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Wer beim Training auf kurze, maximale Belastungen setzt, löst im Körper offenbar deutlich stärkere biologische Reaktionen aus als mit langem, moderatem Ausdauertraining. Das zeigt eine neue Untersuchung der Rockefeller University in New York.

Die Forscher teilten 37 junge, gesunde Erwachsene in drei Gruppen ein, die über einen Zeitraum von acht Wochen ein kontrolliertes Trainingsprogramm absolvierten. Alle trainierten drei- bis viermal pro Woche. Die Sprint-Gruppe fuhr Rad in sechs Sätzen à 30 Sekunden bei maximaler Anstrengung, mit jeweils vier Minuten Pause dazwischen. Die zweite Gruppe radelte 90 bis 120 Minuten bei moderater Intensität. Eine Kontrollgruppe joggte moderat.

714 vs. 7 veränderte Proteine im Blut

Vor und nach den Einheiten wurden fast 3000 Proteine sowie zahlreiche Stoffwechselprodukte im Blut der Probanden analysiert. Die Sprint-Gruppe war insgesamt viel kürzer aktiv. Trotzdem beeinflusste dieses Training den Körper auf Zellebene viel stärker und regte die Kommunikation zwischen den Organen effektiver an.

Der größte Unterschied zeigte sich direkt nach dem Training: Sprint-Intervalle erhöhten die Konzentration von rund einem Viertel aller gemessenen Proteine (714) im Blut. Bei moderatem Radfahren waren es nur sieben!

Laufen lag dazwischen

Das Laufen lag in seiner Wirkung zwischen dem moderaten Radfahren und dem Sprint-Intervall-Training. Es veränderte 111 Proteine – dennoch blieb der Unterschied zum Sprint-Training gewaltig.

Die Ergebnisse wurden in „Cell Reports Medicine“ veröffentlicht. Laut den Forschern zeigt sich daran, wie stark die Trainingsintensität die chemische Kommunikation zwischen verschiedenen Organen steuert.

Verbindung zu Stoffwechsel und Appetit

Um zu verstehen, ob die „Sprint-Proteine“ im Blut gut oder eher schlecht für die Gesundheit sind, verglichen die Forscher ihre Ergebnisse mit entsprechenden Daten von mehr als 53.000 Menschen aus der UK Biobank.

Sie filterten u. a. 33 Proteine heraus, die statistisch mit einem geringeren Risiko für Adipositas, Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck verbunden sind.

Auch erhöhte sich beim Sprinten das Stoffwechselprodukt Lac-Phe. Es ist dafür bekannt, den Appetit zu unterdrücken, und wird vor allem bei sehr intensiven Belastungen gebildet.

Keine Aussage über gesundheitliche Wirkung

Die Studie zeigt nicht, welche Trainingsform langfristig gesünder ist. Anzumerken sind die geringe Teilnehmerzahl und dass die Probanden fast nur Männer waren. Zudem stammen Teile der Daten aus dem Labor.