Hier setzt das System von Gravis Robotics an: Sensoren und Kameras erfassen die Umgebung, die Software erstellt daraus ein dreidimensionales Bild und wertet gleichzeitig Daten aus der Maschine aus, etwa zur Belastung des Motors. So erhält die KI nicht nur ein Bild der Umgebung, sondern auch Informationen darüber, wie sich Maschine und Boden verhalten – ähnlich wie ein erfahrener Baggerführer, der Motor, Vibrationen und Widerstand wahrnimmt.
Ein System für unterschiedliche Maschinen
Das System ist bereits auf Dutzenden kommerziellen Baustellen im Einsatz und läuft auf Maschinen von verschiedenen Herstellern wie Caterpillar, John Deere, Volvo, Hitachi oder JCB. Die gleiche grundlegende Software kann dabei Maschinen unterschiedlicher Grössen steuern.
Auch der Grad der Automatisierung ist flexibel wählbar: Mit dem Gravis Copilot bleiben Fahrer:innen in der Kabine und erhalten Unterstützung beim präzisen Arbeiten und bei der Gefahrenerkennung. Maschinen können aber auch ferngesteuert oder gar vollständig autonom betrieben werden. Langfristig sollen Bediener:innen so mehrere, weitgehend selbstständig arbeitende Maschinen gleichzeitig überwachen können.
Vom Forschungsprojekt zum Unicorn
Gravis Robotics wurde 2022 gegründet und entstand aus dem Robotic Systems Lab von ETH-Professor Marco Hutter. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 80 Mitarbeitende und ist bereits in Europa, den USA, Lateinamerika und Asien tätig.
Die Technologie hinter Gravis Robotics wurde an der ETH über Jahre von verschiedenen Forschungsgruppen mitentwickelt und erprobt. Für ein Projekt im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunktes Digitale Fabrikation (NCCR dfab) brachten Forschende von Gramazio Kohler Research, dem Robotic Systems Lab und weiteren ETH-Professuren einem autonomen Bagger bei, mit grossen Natursteinen zu bauen. 2023 errichtete die Maschine so eine 65 Meter lange und sechs Meter hohe Trockensteinmauer.