Obwohl kein Newcomer, aber in der hiesigen HiFi-Landschaft nicht so bekannt wie andere, bringt Matrix Audio mit einem exzellenten Streaming Vollverstärker das derzeitige Machtgefüge durcheinander. Wer auf der Suche nach einem integrierten Alleskönner zum Anschluss an Passivlautsprecher ist, der auch hohe klangliche Ansprüche befriedigt und Leistung satt für alle Lebenslagen bietet, sollte diesen Test des Matrix MD-1P aufmerksam studieren…

Willkommen zurück, Matrix Audio (auch wenn Du nie weg warst)

Matrix Audio gibt sich die Ehre. Es ist so eine Art Debütvorstellung, und doch ist der Hersteller ein alter Hase. Schon seit über 20 Jahren ist das chinesische Unternehmen sehr umtriebig im Bereich Digital Audio unterwegs, hatte beispielsweise schon zu Zeiten der ersten Desktop-DACs ein gehöriges Wörtchen mitzureden, wenn es um guten Klang geht. Matrix Audio war bei uns aber, trotz eigenem Vertrieb, lange Zeit irgendwie etwas unterrepräsentiert – was auch an einer etwas unsteten Verkaufsstrategie des Herstellers lag. Das könnte sich jetzt aus mehreren Gründen ändern. Erstens hat Matrix seinen kompletten Markenauftritt samt Logo runderneuert, hat zweitens eine komplett neue und im Design deutlich überarbeitete Geräteserie am Start und hat drittens mit 3-h in Hamburg einen neuen und sehr umtriebigen HiFi-Vertrieb beauftragt, seine Produkte in Deutschland zu repräsentieren.

Matrix MD-1PDer MD1 ist wahlweise in Schwarz oder Silber, sowie mit 150 W oder 300 W pro Kanal erhältlich (Foto: Matrix)

Als 3-h-Vertriebsmitarbeiter Stefan Harms mich anrief und mir einen Test für Matrix Audio anbot. Musste ich erst mal überlegen. Matrix? Sagt mir was. Da war doch was. Gibt’s die noch? Aber klar! Nachdem Stefan mir einen kleinen Überblick über die aktuelle Produktpalette verschafft hat, war ich erstaunt, was ich da über die letzten Jahre sträflich verpasst habe. Matrix hat ein sehr umfangreiches Sortiment an Streaming-Komponenten (Bridges, Vorstufen, Amps) in verschiedenen Preisklassen, dazu auch rein analoge Komponenten, einschließlich großer High End Leistungsverstärker, sowie Netzwerk-Zubehör für audiophile Digitalos.

Der Streaming-Vollverstärker MD-1P…

…gehört zur Kategorie der Beinahe-All-In-One-Komponenten. Als Streaming-Vollverstärker ist der Matrix MD-1P quasi eine komplette HiFi-Anlage in einem schicken Gehäuse. Nur noch Passivlautsprecher müssen angeschlossen werden, was mit dem hier getesteten Modell MD-1P klassisch für zwei Paare im A-B-Mix geht. Streaming-Vollverstärker gibt es inzwischen von zahlreichen Herstellern in nahezu allen Preisklassen. Von Einsteigergeräten wie dem WiiM Amp Ultra oder dem eversolo PLAY (siehe gemeinsames Fazit), über solide Mittelklasse-Komponenten wie dem Yamaha R-N1000A, Onkyo Y-50 oder Technics SU-GX70, HiFi-Lifestyle-Perlen wie dem Cambridge EVO 150 (der neue EVO 300 folgt demnächst im Test), bis hin zu High-Endern wie dem Axxess Forté oder dem Moon 371. Der Matrix MD-1P sortiert sich mit seinem Preis von rund 6.000 Euro in der High-End-Klasse bei den beiden Letztgenannten ein.

Matrix MD-1PAuf dem Rücken der Moon-Endstufe 761 wirkt der MD-1P fast klein, hat aber mehr Leistung als der kanadische Amp (Foto: F. Borowski)

Betrachtet man das Designkonzept und die Ausstattung, erscheint aber ein anderer viel eher als Vergleichskandidat in Frage zu kommen. Nämlich der eben schon kurz erwähnte und rund 4.000 Euro teure Cambridge EVO 300. Beide basieren im Verstärkertrakt auf Class-D-Modulen vom Typ Hypex nCoreX mit rund 300 Watt RMS Ausgangsleistung an 8 Ohm. Dennoch sind die beiden Amps grundverschieden, was sich letztlich auch im Preisunterschied (und im Klang) zeigt. Wegen genau dieser augenscheinlichen Ähnlichkeit mit dem 2.000 Euro günstigeren Cambridge stand ich dem Matrix anfangs doch recht skeptisch gegenüber. Meine Zweifel wurden im Laufe des Tests aber mehr und mehr zerstreut.

Wer ausreichend effiziente Lautsprecher sein Eigen nennt, oder einfach nicht die hohe Ausgangsleistung des MD-1P benötigt, kann auf das Modell MD-1 (ohne P) zurückgreifen. Der bietet mit halber Ausgangsleistung immer noch genug Dampf für die meisten Anwendungen und kostet mit 4.795 Euro spürbar weniger. Der Kunde muss außer der geringeren Ausgangsleistung nur mit ein paar kosmetischen Abstrichen leben, sowie auf den zweiten Lautsprecherausgang verzichten. So hat der MD-1 nicht die selben hübschen Lautsprecherterminals.

Der neue Matrix-Look unterscheidet sich grundlegend von früheren Kreationen des Herstellers und wirkt ebenso dezent wie modern. Das Gehäuse ist wahlweise in Silber oder Schwarz erhältlich und besteht aus recht kräftigen Aluminiumplatten mit 45° gefasten Ecken und mit diversen gefrästen Designelementen in Form von gezielt etwas unregelmäßig ausgeführten Bohrungen in den Seitenteilen und dem Deckel, wo auch das Logo eingefräst ist. Das sieht schick aus und dient gleichzeitig zur Belüftung.

Matrix MD-1PDer Alu-Deckel mit dem gefrästen neuen Matrix-Logo (Foto: F. Borowski)

Die Front ist absolut clean, weil sie zu fast 100 % mit dunklem Glas verkleidet ist. Nur unten links sitzt eine kleine, sehr dezente Taste für Power und Mute (konfigurierbar). Einen Kopfhöreranschluss besitzt der MD-1P nicht. Hinter dem Glas befindet sich ein hochauflösendes LC-Display mit Touch-Funktion. Das ist üppig dimensioniert, stellt aber keine neuen Größenrekorde auf. Mehr zum Display im Praxisteil.

An der Unterseite findet sich neben den soliden Füßen ein unauffälliges kleines Fach mit einer Schraube, in dem ein handelsübliches M.2 SSD-Modul mit bis zu 8 TB Kapazität für eigene Musik installiert werden kann. Damit kann der MD-1P auch als Musikserver für andere Geräte im Netzwerk dienen.

Matrix MD-1PDie Rückseite des MD-1P (Foto: F. Borowski)

Der Blick auf die Rückseite erfreut nicht nur mit der großen Anschlussvielfalt. Auch die Qualität der Buchsen übersteigt die der meisten Streaming-Amps. Dazu gehören solide mit dem Gehäuse verschraubte Cinch-Buchsen, wie auch die sehr schicken Lautsprecherterminals für zwei Paare (A+B). Es mag Konkurrenten mit mehr Anschlüssen geben. Aber für die allermeisten Anwendungsszenarien ist der MD-1P bestens gerüstet. Von Phono MM über Line IN (Cinch und XLR), Pre-OUT, zwei Mal Subwoofer OUT bis hin zu digitalen Schnittstellen (2x Coax, 2x Tos, HDMI ARC, USB-Audio, USB-Media, LAN und WLAN sowie Bluetooth, ohne hässliche Stummelantennen) ist alles da, was das Herz begehrt. Plus zwei Trigger-Ports und die bereits erwähnten edlen Lautsprecherterminals. Bei alledem ist die Rückseite schön übersichtlich und klar strukturiert.

Matrix MD-1PDer „P“ hat hochwertige Terminals für zwei Lautsprecherpaare (Foto: F. Borowski)Matrix MD-1PHochwertige Cinchbuchsen und alle wichtigen Anschlüsse. An der Unterseite ist noch ein Fach mit SSD-Slot (Foto: F. Borowski)

Noch erfreulicher für mich ist die zugehörige IR-Fernbedienung. Die mag auf den ersten Blick schlicht erscheinen, ist aus praktischer Sicht aber eine der Besten ihrer Art. Warum? Weil hier beinahe alles stimmig ist. Angefangen mit einer flachen Unterseite für einen wackelfreien Betrieb auf dem Tisch liegend, über die flachen Tasten, dank derer die Oberfläche leicht abgewischt werden kann, die aber dennoch gut zu ertasten sind, bis hin zur übersichtlichen Anordnung der Tasten, die auch blind gut zu bedienen ist, und nicht zuletzt der Auswahl an Funktionen, die darüber erreichbar sind. Nämlich so gut wie alle, die man vom Hörplatz aus überwiegend braucht. Einschließlich Display-Umschaltung (oder Abschaltung), Musiksteuerung und direkter Quellenwahl. Last but not least stimmt auch die Haptik dank der soliden Alu-Oberfläche, die ihr ein gutes Gewicht verleiht.

Matrix MD-1PDie Fernbedienung des MD-1P ist schlicht, erweist sich aber als bestens durchdacht und sehr funktional (Foto: F. Borowski)

Diese Fernbedienung ist Top! Man merkt, dass da Menschen mit Praxiserfahrung am Werk entschieden haben, und nicht die Designer am Monitor. Einzig die große, zentrale Lautstärkewippe könnte für meinen Geschmack etwas erhabener sein, um sie im Blindbetrieb schneller als Zentrum ausmachen zu können. Und eine rutschfeste Unterseite. Aber da helfen ein paar geeignete Klebefüßchen.

Der MD-1P in der Praxis – geschmeidig!

Ja, geschmeidig könnte man das Nutzererlebnis mit dem MD-1P durchaus nennen. Seine Funktionen sind so gut durchdacht, dass man sich im Betrieb nicht ständig an kleinen Ungereimtheiten reibt.

Anschluss und Einrichtung klappten problemlos und schnell. Dafür braucht man kein Handbuchstudium, auch wenn das Interface derzeit noch auf Englisch oder Chinesisch beschränkt ist. Die deutsche Übersetzung für Interface und App ist aber schon in Arbeit und folgt in Kürze. Erfreulich gestaltet sich auch die Bedienung des MD-1P über das sehr feine und helle (natürlich dimmbare) Touch-Display. Über vier am rechten Bildschirmrand eingeblendete Symbole kann auf die wichtigsten Funktionen zugegriffen werden. Hier sind ein paar Fotos der verschiedenen Screens:

Ein ganz besonderes Leckerli ist das wunderschön gelungene und extrem realistisch und dreidimensional aussehende virtuelle VU-Meter. Zwar bietet der Matrix dieses bei Streamern beliebte Eye Candy nur in einer Variante (mit zwei unterschiedlichen Farbtemperaturen) an, aber die sind so toll gelungen, dass sie von echten Zeigerinstrumenten kaum zu unterscheiden sind. Auch die Zeigerbewegung (die träge und damit gut nachverfolgbar ausgelegt ist) sieht sehr echt aus. Als Gegenbeispiel sei hier das virtuelle VU-Meter des Cambridge EVO genannt. Das sagt mir mit seinen unstimmigen Proportionen und der extrem nervösen Zeigerbewegung gar nicht zu:

Matrix MD-1PDas virtuelle VU-Meter des Matrix erinnert an die riesigen Zeigerinstrumente der legendären Technics-Endstufe SE-A5 aus den Achtzigern. (Foto: F. Borowski)

Andererseits ist das nur eine optische Spielerei, die längst nicht jeder mag, die nicht genutzt werden muss, und die für den Betrieb keinen echten Mehrwert bietet. Daher fließt das natürlich nicht in die Endwertung ein. Eher schon der Umstand, dass die Standby-Taste im Betrieb eine sehr dezente und nicht störende weiße LED hat, die im Standby komplett aus ist. So sollte es sein. Ausgeschaltete Geräte mit einer Leuchtanzeige, die sagt: „Hey! Ich bin ausgeschaltet“, sind nach meinem Verständnis falsche Logik.

Beim Funktionsumfang brauche ich nicht alles zu wiederholen, was die Webseite schon auflistet. Natürlich unterstützt der MD-1P alle wichtigen Streamingdienste einschließlich Qobuz/Tidal/Spotify Connect, lokale Wiedergabe von Massenspeichern (USB, SSD-Slot, NAS), Internetradio, sowie DLNA/UPnP, AirPlay und Bluetooth. Zudem ist das Gerät Roon Ready und „Plays With Audirvāna“. Einzig Google Play fehlt derzeit in der Auflistung.

Interessanter ist da schon, was explizit fehlt, und zwar DSP-Klangregelungen. Matrix verzichtet bewusst auf digitale Equalizer oder gar Raum-Einmessung und wählte stattdessen einen puristischen Ansatz. Klanganpassungen sind nur in einem sehr dezenten Rahmen mittels verschiedener Filter möglich, die Bezeichnungen wie „Mellow“ (mild, oder sanft), „Dynamic“, „Analytical“ oder „Analog“ tragen. Dabei handelt es sich vermutlich um die üblichen umschaltbaren Filtervarianten von DAC-Chips.

Matrix MD-1PAuswahl der Digitalfilter in der App (Screenshot: F. Borowski)

Das auf Linux basierende Betriebssystem und auch die Steuerungssoftware (die App) sind komplett selbst entwickelt. Eine Kernkompetenz von Matrix, ebenso wie die selbst entwickelte DAC-Schaltung im Herzen des MD-1P.

Im Betrieb (Leerlauf) genehmigt sich der MD-1P rund 44 Watt aus der Steckdose. Das ist etwas mehr als der etwa gleich starke EVO 300 (35 W), was auf eine andere Ruhestromauslegung hindeutet. Im Netzwerkstandby ist der MD-1P mit etwa 4,5 W im Mittelfeld angesiedelt. Einen Low-Power-Standby (ohne Erreichbarkeit aus dem Netzwerk) mit 0,5 W oder weniger hat der Matrix nicht zur Auswahl stehen.

Nach einigen Wochen täglicher Nutzung primär für Musik und TV-Ton gefällt mir der Matrix ausgesprochen gut in der Praxis. So gut, dass ich Kritikpunkte wirklich mit der Lupe suchen muss. Aber es gibt immer welche. Die im Folgenden beschriebenen sollte man keinesfalls überbewerten, zumal die gute Chance besteht, dass Matrix sie per Firmware/Software-Update ausbügeln kann. Updates gibt es übrigens reibungslos über das Internet („Over The Air“ oder OTA), wie ich während des Testverlaufs selbst erleben konnte. Ein Update war in ein, zwei Minuten installiert.

Nicht so gut gefallen hat mir die derzeitige HDMI-Anbindung per ARC bzw. CEC. Mal wieder! – müsste ich sagen, denn HDMI ist oft ein Ärgernis in manchen Details, aber auch abhängig vom genutzten Fernseher. An meinem Samsung zeigte der Matrix ein unlogisches On/Off-Verhalten: Schalte ich den Matrix ein (egal auf welchem Eingang), geht auch der Fernseher an. Also etwa, wenn ich Musik von Roon starte. Da brauche ich den Fernseher nicht. Andersherum schaltet sich der Matrix nicht automatisch ab, wenn ich bei aktivem HDMI-Eingang den TV abschalte. Dann sollte der MD-1P auch schlafen gehen. Tut er aber nicht. Wir haben Matrix natürlich darüber informiert. Mal abwarten, ob das noch optimiert wird. Immerhin funktioniert die Lautstärkeregelung per TV-Fernbedienung damit normal. Über Toslink kann man seinen TV natürlich auch anschließen. Das ist immer eine gute Alternative, wenn einem die CEC-Funktionen über HDMI nicht zusagen.

Ein anderer Kritikpunkt, der unbedingt noch per Firmware gefixt werden sollte, ist die stark unterschiedliche Lautstärke zwischen verschiedenen Eingängen. Beispiel: Die Einschaltlautstärke habe ich in den Einstellungen auf 25 (von 100) festgelegt. Starte ich damit Musik via Roon, ist der Pegel über Zimmerlautstärke und muss ggf. auf 15 oder 10 herunter geregelt werden. Bei TV hingegen ist alles unter 30 meist zu leise. Matrix sollte hier dem Vorbild anderer (eversolo, Moon, Cambridge) folgen und den Pegel pro Eingang in einem ausreichenden Bereich anpassbar machen.

Abgesehen von diesen beiden hervorgehobenen Kritikpunkten muss ich aber noch mal betonen, wie erfreulich unauffällig der MD-1P für seine Spezies in der Praxis ist. Ob am Gerät, über die App oder die IR-Fernbedienung: die Bedienung ist … geschmeidig.

Hörtest: Eine Zierde seiner Zunft

Digital-Verstärker klingen keineswegs alle gleich, wie manche meinen. Aber sowas von gar nicht! Der Matrix MD-1P ist ein gutes Beispiel zum Nachweis. Zur ersten Einordnung seiner Fähigkeiten hatte ich kurz vor dem Anschluss des MD-1P mein Gehör ein wenig mit meiner Referenzkombi Moon 791+761 an den Wilson Audio Sabrina V justiert. Normalerweise geht meine klangliche Wohlfühlkurve nach dem direkten Wechsel auf einen sehr viel günstigeren Streaming-Amp ziemlich steil bergab. Nicht so beim MD-1P. Anstatt den erwarteten Verlust an Lebendigkeit, Feinsinn und Kraft zu erleben, war der Matrix keineswegs weit von der Referenzkombi entfernt. Das brauchte natürlich erst mal mehr Zeit und Muße zum Einordnen aller Eigenschaften.

Nach und nach – und durch weitere Vergleiche, u. a. mit dem Cambridge EVO 300 – bewies der Matrix-Amp ein überzeugendes Gespür für alles, was Musik erst ausgewogen und harmonisch macht. Da wäre etwa die beeindruckende Schubkraft in den unteren Registern. Bässe wirken mit ihm auch bei niedrigen Pegeln stets habhaft und substanziell, ohne künstlich überbetont zu sein. Also kein Loudness-Effekt. Den Mitteltonbereich zaubert der Matrix ebenso lebendig und frisch in den Raum, und mit gleichermaßen überzeugender räumlicher Staffelung, wie die Referenzkombi. Auch bei den fein aufgelösten Höhen kann ich kein Haar in der Suppe finden.

Die Unterschiede zur viel teureren Referenz zeigen sich erst in einigen grob- und feindynamischen Details. Am Ende fehlt dem Matrix gegenüber der Class-A/B-Endstufe von Moon, die, obwohl nominal mit 2 x 200 W an 8 Ohm weniger leistungsstark, doch noch etwas mehr Kontrolle und absolute Ruhe ins Klangbild bringt, mit einer noch etwas überzeugenderen Machtfülle beim Bewegen größerer Luftmassen. Auch feinste Transienten modelliert die kanadische Kombi einfach noch ein Stückchen lebensechter aus dem Signal.

Zwar habe ich ihn nicht mehr zum direkten Vergleich hier, aber aus der Erinnerung heraus ist das vom Matrix MD-1P gehörte etwa auf dem selben Niveau, wie der 6.800 Euro teure Moon 371 (Testbericht). Und das ist eine große Sache für einen Class-D-Verstärker. Und noch faszinierender: Den mit den gleichen Hypex Endstufenmodulen ausgestatteten Cambridge EVO 300 kann der Matrix ziemlich deutlich distanzieren, womit er auch seinen höheren Preis gut rechtfertigen kann. Viele abweichende Details in der Schaltung und Abstimmung machen es möglich. Was auch einmal mehr ein Beleg dafür ist, dass reine Prospektdaten und Messwerte nur stark begrenzte Aussagekraft in Bezug auf den Klang haben.

Fazit Matrix MD-1P: Masterclass in Streaming

6.000 Euro für einen Streaming-Amp aus dem High-Tech-Billiglohnland China, wo auch so geniale Preiskracher wie die von Eversolo und WiiM herkommen, erscheinen im ersten Moment sehr ambitioniert zu sein. Dieser Test zeigte jedoch zweifellos auf, dass Matrix mit seiner Streaming-Amp-Lösung problemlos auf dem Niveau so etablierter Marken wie Moon agiert. Was ich ehrlich gesagt angesichts der Verstärkerkonstruktion mit Hypex-Modulen nicht erwartet hätte. Doch das Niveau modernster Class-D-Amps ist – bei entsprechend geschickter Feinabstimmung der gesamten Schaltung – inzwischen voll auf dem Niveau feinster Class-A/B-Amps angelangt, punktet dabei aber mit seiner Effizienz in Sachen Leistung und Stromverbrauch.

Matrix hat all dies beim MD-1P in bewundernswerter Weise unter einen Hut gebracht. Gleichzeitig überzeugt das Konzept auch mit seiner großen Anschlussvielfalt, sehr ausgewogenen und weitgehend kantenfreien Bedienung, ohne dabei als Feature-Monster zu protzen, und gewürzt mit Ausstattungsmerkmalen wie einem tollen Touch-Display, SSD-Slot und Serverfunktion. Damit ist er genau die richtige Wahl für diejenigen, die keinen riesigen Gerätepark pflegen, sondern mit einer möglichst kompakten Lösung in High-End-Gefilde vordringen wollen. Ein MD-1P, zwei Lautsprecher – fertig!

Kurzum: Dieser Amp ist eine Wucht und für mich der neue Maßstab in seiner Preisklasse zwischen 5.000 und 10.000 Euro. 

BewertungMATRIX AUDIO MD-1P
2026/08Test-Ergebnis: 4,7ÜBERRAGENDBewertung

Klang

Praxis

Verarbeitung

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.Rundum überzeugende KlangperformanceAusgezeichnete Bedienung und sinnvolle FunktionenTolles Display und solide VerarbeitungHohe Ausgangsleistung (2-16 Ohm / 4-16 Ohm bei A+B-Betrieb)

Vertrieb:
Drei-H Vertrieb GmbH
Stormsweg 8
22085 Hamburg
3-h.de

Preis (Hersteller-Empfehlung):
Matrix MD-1P: 6.000 Euro

Technische DatenMATRIX AUDIO MD-1PKonzept:Streamer/DAC/VollverstärkerWandler-Bestückung:AKM AK4493SEQEingänge:Digital: WLAN/LAN, Bluetooth, USB-Media, 2x Coax, 2x TOS, HDMI ARC.
Analog: 1x Cinch, 1x Phono MM, 1x XLRAusgänge:PRE OUT, 2x Sub OUT, SpeakerApp / Fernbedienung:für iOS und Android / IR-FernbedienungBesonderheiten:Sehr hohe Ausgangsleistung (2x 300 W an 8 Ohm)Farben:
Schwarz oder SilberAbmessungen (B x T x H):43 x 33,1 x 9,6 cmGewicht:7,6 KilogrammAlle technischen DatenIm Text erwähnt:

Fazit eversolo PLAY und WiiM Amp Ultra: die beiden Überflieger im Vergleich
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Test Streaming-Amp Cambridge Audio EVO 150: Ausstattungswunder neuester Generation
Maxi-Test: Axxess Forté Streaming-Vollverstärker
Test MOON 371 Streaming-Vollverstärker – der Erste der „Compass Collection“