Über einen Router können wir uns bequem von überall in der eigenen Wohnung mit dem Internet verbinden. Im Alltag denken die meisten Nutzer:innen gar nicht darüber nach, dass das Gerät womöglich kompromittiert werden und so Unbekannten Zugriff auf das Heinetzwerk ermöglichen könnte. Dass das kein unmögliches Szenario ist, hat sich erst im April 2026 gezeigt, als russische Hacker:innen eine Schwachstelle in zahlreichen älteren Routern ausgenutzt hatten.
BSI-Empfehlungen für mehr Router-Sicherheit
Für Laien dürften Router wohl ein Buch mit sieben Siegeln sein. Viele Geräte wie die Fritzbox bieten über das User-Interface eine Vielzahl von Funktionen. Ohne Vorwissen Einstellungen zu verändern, könnte die Sicherheit des Geräts eher gefährden als verbessern. Glücklicherweise hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) einige Tipps zusammengestellt, damit jede:r den eigenen Router besser vor Angriffen schützen kann.
Sichere Passwörter für Router und WLAN festlegen
Wenn du einen neuen Router einrichtest, solltest du schnellstmöglich alle Standardnamen und -passwörter ändern. Solltest du Ersteres nicht tun, können Angreifer:innen von außen sehen, welches Gerät du für dein Heimnetzwerk nutzt. Eine Fritzbox zeigt dabei beispielsweise ihren kompletten Modellnamen sowie ein Kürzel, um verschiedene WLAN-Signale gleicher Modelle voneinander unterscheiden zu können. Stattdessen solltest du einen Namen wählen, der keinerlei Informationen über deinen Router, deine Adresse oder dich selbst beinhaltet.
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Die meisten Router werden laut BSI mittlerweile mit individuellen Passwörtern ausgeliefert. Heißt: Die Geräte bekommen herstellerseitig ein einzigartiges Passwort verpasst, um auf das Web-Interface und das WLAN-Netzwerk zuzugreifen. Doch einige Modelle nutzen weiterhin Standardpasswörter wie „admin“ oder „1234“, um Zugriff auf die Oberflächen und Geräte zu ermöglichen. Angreifer:innen, die das Gerät über den Modellnamen im WLAN identifizieren können, können dann diese Passwörter ausprobieren, um sich Zugriff zu verschaffen.
Das BSI gibt hier verschiedene Empfehlungen, um bessere Passwörter festzulegen. Für den direkten Zugriff auf den Router über eine App oder per Web-Interface solltest du ein Kennwort mit mindestens acht Zeichen wählen. Es sollte zudem Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen enthalten. Für das WLAN-Kennwort empfiehlt das BSI stärkere Sicherheitsmaßnahmen. Das Passwort sollte mindestens 20 Zeichen enthalten, die keinen erkennbaren Zusammenhang zueinander haben.
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Firmware-Updates zeitnah installieren

Auch neue Router müssen erst einmal geupdatet werden. (Bild: Shutterstock/AlexanDior)
Sicherheitslücken sind für Router und andere Technik-Gadgets ein enormes Risiko. Werden sie nicht rechtzeitig geschlossen, können Angreifer:innen sie ausnutzen und so eine Reihe von Attacken auf die ungeschützten Geräte auslösen. Das reicht vom Verändern von Einstellungen bis zum Vollzugriff auf das komplette Netzwerk. Glücklicherweise sind die meisten Routerhersteller darauf bedacht, ihre Software und damit die Geräte selbst aktuell zu halten.
Sie stellen deshalb regelmäßig zu den Feature-Updates auch Sicherheitspatches bereit. Letztere können aber nur effektiv schützen, wenn du sie auf deinen Router aufspielst. In den meisten Fällen aktualisieren sich die Geräte automatisch außerhalb der Nutzungszeit. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, solltest du die Bedienoberfläche des Routers aufrufen und dort nach Einstellungen namens „Update“ oder „Firmware“ suchen. In diesen Menüs kannst du dann die Suche nach Aktualisierungen und deren Installation auch händisch anstoßen oder in regelmäßigen Abständen vom Gerät selbstständig durchführen lassen.
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Fernzugriff, UPnP und WPS am Router deaktivieren
Das BSI empfiehlt, Routerfunktionen, die du im Alltag nicht benötigst, einfach abzuschalten. Als Beispiel nennt das Bundesamt Router, die unter anderem als Medienplayer genutzt werden können. Sollte ein solches Feature eine Sicherheitslücke aufweisen, kann es für den gesamten Router zum Problem werden. Das Abschalten reduziert das Risiko, dass du von einer aktiven Lücke betroffen sein kannst.
Ebenso warnt das BSI vor Funktionen, die dein Router bietet, um aus der Ferne darauf zugreifen zu können. Bei Fritzboxen nennt sich dieses Feature Fernzugriff. Du solltest es immer nur dann aktivieren, wenn du es wirklich benötigst. Solltest du den Fernzugriff angeschaltet lassen, haben Angreifer:innen einen möglichen Zugriffspunkt, um auf dein Heimnetzwerk zuzugreifen. Und dafür müssen sie sich nicht einmal in der Nähe deines Routers befinden.
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Gastnetzwerk für Besucher und IoT-Geräte einrichten
Egal, wie gut du dein Netzwerk gegen Angriffe von außen absicherst: Sobald sich jemand in dein Netzwerk einklinkt, dem du vertraust, der aber Probleme einschleppt, ist die Integrität des Schutzes gefährdet. Das gilt etwa, wenn du Freund:innen oder Familie zu Besuch hast und sie nach deinem WLAN-Passwort fragen. Sollten ihre Geräte ungeschützt oder unbemerkt von Malware infiziert sein, können sie genutzt werden, um dein Netzwerk zu übernehmen. Oder jemand, dem du eigentlich vertraust, gibt dein WLAN-Passwort einfach an Dritte weiter.
Um das zu verhindern, gibt es bei vielen Routern die Funktion „Gastzugang“. Gäste bekommen dadurch ihren eigenen Zugang mit separatem Passwort. Das Netzwerk läuft parallel und getrennt von deinem eigentlichen Netzwerk. Sollte es kompromittiert werden, kannst du es einfach wieder abschalten, ohne Schäden für das restliche Netzwerk fürchten zu müssen. Der Gastzugang erlaubt dir zudem häufig, festzulegen, auf welche Inhalte und Dienste deine Gäste zugreifen können. So kannst du etwa unterbinden, dass sie im Netz surfen oder Maildienste nutzen können, oder nur bestimmte Nutzungszeiten festlegen.
Die schlimmsten Security-Patzer
Von sinnfreien Sicherheitsfragen bis zu unsicheren Passwörtern: Die dümmsten Security-Patzer
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