In deutschen Garagen und Kellern laufen 3-D-Drucker für die ukrainischen Streitkräfte. Hunderte Freiwillige stellen dort Kunststoffteile her, die anschliessend in die Ukraine transportiert werden. Produziert werden Zubehör für Drohnen, technische Bauteile und medizinische Hilfsmittel. Andere europäische Netzwerke fertigen auch Komponenten für Munition und Drohnenbomben. Das berichten die Nachrichtenagentur DPA und das Fachportal 3Druck.com.

Von der Garage an die Front: Hunderte Freiwillige produzieren in Deutschland 3-D-gedruckte Drohnenteile für die Ukraine

Organisiert wird ein Teil der Produktion von Drukarmija, der ukrainischen «Druckarmee». Fast 3000 Freiwillige mit rund 7000 Geräten gehören ihr nach Angaben von Mitgründer Jake Wolnow an, etwa 600 davon ausserhalb der Ukraine. Deutschland zählt zu den grössten Auslandsstandorten. Die Organisation funktioniert ähnlich wie ein Onlineshop – nur in umgekehrter Richtung: Soldaten, Sanitäter und Feuerwehrleute melden, was sie benötigen. Freiwillige laden die entsprechenden Druckdateien herunter und schicken die fertigen Teile über Sammeltransporte an die Ukraine.

Die Dimensionen reichen dabei über gelegentliche Nachbarschaftshilfe hinaus. Ein deutscher Teilnehmer lässt vier Geräte rund um die Uhr laufen und produziert nach eigenen Angaben jede Woche zehn bis fünfzehn Kilogramm Teile. Dafür gibt er monatlich 400 bis 500 Euro aus. Drukarmija bietet rund 1500 verschiedene Komponenten an, darunter Tablet-Halterungen, Akku- und Lampengehäuse sowie Schutzteile für Prothesen.

Andere Freiwilligengruppen sind näher an der Waffenproduktion. Das Netzwerk Winuahub stellte nach eigenen Angaben 2024 mit rund 400 Helfern etwa 100 Tonnen Kunststoffteile her – darunter Munitionskomponenten und Gehäuse für Drohnenbomben. Die Freiwilligen arbeiten demnach nur mit Kunststoff; Sprengstoff, Splitter und Zünder kommen erst beim ukrainischen Militär hinzu. Europaweit sollen mindestens dreissig solcher Gruppen aktiv sein.

Für die Produktion in Deutschland zieht Drukarmija nach eigenen Angaben eine Grenze: Bauteile, die als Waffen gelten könnten, werden nicht an deutsche Helfer vergeben, sondern in der Ukraine gedruckt. Aus Deutschland kommen dagegen etwa Attrappen von Minen und Streumunition für Schulungen. So ist neben der klassischen Rüstungsindustrie eine dezentrale Lieferkette entstanden, die bis in private Haushalte reicht.