Franz Türler ist im Zürcher Geschäftsleben eine Instanz. Sein Uhren- und Schmuckgeschäft gehört zu den Vorzeigeläden an der Shoppingmeile Bahnhofstrasse, für die er sein ganzes Berufsleben Werbung machte.
Jetzt geht Türler auf die Barrikaden. Und zwar gegen die Tourismusbehörde von Locardo und Ascona. Dies, nachdem seine 82-jährige Ehefrau und deren 86-jährige Schwester von einem Taxifahrer „wie nasse Hunde“ behandelt worden seien.
Passiert sei der Vorfall, der „so nicht hingenommen werden darf“, letzten Donnerstag. Die beiden älteren Damen seien „mit dem Schiff von Ascona nach Locarno“ gefahren.
Dort hätten sie sich „auf ein feines Mittagessen und einen gemütlichen Nachmittag“ gefreut. Dann aber seien die zwei „von einem heftigen Gewitter mit Blitz, Donner und heftigem Regen überrascht“ worden.
Innert kürzester Zeit wären die Frauen „vollständig durchnässt“ gewesen. „Sie wollten mit dem Taxi zurück nach Ascona“, so Türler in seiner E‑Mail an die Tourismus-Organisation Ascona-Locarno vom Freitagabend.
Dann sei es passiert. „Der Taxifahrer, den sie anhielten, lehnte die Fahrt ab: Sie seien zu nass, er nehme sie so nicht mit.“
„Die zwei völlig durchnässten Damen wurden vom Taxifahrer abgewiesen – behandelt wie nasse Hunde, nicht wie Gäste.“
Uhren-Patron Türler will das nicht einfach hinnehmen und vergessen. „Das ist kein Kavaliersdelikt, das ist ein Skandal“, schreibt er.
Franz Senior, Franz Junior: We Are Züri (Türler)
„Eine Region, die sich selbst als ‚Sonnenstube der Schweiz‘ anpreist, wird diesem Anspruch hier in keiner Weise gerecht – von Wärme und Gastfreundschaft keine Spur, wenn Gäste in einer solchen Situation abgewiesen werden.“
Der Vorfall beschädige nämlich nicht nur „den Ruf des betreffenden Taxiunternehmens, sondern den des ganzen Tessins“.
Sunny Days Only? (Soz. Medien)
Auf Nachfrage schildert Franz Türler das Vorgefallene noch detaillierter.
„Als meine Frau und ihre Schwester ins Taxi einstiegen, hat der Fahrer auf Italienisch ausgerufen, dass sie das ganze Taxi nass machen und er keine anderen Passagiere mehr fahren könne.“
„Daraufhin sind die beiden Damen geschockt ausgestiegen. Vor Ort waren keine anderen Taxis präsent.“
„Sie sahen keinen Zweck darin, ein anderes Taxi zu rufen, weshalb sie dann auf den nächsten Bus gewartet und diesen für die Rückfahrt nach Ascona genommen haben.“