Die Zahl der leer stehenden Wohnungen im Kanton Zürich ist innert Jahresfrist von rund 3800 auf 4200 gestiegen. In der Statistik werden neben Wohnungen in Mehrfamilienhäusern auch leer stehende Einfamilienhäuser berücksichtigt.

Zum zweiten Mal in Folge liegt die Leerwohnungsziffer in sämtlichen Regionen des Kantons unter einem Prozent. Am höchsten ist sie im Zürcher Oberland mit 0,95 Prozent, gefolgt von der Region Pfannenstiel mit 0,90 Prozent.

Auch die Städte Zürich und Winterthur verzeichnen etwas höhere Werte als in den Vorjahren. Mit 0,11 Prozent in Zürich und 0,20 Prozent in Winterthur liegen die Leerwohnungsziffern jedoch weiterhin unter dem jeweiligen Zehnjahresdurchschnitt.

Nur wenige Neubauten verfügbar

Seit 2021 war die Wohnbautätigkeit im Kanton Zürich mit wenigen Ausnahmen gering. Entsprechend stark nachgefragt waren die neu auf den Markt gekommenen Wohnungen. Wie der Kanton Zürich mitteilt, meldeten die Gemeinden bei der diesjährigen Erhebung rund 600 leer stehende Neubauwohnungen mit Baujahr 2024 oder später. Das sind 120 mehr als im Vorjahr. Die Leerwohnungsziffer bei Neubauten liegt bei 3,02 Prozent. Vor zehn Jahren betrug sie noch mehr als 6 Prozent.

Zum diesjährigen Anstieg tragen insbesondere die Stadt Zürich und die Gemeinde Regensdorf bei, wo in den vergangenen Jahren vergleichsweise viel gebaut wurde.

Rund 700 Einfamilienhäuser leer

Auch Einfamilienhäuser weisen weiterhin einen geringen Leerstand auf. Derzeit stehen kantonsweit rund 700 Einfamilienhäuser leer. Das entspricht einer Leerwohnungsziffer von 0,58 Prozent. Bei den übrigen Wohnungen liegt der Wert mit 0,51 Prozent leicht darunter. Während der Corona-Pandemie war die Nachfrage nach Einfamilienhäusern besonders hoch. Seit 2023 ist beim Leerstand wieder ein leichter Anstieg festzustellen.

Kaum Unterschiede nach Wohnungsgrösse

Bei fast allen Wohnungsgrössen sind die Leerstände gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Eine Ausnahme bilden die 2-Zimmerwohnungen. Insgesamt fallen die Veränderungen jedoch gering aus. Mit 0,60 Prozent weisen Wohnungen mit sechs oder mehr Zimmern derzeit die höchste Leerwohnungsziffer auf. Bei 5-Zimmerwohnungen beträgt sie 0,53 Prozent. Ob sich daraus ein längerfristiger Trend entwickelt, ist noch offen.

Als mögliche Gründe nennt der Kanton unter anderem die hohen Kosten grosser Wohnungen, den Geburtenrückgang und den zunehmenden Auszug der Babyboomer-Generation aus Familienwohnungen.

Vor allem Mietwohnungen betroffen

Mehr als drei Viertel der leer stehenden Objekte sind Mietwohnungen. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Leerstand bei Mietwohnungen um 10 Prozent und beim Wohneigentum um 9 Prozent. Im längerfristigen Vergleich zeigen sich jedoch Unterschiede: Der Leerstand bei Mietwohnungen liegt fast 30 Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Beim Wohneigentum liegt er dagegen rund 5 Prozent darüber.

Wohnbautätigkeit könnte zunehmen

Die weiterhin niedrige Leerwohnungsziffer weist auf eine hohe Nachfrage nach Wohnraum bei einem begrenzten Angebot hin. Gleichzeitig war die Wohnbautätigkeit in den vergangenen beiden Jahren gering. Derzeit gibt es Anzeichen dafür, dass wieder mehr gebaut werden könnte. Das Versicherungsvolumen laufender Bauprojekte ist gestiegen. Auch die hohe Zahl von Gebäudeabbrüchen im ersten Halbjahr 2026 könnte auf kommende Ersatzneubauten hindeuten.

Die Leerwohnungszählung wird nach den Vorgaben des Bundesamts für Statistik durchgeführt. Erfasst werden jeweils die am 1. Juni leer stehenden Wohnungen, die zur dauernden Miete oder zum Kauf angeboten werden. Bereits vermietete oder verkaufte Wohnungen werden nicht als Leerwohnungen gezählt.

Mehr Infos zu Leerwohnungszahlen