Das ist das Problem: Die Firma Schmid’s Handels- und Messewaren mit Sitz in Kreuzlingen (TG) hat an diversen Messen unter anderem Reinigungsgeräte wie Dampfreiniger oder Fensterputzroboter verkauft. Die Geräte kosten teils mehrere 100 bis mehrere 1000 Franken. Seit Monaten melden sich frustrierte Kundinnen und Kunden beim SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». Das Hauptproblem: Sie haben die Geräte bezahlt und warten seit Monaten vergeblich auf die Lieferung der teuren Produkte.

Wie kann man so geschäften?

Wer bei Schmid’s nachfragen will, per Telefon, Mail oder sogar mit eingeschriebenem Brief, läuft in der Regel ins Leere. So berichten es die Betroffenen. «Wie kann man so geschäften?», fragt sich eine ratlose und wütende Kundin aus dem Kanton St. Gallen, die ihren über 3000 Franken teuren Dampfreiniger nicht geliefert bekommen hat. Auch auf Online-Bewertungsplattformen wie zum Beispiel Trustpilot liest man überwiegend miserable Bewertungen und Warnungen.

So reagieren Veranstalter: Bei manchen Messeorganisationen ist die Firma dank Meldungen von Kundinnen und Kunden einschlägig bekannt. Man habe nach der diesjährigen Ausgabe der BEA-Messe im Frühling mehrere Beschwerden zu Schmid’s Messe- und Handelswaren bekommen, schreibt etwa die Veranstalterin Bernexpo auf Anfrage von SRF. Davor sei die Zusammenarbeit mit der Firma ohne nennenswerte Beanstandungen verlaufen. «Nach den eingegangenen Rückmeldungen haben wir das Unternehmen umgehend um eine Stellungnahme gebeten. Trotz mehrfacher Kontaktversuche haben wir bis heute keine Antwort erhalten.» Ob Schmid’s an der BEA auch in Zukunft erwünscht sind, ist noch offen.

Die Veranstalter der Eigenheimmesse, die in Thun, Chur und Solothurn stattfindet, reagieren mit einem Ausstellungsverbot für Schmid’s. An der Hundemesse in Winterthur behält man die Firma nach einer Beschwerde im Auge.

So reagiert die kritisierte Firma: Nach einigen Tagen und erst auf Nachfrage reagiert eine Nicole Schmid per Mail. Sie vertrete ihren Mann. Man wolle die Fragen von «Espresso» zuerst «rechtlich prüfen». Wir wollen wissen: Wo liegt das Problem? Weshalb kassiert die Firma ab, liefert aber nicht? Weshalb reagiert sie nicht auf Kundenanfragen? Und ist Schmid’s gewillt, betroffenen Kundinnen und Kunden den bezahlten Betrag zurückzuerstatten? Bis dato (24.8.26) gibt es keine Antwort. Die Website der Firma ist unterdessen auch offline.

Das steckt dahinter: Schmid’s Handels- und Messewaren stehen wegen finanzieller Probleme am Abgrund. SRF erfährt beim zuständigen Konkursamt des Kantons Thurgau in Frauenfeld, dass kürzlich über die Einzelfirma der Konkurs eröffnet wurde. Vorläufig. «Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt und wir uns zunächst einen Überblick über die Situation verschaffen müssen, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt leider keine weiteren Angaben machen», schreibt der Amtsleiter.

Kauf an der Messe: Was tun bei Problemen?

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Grundsätzlich haben Sie für Produkte, die Sie an einer Publikumsmesse gekauft haben, kein Rücktrittsrecht. Überlegen Sie sich den Kauf deshalb gut, lassen Sie sich nicht von eloquenten Verkäuferinnen und Verkäufern überreden oder gar unter Druck setzen. Gibt es Probleme mit den Ausstellern oder ihrer Ware? Versuchen Sie, das Problem zuerst direkt mit den Ausstellern zu regeln. Falls das scheitert: Machen Sie eine Meldung bei der Messeorganisation. Wird die Ware nicht geliefert, können Sie dem Händler schriftlich eine Nachfrist setzen. Wenn sie dann weiterhin nicht kommt, können Sie vom Vertrag zurücktreten, das Geld zurückfordern und den Verkäufer allenfalls betreiben.