«ES REICHT!»

Nach Tod von Hayden Panettiere: Melissa Gilbert klagt Hollywood an

von spot on news

23.08.2026, 19:24 Uhr

23. August 2026 um 19:24 Uhr

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spot on news

Drei ehemalige Kinderdarstellerinnen sind kurz hintereinander gestorben. In einem Essay wirft Melissa Gilbert der Branche vor, Kinder auszubeuten, und berichtet von eigenen Erfahrungen am Set. Auch Rose McGowan meldet sich mit deutlichen Worten.

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Melissa Gilbert (62) verlangt von Hollywood Konsequenzen. Rund eine Woche nach der Bekanntgabe von Hayden Panettieres (1989–2022) Tod hat der Star aus „Unsere kleine Farm“ einen Essay veröffentlicht, in dem sie besseren Schutz für Kinderdarsteller fordert. Anlass sind drei Todesfälle innerhalb kurzer Zeit: Neben Panettiere starben auch die früheren Kinderschauspielerinnen Daveigh Chase (1990–2026) im Juni 2026 und Michelle Trachtenberg (1985–2025) im Februar 2025.

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Näher gekannt hat Gilbert keine der drei. Getroffen habe sie der Verlust trotzdem: „Es fühlt sich persönlich an, weil ich sie war.“ Sie zählt weitere Namen auf, darunter Tatum O’Neal, Jodie Foster, Drew Barrymore und ihre eigene Schwester Sara Gilbert. „Wenn drei von uns so kurz hintereinander sterben, stimmt etwas ganz und gar nicht.“

Hayden Panettiere ist mit nur 36 Jahren verstorben, die Todesursache ist noch unklar Hayden Panettiere ist mit nur 36 Jahren verstorben, die Todesursache ist noch unklar IMAGO / Everett Collection Wenn Kinder krank vor die Kamera treten

Das Problem werde größer statt kleiner, findet Gilbert. Die Branche nutze Kinder aus und schiebe sie danach beiseite. Ihren Anfang nehme das mit etwas, das sie „Doctor Show Syndrome“ nennt: Kinder stehen vor der Kamera, obwohl „wir körperlich und seelisch krank sind“.

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Sie selbst hat das erlebt, oft genug, wie sie schreibt: krank, verletzt „oder Schlimmeres“. Als ihr Vater starb, war sie elf. „Wenige Monate später stand ich wieder für ‚Unsere kleine Farm‘ vor der Kamera. Und kein einziger Erwachsener am Set hat mit mir darüber gesprochen oder mir kondoliert.“ Den Grund erfuhr sie erst später: Man habe befürchtet, sie könne zu aufgewühlt sein, um zu arbeiten.

Melissa Gilbert: Nach der Blinddarm-OP zurück ans Set

Daraus sei ein Muster geworden: Arbeiten um jeden Preis. Ein paar Mal habe sie sich dabei „beinahe zu Tode gearbeitet“. Bei einem Dreh in Oregon musste ihr mitten in der Produktionsphase der Blinddarm entfernt werden. Drei Tage später stand sie wieder am Set. Kurz darauf bekam sie hohes Fieber, drehte weiter und wurde nach dem Rückflug sofort ins Krankenhaus eingeliefert: „Ich stand kurz vor einer Sepsis.“

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Dahinter stecke eine Angst, die jungen Darstellern früh anerzogen werde. Sie wollte keine „Probleme machen oder als unzuverlässig gelten oder, schlimmer noch, als Diva“.

Melissa Gilbert rechnet mit Hollywood ab. Melissa Gilbert rechnet mit Hollywood ab. IMAGO / Avalon.red Was Gilbert von Studios und Sendern verlangt

„Diese jungen Profis sind Kinder, und wir sollten dafür sorgen, dass sie Kinder sein dürfen“, schreibt sie. „Sie sollten Nein sagen dürfen. Nicht durch körperliche oder seelische Schmerzen hindurchmüssen. Nicht ihre ganze Familie ernähren müssen.“ Konkret schlägt Gilbert Gespräche mit den Chefs der Studios und Sender vor, dazu kostenlose psychologische Hilfe für alle Kinderdarsteller und Schutz vor den Medien.

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Ihr gehe Panettieres Tochter nicht aus dem Kopf, die nun ohne ihre Mutter aufwache. Das Mädchen ist elf, genau so alt war Gilbert beim Tod ihres Vaters. „Und jetzt weine ich, während ich das tippe, und ich will einfach von den Dächern schreien: ‚ES REICHT!’“

ANZEIGERose McGowan: „Steckt keine Kinder ins Showgeschäft“

Gilbert ist nicht die Einzige, die den Todesfall zum Anlass für Kritik nimmt. Rose McGowan widmete Panettiere am Freitag auf Instagram ein Video mit Meeresaufnahmen. „Ruhe in Kraft“, schrieb sie dazu und wurde anschließend deutlich: „Steckt keine Kinder ins Showgeschäft. Nichts davon ist normal. Möge ihr Geist frei sein von denen, die das eingefädelt haben.“

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Verbunden sind die beiden über dieselbe Horrorreihe, wenn auch nie im selben Film: McGowan war 1996 in Wes Cravens „Scream“ zu sehen, Panettiere in „Scream 4“ (2011) und „Scream VI“ (2023). Panettiere, die mit 36 Jahren starb, stand schon als Baby für Werbespots vor der Kamera. Mit vier begann ihre Karriere in der Serie „One Life to Live“. Als Teenager wurde sie durch „Heroes“ einem Millionenpublikum bekannt.