Helena (Montana) – Als kleiner Junge hat er die Cowboy-Geschichten der Kult-Serie „Bonanza“ nachgespielt und von den Weiten des Wilden Westens geträumt. Später verordnete er auf dem ZDF-„Traumschiff“ als „Doc Sander“ Rezepte für sanfte TV‑Unterhaltung. Und zwischendurch? Da hatten sich TV-Star Nick Wilder (73) und seine Frau Christine Mayn (64) den großen Traum von der eigenen Ranch erfüllt. Diesen können nun andere weiterleben. Das malerische Anwesen mit Blick auf die berühmten Rocky Mountains und den Missouri-River, in dem das Paar Jahrzehnte lebte, steht zum Verkauf.

Traum von der Millionen-Ranch

Allein der Blick in einen mit KI erschaffenen Kurzfilm lässt erahnen, was für ein idyllisches Zuhause sich der gelernte Diplom-Holzwirt zum Teil mit den eigenen Händen erschaffen hat.

Ausblick wie auf einer Postkarte: TV-Star Nick Wilder kaufte das Grundstück in Montana vor 30 Jahren für schlappe 79.999 Dollar (heute rund 70.000 Euro) und baute es zu einem Millionenanwesen aus

Ausblick wie auf einer Postkarte: TV-Star Nick Wilder kaufte das Grundstück in Montana vor 30 Jahren für schlappe 79.999 Dollar (heute rund 70.000 Euro) und baute es zu einem Millionenanwesen aus

Foto: Sven Doornkaat/Most Wanted Pictures; Producer: Tina Raddatz

So kennen ihn Millionen Zuschauer: Als Doc Sander war Nick Wilder (M.) bis 2020 fast zehn Jahre lang als Bordarzt (hier mit Florian Silbereisen, 45, l., Barbara Wussow, 65, Daniel Morgenroth, 61) auf dem „ZDF-Traumschiff“ im Einsatz

So kennen ihn Millionen Zuschauer: Als „Traumschiff“-Arzt war Nick Wilder (2.v.r.) bis 2020 fast zehn Jahre lang (hier mit Florian Silbereisen, 45, Daniel Morgenroth, 61, Barbara Wussow, 65) im Einsatz

Foto: picture alliance/dpa/ZDF

Was das Traum-Anwesen kosten soll

Rund 3,5 Millionen Euro soll das Anwesen kosten. Mehr als ein Dutzend Fußballfelder groß, 700 Quadratmeter Wohnfläche. Dazu Pool, Weiden, Wald. Hubschrauber können hier landen. Wenn man das nötige Kleingeld hat, dürfte es in den Fingern kribbeln. Wilder zu B.Z.: „Manchmal ist es an der Zeit, weiterzuziehen.“

Das hat der gebürtige Insulaner (Fehmarn) im Leben schon immer so gemacht. Ein Surf-Shop in Florida, Abstecher nach Hollywood („Stargate“), endlose Touren auf dem Traumschiff, eine weitere Heimat bei Ehefrau Christine in Südtirol: Der Schauspieler kann Ruhe, kennt aber auch Rastlosigkeit. Gerade erst hat er einen viel beachteten Roman „Vaterliebe“ veröffentlicht, in dem er die Geschichte seines Vaters, eines ehemaligen SS‑Offiziers, beleuchtet. Teile davon hat er mit Blick auf den Horizont der aus der Kult-Serie „Yellowstone“ so populär gewordenen Region geschrieben.

Viel Platz für Freunde und Gäste: Christine und Nick im Eingangsbereich des Haupthauses der „TING“-Ranch

Viel Platz für Freunde und Gäste: Christine und Nick im Eingangsbereich des Haupthauses der „TING“-Ranch

Foto: Sven Doornkaat/Most Wanted Pictures; Producer: Tina Raddatz

„TING“, wie Wilder seinen Herzens-Ort in den Hügeln Montanas getauft hat, stehe für einen Ort der Zusammenkunft. „Ein keltischer Begriff.“ Hier soll weitergelebt werden. Familien, Kinder, vielleicht eine Dynastie. „Hätten wir eigene Kinder bekommen, würden wir diesen Ort vermutlich nicht verlassen.“

Schnäppchenpreis fürs Grundstück vor 30 Jahren

Vor rund 30 Jahren hatte Wilder das Grundstück für nur knapp 80.000 Dollar erworben (heute rund 70.000 Euro) und „sein Baby“ mit eigenem Schweiß immer weiter „großgezogen“. Die zweite neue Hüfte, die er gerade bekommen hat? Auch eine Folge der knochenharten Arbeit. Er bereut nichts, sagt Wilder zu B.Z.: „TING steht für Werte, für Familie, für das Zusammenkommen. Heute fahren Familien ja abends lieber zum Fastfood oder sitzen nebeneinander und daddeln am Handy herum. Wir freuen uns, wenn es in gute Hände kommt.“

Immer unterwegs auf dem eigenen Gelände: Nick Wilder und Christine Mayn. Seit 2001 ist das Schauspielerehepaar verheiratet. Sie lernten sich beim Dreh der Serie „Unser Charly“ kennen

Immer unterwegs auf dem eigenen Gelände: Nick Wilder und Christine Mayn. Seit 1998 sind sie zusammen, seit 2001 verheiratet. Sie lernten sich beim Dreh der Serie „Unser Charly“ kennen

Foto: Sven Doornkaat/Most Wanted Pictures; Producer: Tina Raddatz

Die Zeiten in den USA werden Nick und Christine zu unruhig. Das Paar plant die Rückkehr nach Europa

Die Zeiten in den USA werden Nick und Christine zu unruhig. Das Paar plant die Rückkehr nach Europa

Foto: Sven Doornkaat/Most Wanted Pictures; Producer: Tina Raddatz

Warum Nick Wilder nicht mehr in Montana leben will

Wilders Angebotsfilm erzählt mit echten Fotos und KI‑generierten Situationen solche Sehnsüchte von Freiheit und Glück. Von Freunden am Lagerfeuer, Feiern im Sonnenuntergang. Alte Traumbilder von Amerika, die Nick Wilder schon als kleiner Junge träumte. Doch es hat sich viel verändert. „Die Kluft zwischen den politischen Lagern wird größer.“ Die Gesellschaft spalte sich unter Präsident Trump (80) immer weiter. Rechtsruck! Menschen, die über Jahre zu Freunden wurden, distanzieren sich mittlerweile, ziehen sich in ihre patriotische Blase zurück. Cowboy-Nick und seine Frau verlassen ihren Wilden Westen. Zurück nach Europa, dem Sonnenaufgang entgegen.

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