Die Stiftung bereitet das Projekt «Gleispool» vor und beziffert die Ziele für das 50 Hektaren grosse Areal. Es sollen über 1.000 neue Wohnungen entstehen und die Nutzfläche soll sich verdoppeln.
Redaktion
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21. August 2026
So sah der Vorschlag für die Nordspitze des Dreispitz-Areals aus, der vor einigen Jahren vorgelegt wurde. (Visualisierung: Herzog & de Meuron)
Auf dem Dreispitzareal haben am 10. August die Vorbereitungsarbeiten für den «Gleispool» begonnen. Die Christoph Merian Stiftung (CMS) baut eine stillgelegte Eisenbahnrampe am Freilager-Platz in Münchenstein (BL) zu einem Naturbad von 170 m Länge um, entworfen hat es das Architekturbüro Malheur & Fortuna. Nach Erhalt der Rückbaubewilligung werden zunächst rund 800 m Schiene mit einem Gesamtgewicht von rund 40 t entnommen, dazu rund 380 Holzschwellen und rund 105 Stahlschwellen; die Schienen dienen später als Träger eines Holzstegs entlang der Rampe. Die rechtskräftige Baubewilligung steht laut Mitteilung noch aus – erst danach folgen die Badeinfrastruktur und ein erster Abschnitt des Gleisharfenparks. Vorgesehen sind ein Sportbecken von 100 m mit zwei Schwimmbahnen sowie ein Freizeit- und Planschbereich von 70 m bei 2 bis 4,5 m Wassertiefe, ausgelegt auf bis zu 50.000 Nutzer pro Saison. Eröffnen soll der Pool im Sommer 2027.
Veranschlagt sind Investitionskosten von rund 8,8 Mio. CHF. Als Grundeigentümerin trägt die CMS davon 4,8 Mio. CHF, die Frank und Alma Probst Stiftung – eine von 36 unselbstständigen Stiftungen unter dem Dach der CMS – steuert 3,0 Mio. CHF bei. An Drittmitteln zugesagt sind bisher 250.000 CHF der Gemeinde Münchenstein und 480.000 CHF des Kantons Basel-Landschaft aus dem Swisslos-Sportfonds. Bad und Umgebung bilden den Startpunkt der Entsiegelungs- und Begrünungsmassnahmen für den geplanten Gleisharfenpark und damit den ersten Umsetzungsschritt des Freiraumkonzepts, mit dem die Stiftung das heute stark versiegelte Areal klimaresistenter machen will.
Nutzfläche soll sich verdoppeln
Immobilienwirtschaftlich ist der Pool ein Vorzeichen. Das Dreispitzareal umfasst 50 Hektaren, erstreckt sich über Basel (BS) und Münchenstein (BL) und gehört vollständig der CMS, die es im Baurecht vergibt. Deren Direktor Baschi Dürr hat gegenüber der «Basler Zeitung» beziffert, wohin die Reise geht: Die Nutzfläche auf dem Areal soll künftig verdoppelt werden, über 1.000 neue Wohnungen sollen entstehen, und aus der Verdichtung erwartet die Stiftung eine deutliche Steigerung ihrer Mieteinnahmen. Zur Einordnung: Für 2025 wies die CMS einen Ertrag aus Immobilien und Aktien von 34,2 Mio. CHF aus, 6,5 % mehr als im Vorjahr, bei einem Gesamtvermögen von 1,8 Mrd. CHF.
Drei Hochhäuser warten auf den Grossen Rat
Am weitesten fortgeschritten ist das Teilareal Dreispitz Nord rund um den Mparc an der Münchensteinerstrasse 200 in Basel (BS). Baurechtsnehmerin ist die Genossenschaft Migros Basel, das Projekt stammt von Herzog & de Meuron und sieht rund 800 Wohnungen vor, ein Drittel davon in Kostenmiete. Drei zylindrische Hochhäuser von 124 m, 138 m und 151 m Höhe bilden die Akzente, dazu kommen eine Sekundarschule für 600 Schüler auf dem Dach des Mparc, zwei Parks sowie Büro-, Gastronomie- und Verkaufsflächen. Herzog & de Meuron weisen für den Perimeter eine Arealfläche von 51.270 qm und eine Geschossfläche von 233.880 qm aus. Der Regierungsrat von Basel-Stadt hat den Bebauungsplan im Oktober 2025 beschlossen und dem Grossen Rat überwiesen; sieben Einsprachen beantragte er abzuweisen. Gebaut wird frühestens ab 2028.
Baurechtlicher Rahmen bis 2030
Für das übrige Areal haben CMS, die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie die Gemeinde Münchenstein Ende April vereinbart, den baurechtlichen Rahmen anzupassen. Angestrebt wird laut CMS-Präsident Lukas Faesch eine Mischung aus «einem Drittel Arbeiten, einem Drittel Freizeit, Kultur und Bildung sowie einem Drittel Wohnen» bei deutlich höherer Bruttogeschossfläche; substanzielle Gewerbeflächen sollen erhalten bleiben. Ein partizipatives Verfahren mit den Baurechtsnehmern war laut der Vereinbarung für Juni vorgesehen, der politische Genehmigungsprozess ist für 2029 bis 2030 geplant. Ausgenommen sind die Teilareale Freilager in Münchenstein und Dreispitz Nord, die eigene Verfahren durchlaufen. Separat läuft die Neuausrichtung des Perimeters Ruchfeld West mit rund 36.000 qm – etwa 7 % des Areals –, den die CMS nach dem Ende des Projekts Uni-Quartier Dreispitz gemeinsam mit Swiss Prime Site Immobilien neu beplant.
Über den Stand des Bebauungsplans Dreispitz Nord haben wir zuletzt im Juli berichtet.
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