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Die SPD warnt vor einem Bürgerkrieg in Iran. Die derzeitige Eskalation könne zu vielen Flüchtlingen führen. Auch die Börsen reagieren auf die Kämpfe. China kritisiert die Angriffe auf Iran.
06:40 Uhr
Israels Armee: Iran greift erneut mit Raketen an
Nach Angaben des israelischen Militärs hat Iran am Morgen erneut Raketen auf den jüdischen Staat abgefeuert. Die Verteidigungssysteme seien im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren, teilte die Armee mit. Unter anderem in Tel Aviv gab es Raketenalarm. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, den Anweisungen des Heimatschutzes zu folgen.
06:37 Uhr
Offenbar Drohnenangriff auf Militärstützpunkt auf Zypern
Der britische Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern ist in der vergangenen Nacht mutmaßlich von einer Drohne getroffen worden. Das bestätigte das britische Verteidigungsministerium in London laut der Nachrichtenagentur PA. Bei dem Vorfall nahe der Hafenstadt Limassol sei niemand verletzt worden. Es gebe Maßnahmen zum Schutz der Truppen in der Region. Wer die Drohne abgefeuert hatte, war zunächst nicht bekannt. Nach Informationen der zyprischen Regierung soll die Drohne nur geringen Schaden verursacht haben.
Das Vereinigte Königreich beteiligt sich nach eigenen Angaben im Nahen Osten an einem defensiven Militäreinsatz gegen den Iran. Verteidigungsminister John Healey zufolge schießen britische Flugzeuge Drohnen und Raketen ab, wenn sie diese sehen. Die Einheiten starten demnach unter anderem in Bahrain und auf Zypern. Bereits gestern hatte Healey vor der Gefahr «zunehmend wahlloser iranischer Vergeltungsangriffe» gewarnt
05:50 Uhr
Laridschani: «Werden nicht mit den USA verhandeln»
Nach den Luftangriffen der USA und Israels auf Iran hat Irans einflussreicher Sicherheitsratschef Ali Laridschani jegliche Verhandlungen mit der US-Regierung abgelehnt. «Wir werden nicht mit den USA verhandeln», erklärte Laridschani am Montag im Onlinedienst X. Er wies Medienberichte zurück, wonach iranische Vertreter versucht hätten, Gespräche mit Washington aufzunehmen.
05:36 Uhr
SPD warnt vor Flüchtlingen aus Iran
Die SPD im Bundestag hat angesichts der Eskalation im Nahen Osten vor Flüchtlingen aus Iran gewarnt. «Jeder Nahost-Krieg in der Geschichte hat große Fluchtbewegungen mit sich gebracht, Irak, Syrien, Libyen», sagte der außenpolitischer Sprecher der SPD, Adis Ahmetovic, dem Magazin Stern. «Wir versuchen gerade, Migration nach Europa neu zu ordnen. Das wird jetzt schwerer.»
Es könne «Millionen von Menschen» geben, die nach Europa fliehen, sagte Ahmetovic. «Sind wir bereit für einen neuen ‚Wir schaffen das‘-Moment? Ich glaube nicht», fügte er hinzu. Es sei gut, dass Irans oberster Führer Chamenei Geschichte ist, erklärte der SPD-Politiker. «Aber bei aller Euphorie müssen wir auch die Gefahren im Blick behalten.» Was nach Chamenei komme, sei völlig unklar. «Ein Vielvölkerstaat mit 90 Millionen Menschen hat jetzt das Potential für einen Bürgerkrieg, die Region könnte in einen Flächenbrand geraten», warnte Ahmetovic. Das hätte direkte Folgen für Deutschland und Europa.
05:12 Uhr
China verurteilt Angriff auf Iran
Chinas Führung hat die US-israelischen Angriffe auf Iran und die Tötung des Religionsführer Chamenei scharf verurteilt. Es handle sich dabei um eine eine schwerwiegende Verletzung der Souveränität und Sicherheit des Iran, teilte das Außenministerium in Peking mit. Die UN-Charta und die Grundregeln der internationalen Beziehungen würden mit Füßen getreten.
Chinas Führung fordere einen «sofortigen Stopp der Militäreinsätze». China ist ein wichtiger Partner des Iran. Die beiden Länder haben in den vergangenen Jahren ihre freundschaftlichen und wirtschaftlichen Beziehungen ausgebaut.
04:28 Uhr
Aktien von Fluggesellschaften brechen ein
Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten hat am Montag die Aktienkurse asiatischer Fluggesellschaften einbrechen lassen. Die Papiere von Cathay Pacific, Qantas Airways, Singapore Airlines und Japan Airlines gaben um mehr als fünf Prozent nach.
Die Aktien von Qantas fielen zeitweise um 10,4 Prozent auf den niedrigsten Stand seit zehn Monaten. Auch die Papiere anderer asiatischer Fluggesellschaften wie ANA Holdings, der chinesischen Airlines Air China, China Southern und China Eastern sowie der malaysischen AirAsia X verloren mindestens vier Prozent. Wichtige Drehkreuze im Nahen Osten wie Dubai und Doha blieben den dritten Tag in Folge geschlossen. Dies führte weltweit zu erheblichen Störungen im Flugverkehr.
Die Ölpreise stiegen um sieben Prozent auf den höchsten Stand seit Monaten.
02:46 Uhr
Israel greift Beirut aus der Luft an
Nach Beschuss aus dem Libanon hat Israel einen Luftangriff auf die libanesische Hauptstadt Beirut gestartet. Die libanesischen Hisbollah-Miliz hatte in der Nacht auf Montag Raketen über die Grenze abgefeuert.
Es war das erste Mal seit mehr als einem Jahr, dass die militant-islamistische Hisbollah sich zu einem Angriff gegen Israel bekannte. Die Angriffe seien Vergeltung für die Tötung des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei sowie für «wiederholte israelische Aggressionen», hieß es in einer Erklärung der Miliz. Das israelische Militär teilte mit, ein Geschoss, das die Grenze überschritten hatte, sei abgefangen worden, mehrere weitere seien in unbewohnten Gebieten niedergegangen. Verletzte oder Schäden wurden nicht gemeldet.
02:39 Uhr
Toter in Bahrain durch Raketentrümmer
In Bahrain sind Trümmer einer von der Luftabwehr abgefangenen Rakete auf ein Schiff gestürzt und haben ein Feuer ausgelöst. Dabei kam ein aus Asien stammender Arbeiter ums Leben, zwei weitere wurden schwer verletzt, wie das Innenministerium des Inselstaats im Persischen Golf auf der Plattform X mitteilte. Der Brand in einem Hafengebiet nahe der Hauptstadt Manama sei inzwischen gelöscht worden.
01:18 Uhr
Neue Angriffswelle auf Teheran
Die israelische Luftwaffe setzt ihre Attacken gegen Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran fort. Es laufe eine neue umfangreiche Angriffswelle, teilte das Militär in der Nacht ohne weitere Details mit.
Die Entfernung zwischen der israelischen Stadt Tel Aviv und Teheran beträgt Luftlinie rund 1.600 Kilometer. Der am Samstagmorgen in Koordination mit den verbündeten USA gestartete Einsatz der israelischen Luftwaffe gegen Iran ist nach Armeeangaben der bisher größte in ihrer Geschichte.
01:08 Uhr
Wadephul rechnet mit längerem Konflikt
Bundesaußenminister Johann Wadephul rechnet damit, dass die Eskalation im Nahen Osten länger andauert. «Es ist nicht vorhersehbar, dass wir in den nächsten Tagen mit einer Beendigung der Kampfhandlungen rechnen können», sagte Wadephul in der ARD-Sendung Caren Miosga.
Mit Blick auf festsitzende Urlauber sagte er, es müsse Vorsorge getroffen werden, «dass auf anderem Wege eine Ausreise aus diesen Ländern ermöglicht wird.» Wadephul wies allerdings auf den geschlossenen Luftraum in der Region hin. Sein Amt sei mit allen Reiseverkehrsunternehmen in einem engen Gespräch. Diese seien «ja kommerziell dafür auch verantwortlich, dass ein Rücktransport möglich ist. Aber alle Mitarbeitenden des Auswärtigen Amtes tun alles Menschenmögliche, um das auch zu gewährleisten.»
00:57 Uhr
Noch Tausende EU-Bürger in Iran
In Iran halten sich schätzungsweise noch ein paar Tausend Menschen auf, die die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates besitzen. Das sagte eine ranghohe EU-Beamtin in Brüssel. Viele von ihnen hätten allerdings auch die iranische Staatsangehörigkeit und wollten nicht zwingend das Land verlassen, ergänzte sie. Genaue Angaben zur Zahl der Menschen, die evakuiert werden wollen, machte sie nicht.
Deutlich mehr Menschen mit Staatsangehörigkeit eines EU-Staates sitzen den Angaben zufolge unfreiwillig in Ländern rund um den Iran fest, weil ihre Flüge wegen Luftraumsperrungen gestrichen wurden. Um ihnen bestmöglich zu helfen, wurde ein EU-Netzwerk für konsularische Zusammenarbeit aktiviert, das die Koordinierung von Evakuierungsbemühungen erleichtern soll.
00:51 Uhr
US-Regierung informiert Kongress
Die US-Regierung informiert den Kongress über ihre Militärschläge gegen den Iran. Am Sonntag seien zunächst Mitarbeiter von Sicherheitsausschüssen im US-Senat und Repräsentantenhaus über den Angriff unterrichtet worden, teilt Dylan Johnson, ein Sprecher des Weißen Hauses, mit. Für Dienstag sei eine umfassende Unterrichtung aller Abgeordneten und Senatoren durch Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth geplant.
00:51 Uhr
EU will offenbar Marinemission verstärken
Die EU verstärkt nach Diplomatenangaben ihre Marinemission im Roten Meer. Zwei französische Kriegsschiffe sollten in den kommenden Tagen zur EU-Marinemission «Eunvafor Aspides» entsandt werden, sagte ein EU-Diplomat. Bislang waren bereits drei Kriegsschiffe aus EU-Staaten bei der Mission im Einsatz. An der Mission sind auch rund 30 Bundeswehrsoldaten beteiligt.
Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran bedroht die Schifffahrt über die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Verkehrsrouten für den weltweiten Ölhandel. Bei einer Ausweitung des Konflikts könnte auch der Verkehr durch das Rote Meer gefährdet sein.
00:51 Uhr
Die Staaten in der Region des Persischen Golfs haben Irans «ungerechtfertigte» Angriffe auf ihre Territorien verurteilt und ihr Recht auf Selbstverteidigung betont. Man werde «alle nötigen Maßnahmen» ergreifen, Sicherheit und Stabilität zu gewähren sowie alle Bürger zu schützen, «einschließlich der Option, auf die Aggression zu antworten», erklärten die Außenminister des Golfkooperationsrats (GCC) nach einer außerordentlichen Sitzung.
Bislang haben die Staaten Saudi-Arabien, Katar, Oman, Bahrain, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate die Angriffe des Irans nur abgewehrt, sie haben nicht selbst zurückgeschlagen.
In ihrer gemeinsamen Erklärung betonten sie, dass ein Angriff auf einen Mitgliedsstaat dem Verteidigungsabkommen des Verbunds folgend einen Angriff auf alle Mitgliedsstaaten darstelle. Irans Angriffe seien eine schwerwiegende Verletzung der Souveränität der Mitgliedsstaaten. Der Iran hat infolge der amerikanisch-israelischen Angriffe seit Samstag auch mehrfach Ziele in den Golfstaaten angegriffen, etwa in den Emiraten, in Bahrain und in Katar. Teils richteten sich die Angriffe gegen Stützpunkte des US-Militärs dort.
00:33 Uhr
Emirate wehren laut eigenen Angaben zahlreiche Angriffe ab
Das Militär der Vereinigten Arabischen Emirate hat nach eigenen Angaben inzwischen 152 ballistische Raketen und 506 Drohnen aus Iran abgewehrt. Das erklärte das Verteidigungsministerium auf der Plattform X. Zudem seien 35 Drohnen abgestürzt, 13 Raketen seien ins Wasser gefallen. Auch seien zwei Marschflugkörper abgefangen und zerstört worden. Am Samstagabend hatten die Emirate bereits die Abwehr von 132 ballistischen Raketen und 195 Drohnen seit Beginn der iranischen Angriffe bestätigt.
00:30 Uhr
Was ist rund um Iran am Sonntag passiert? Wie wirkt sich der Konflikt auf die Region aus? Die Entwicklungen im Liveblog zum Nachlesen: