Die Menschen abholen
Dennoch wäre er bei einem ökumenischen Tauffest sofort dabei. Denn «in der Taufe sind wir eins», sagt er zur Begründung. Er hat selbst schon Taufen im Wald oder in einer Lourdesgrotte durchgeführt, weil die Familien einen Bezug zu diesen Orten hatten. «Man muss die Menschen mit ihren Wünschen abholen», sagt er. Gleichwohl dürfe eine solche Ausnahme nicht die Regel werden.
Ähnlich sehen das andere katholische Seelsorgende aus Bern: Peter Sladkovic-Büchel, Gemeindeleiter in Worb, wäre «in Ausnahmefällen» dabei, denn auch ihm ist es wichtig, die Menschen mit ihren Bedürfnissen wahrzunehmen.
Für Christine Vollmer, Pfarreileiterin im Seelsorgeraum Bern-Süd, ist «Kirche» nicht nur der Ort, an dem sich die Gemeinde zur Feier der Liturgie trifft. «Kirche ist für mich überall dort, wo Menschen im Namen Jesu zusammenkommen und miteinander Leben und Glauben teilen», sagt sie. Umgekehrt würden Tauffamilien bei einer Taufe in der Kirche gleich den Ort der kirchlichen Gemeinschaft kennenlernen, «an den sie sich auch in anderen Situationen in ihrem Leben wenden können».