Maßnahme», schließt Vassiliou.

pm/jar