Lichtspuren, samtig fließendes Wasser oder doch Leuchtstreifen im Nachtverkehr – mit diesen Tipps sehen eure Smartphone-Fotos aus wie Kunstwerke aus teuren Kameras.
Vielleicht braucht ihr ja gar keine Profi-Kamera, um solche Lichtspuren zu fotografieren. (Quelle: Tamar Z. Stern)
Ihr wollt zum Wochenende hin einfach ein paar coole Fotos schießen, ohne direkt in ein teures Hobby zu investieren? Gar kein Problem, denn in euren modernen Smartphones steckt bereits die notwendige Technik, um erste Lichtspuren-Aufnahmen zu machen. Auf dem iPhone könnt ihr über Live Photo den Effekt Langzeitbelichtung wählen und bei Android den Pro- oder Nachtmodus.
So holt ihr das Beste aus eurem iPhone raus
Öffnet die Kamera auf eurem iPhone und aktiviert zunächst die Funktion «Live-Foto». Macht nun ein paar Bilder von eurem Motiv. Jetzt könnt ihr über den Bildschirm wischen und so den Effekt «Langzeitbelichtung» auswählen. Euer Smartphone macht dann den Rest für die perfekte Aufnahme.
Wie ihr die Langzeitbelichtung bei Android verwendet
Da sich die integrierten Kamera-Apps von Android-Geräten stark unterscheiden können, braucht es ein wenig Fingerspitzengefühl. Für die Hersteller Samsung, Google und Xiaomi findet ihr hier die genaue Anleitung.
Langzeitbelichtung bei eurem Samsung Galaxy:
Für das Samsung Galaxy S26 öffnet ihr eure Kamera-App und wischt so lange durch die Modi am unteren Bildschirmrand, bis «Mehr» auftaucht. Dort könnt ihr dann den Pro-Modus starten, mit dem ihr viele Einstellungen wie ISO-Wert und Weißabgleich, aber eben auch die Belichtungszeit manuell einstellen könnt. Mit der Galaxy-S26-Reihe setzt Samsung auf KI-unterstützte Aufnahmen bei 50 Megapixel der Weitwinkelkamera. Besitzt ihr das S26 Ultra, dürft ihr euch sogar über die Weitwinkelkamera mit 200 Megapixel freuen und mit der hauseigenen Camera-Assistant-App erhaltet ihr sogar Zugriff auf einen 24-Megapixel-Modus.
Langzeitbelichtung für Google Pixel
Öffnet ihr bei eurem Google Pixel die Google Kamera, springt euch die Langzeitbelichtung (Long Exposure) beinahe ins Gesicht. Mit dem Modus wird die Langzeitbelichtung automatisch erfasst und eingestellt. Wollt ihr dagegen in der Nacht die Sterne fotografieren, lohnt sich der Nachtmodus. Zusätzlich zur Belichtungszeit werden die Einstellungen so angepasst, dass bei wenig Licht trotzdem gute Aufnahmen entstehen. Der Modus «Langzeitbelichtung» wurde mit dem Google Pixel 6 eingeführt.
Langzeitbelichtung für Xiaomi
Die gehobenen Mittelklasse- und Flaggschiff-Modelle besitzen einen dedizierten Langzeitbelichtungs-Modus, der alle Einstellungen automatisch auf eine lange Belichtungszeit einstellt. Schon das beliebte Redmi Note 10 Pro verfügte über diesen Modus. Mit einem geeigneten Modell müsst ihr nur eure Kamera-App öffnen und so weit die Menüpunkte durchwischen, bis «Mehr» erscheint. Unter diesem Reiter findet ihr die Langzeitbelichtung.
Falls euer Modell nicht über diesen Modus verfügt, könnt ihr über den integrierten Pro-Modus eure eigenen Einstellungen für die Langzeitbelichtung einrichten. Wählt in eurer Kamera-App den Pro-Modus aus. Tippt auf den S-Wert für Verschlusszeit und stellt die Belichtungszeit manuell auf bis zu 30 Sekunden hoch. Der ISO-Wert sollte möglichst niedrig sein (etwa zwischen 50 und 100), damit das Bild nicht überbelichtet wird.
Diese Motive eignen sich besonders gut für eine Langzeitbelichtung
Für alle Langzeitbelichtungen gilt: Das Smartphone sollte sich so gut wie nicht bewegen. Viele moderne Smartphones verfügen automatisch über Korrektur-Mechanismen, doch am besten ist und bleibt ein gutes Stativ. Bildstabilisatoren sollten ausgeschaltet sein, und wenn euer Smartphone es kann, speichert die Aufnahme im RAW-Format ab. Manchmal macht es Sinn, bei Bildern im Nachhinein den Weißabgleich anzupassen und mit RAW-Dateien ist das am einfachsten.
Für Samsung Galaxy braucht ihr dazu die Expert-RAW-App von Samsung. Um in Apples eigenem ProRAW-Format zu fotografieren, benötigt ihr die Pro-Variante des iPhones (ab iPhone 12). Alle gängigen Google-Pixel-Modelle verfügen über die Möglichkeit, Fotos im RAW-Format zu speichern.
Die Lichtspuren von Autos
Habt ihr eine besonders idyllische Straße vor der Haustür, dann könnt ihr am Abend oder bei Nacht die Autos fotografieren. Durch die Bewegung der Autos in Kombination mit der langen Belichtungszeit werden auf dem Foto Lichtspuren aufgezeichnet, die wirklich magisch aussehen. Achtet darauf, dass euer ISO-Wert relativ gering ist.
Wasseroberflächen und fließende Gewässer
Befindet ihr euch in der Nähe eines großen Sees, könnt ihr versuchen, ihn großflächig zu fotografieren. Im besten Fall entsteht eine mysteriöse Nebeldecke durch das stille Wasser. Fotografiert ihr dagegen einen fließenden Fluss, erhaltet ihr surreale Wassereffekte. Besonders schön sind Wasserfälle, wovon es in Deutschland aber leider nicht allzu viele gibt.
Fahrgeschäfte auf dem Jahrmarkt
Auch Riesenräder eignen sich hervorragend für Langzeitbelichtungs-Aufnahmen. Auf den Fotos verschwimmen die Lichter zu leuchtenden konzentrischen Kreisen. Die Symmetrie macht diese Aufnahmen besonders beeindruckend.
Ich habe versucht, den Perseiden-Meteorschauer mit meinem Google Pixel zu fotografieren. Dummerweise erwischte ich jedoch nie den richtigen Moment für das Aufflackern eines Meteors. Beim nächsten Meteorschauer werde ich es wieder versuchen und den Astrofotografie-Modus nutzen, um eine Sternschnuppe einzufangen, denn dieser besitzt eine maximale Belichtungszeit von vier Minuten. Dass Smartphone-Kameras einen weiten Weg hinter sich haben, beweist die Gewinnerin des reFocus Award. Sie schoss das Gewinnerfoto mit einem iPhone.