
Archäolog:innen entdecken auf Sardinien ein seltenes erhaltenes Grab.© IMAGO/Emmanuele Contini
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Jahrtausendelang war die Anlage unter dichter Vegetation verborgen. Nun haben Archäolog:innen auf Sardinien ein bislang unbekanntes «Grab der Riesen» freigelegt. Der außergewöhnlich gute Zustand könnte neue Einblicke in die Geschichte der Insel ermöglichen.
22.08.2026, 11:5022.08.2026, 11:50
Der Fund stammt aus der archäologischen Zone «Carrarzu Iddia» bei Bortigali. Dort haben Ausgrabungs- und Restaurierungsarbeiten einen monumentalen Grabkomplex zum Vorschein gebracht. Die Anlage besteht vollständig aus Trachytblöcken, einem vulkanischen Gestein. Nach Einschätzung der sardischen Denkmalschutzbehörden befinden sich mehrere Bestandteile in «außergewöhnlichem Erhaltungszustand».
Einen spannenden Hinweis liefert der Aufbau der Grabkammer. Sie ist in zwei Ebenen gegliedert, was bei vergleichbaren Anlagen nur selten dokumentiert worden ist. Neben der Kammer gehört ein eigener Eingangsbereich zum Bau. Die ungewöhnliche Konstruktion könnte Forschenden dabei helfen, das Grab genauer innerhalb der damaligen Kultur einzuordnen.
Das Alter macht den Fund noch eindrucksvoller. Die Anlage dürfte etwa um 1800 v. Chr. entstanden sein und damit ungefähr 3.800 Jahre alt sein. Sie gehört zur Nuraghenzeit, einer vorgeschichtlichen Epoche Sardiniens, die ungefähr von 1800 v. Chr. bis ins 3. Jahrhundert v. Chr. reichte. Der Name «Grab der Riesen» bedeutet allerdings nicht, dass dort übergroße Menschen bestattet wurden. Solche Monumente dienten vielmehr als gemeinschaftliche Grabstätten.
Grab gehört zu einer größeren Fundstätte
Bei «Carrarzu Iddia» haben Archäolog:innen nicht nur ein einzelnes Bauwerk vor sich, schreibt «futurezone«. Zu dem Gebiet gehören auch ein Dorf sowie ein weitläufiges Bestattungsareal. Dadurch kann der neue Fund helfen, besser zu verstehen, wie Menschen in dieser Region gelebt, gebaut und ihre Toten bestattet haben.
Für die Forschung ist vor allem die Kombination aus guter Erhaltung, ungewöhnlichem Aufbau und dem größeren archäologischen Umfeld wertvoll. Nach Tausenden Jahren liefert die Anlage damit neue Spuren aus einer Epoche, die Sardinien bis heute prägt.