Gut 20 Minuten lang schreibt Annette Frier Autogramme, posiert für Selfies und genießt: Die Kölnerin ist am Samstag zur Schauspielpreisverleihung auf der Parkinsel.

Ihr Gesicht spricht Bände, dutzende, mindestens. Die 52-Jährige strahlt bei der Ankunft auf dem roten Teppich, ist begeistert von den vielen Fans, die trotz dunkler Wolken auf einen Moment mit ihr warten, während ihr Ehemann sich im Hintergrund hält, und ihre Schwester, zugleich ihre Managerin, noch Karten für weitere Verwandte verteilt. „Für mich ist das vor allem eine wahnsinnige Ehrung für die Dinge, die ich in den letzten 30 Jahren machen durfte“, sagt Annette Frier über ihre Auszeichnung mit dem ersten von drei Schauspielpreisen des 22. Festivals des deutschen Films.

„Das Festival ist wahnsinnig etabliert, eine feste kulturelle Einrichtung. Und ich habe das Gefühl, dass die Leute hier extrem gute Laune haben“, sagt die wortgewandte Schauspielerin im RHEINPFALZ-Gespräch.

Ein Schlüsselerlebnis

Und was ist Schauspielkunst für sie? Schließlich trägt der Preis genau dieses Wort im Titel? „Wenn Sie da zehn Leute fragen, bekommen sie hundert Antworten“, überlegt die Kölnerin, um dann doch flott ihren Anspruch in einem Satz zusammenzufassen: „Wir malen in Landschaften von Menschen.“

Die 52-Jährige erinnert sich dabei an ihr jüngeres Ich und 40 Jahre zurück: Die Initialzündung, Schauspielerin werden zu wollen, wurde für sie bei einem Besuch im Schauspiel Köln gelegt: „Da lief ,Waikiki Beach’ von Marlene Streeruwitz, ich war ungefähr zwölf, und eine Kollegin hat den ganzen Abend eine stumme Rolle gespielt. Das habe ich beobachtet und gedacht: ,Das ist ja unglaublich. Das will ich auch machen.’ Ich habe es dann aber doch anders gemacht“, sagt sie lachend, um flugs weitere Autogramme zu schreiben und in die Menge zu winken. 

Annette Frier genießt den Fanzuspruch auf der Parkinsel. Annette Frier genießt den Fanzuspruch auf der Parkinsel.Foto: Susanne Schütz